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Schieferspat bis Schiefhals (Bd. 6, Sp. 755 bis 756)
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Artikelverweis Schieferspat, s. Meyers Kalkspat.
 
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Schieferstifte (Schiefergriffel), s. Meyers Griffelschiefer.
 
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Schiefertafeln, Schreibtafeln, durch Spalten und Schleifen aus Tonschiefer oder (künstliche S.) durch Auftragen einer besondern Masse auf Metall- oder Holzplatten, Papier, Leinwand etc. und nachheriges Abschleifen hergestellt (vgl. Schieferpapier).
 
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Schieferton, schieferiger, etwas verhärteter Ton, erdig im Querbruch, meist grau, heller oder dunkler, aber auch grünlich, gelblich, rötlich. Gewöhnlich enthält der S. kleine, der Schieferfläche parallel gelagerte Glimmerblättchen und kleine Quarzkörner und in den ältern Formationen, in denen er sich oft dem Tonschiefer an Festigkeit und Härte nähert, neben klastischem Material häufig auch noch kleine Kriställchen (Mikrolithen) von Hornblende, Kaliglimmer, Quarz, Eisenglimmer und Turmalin. In genetischer Hinsicht steht der S. zwischen den Tonen und den Tonschiefern und stellt durch den Druck überlagernder Schichten und die Ausscheidung kristallinischer Bestandteile veränderten Ton dar. Der S. führt häufig Konkretionen von Eisenkies und Knollen von tonigem Sphärosideril, auch Septarien von Mergelkalk. In den Kohlengebirgen der verschiedenen Formationen (Kohlenschiefer) bis in die tertiären ist er vorzüglich häufig und enthält oft zahlreiche Pflanzenabdrücke (Kräuterschiefer). Ein von Kohlenwasserstoffen durchdrungener und an verkohlten organischen Resten reicher S. ist der Brandschiefer. Bunt gefärbte Varietäten werden als Schieferletten (Lettenschiefer),

[Bd. 6, Sp. 756]


durch Eisenoxyd rot gefärbte und sandhaltige als Rötelschiefer bezeichnet.
 
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Schieferung, eine Gesteinsstruktur, die durch parallele Anordnung der Gemengteile entsteht und eine leichte Spaltbarkeit nach einer Richtung hervorbringt. Bei geschichteten Gesteinen läuft sie gewöhnlich den Schichtungsflächen parallel. Über die transversale oder falsche S. und über die Griffelung oder stängelige Spaltbarkeit der Gesteine s. Tafel Meyers »Metamorphismus«, Fig. 7, mit Text.
 
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Schieferweiß, s. Meyers Bleiweiß; auch soviel wie Talk.
 
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Schieferzähne (kantiges Gebiß), die scharfen, rauhen Ränder oder zackigen, scharfen Spitzen, die an den Backenzähnen bei Pferden infolge unregelmäßiger Abreibung der Zähne stehen bleiben und Verletzungen der Backenschleimhaut und der Zunge herbeiführen können. Pferde, die schlecht fressen, sind stets auf das Vorhandensein von Schieferzähnen zu untersuchen, deren Beseitigung sich mit geeigneten Instrumenten leicht bewirken läßt.
 
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Schiefe Schlachtordnung, s. Meyers Fechtart, S. 369.
 
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Schiefes Gesicht, s. Meyers Gesichtslähmung.
 
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Schiefe Türme, s. Meyers Turm.
 
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Schiefhals (Caput obstipum, Torticollis), fehlerhafte Stellung des Kopfes, bei der an der kranken Seite die Gegend des Ohrs dem Schlüsselbein genähert ist, während das Gesicht nach der gesunden Seite zugekehrt, das Kinn etwas nach oben gerichtet ist. Der S. beruht auf Funktionsstörung des Kopfnickers (s. Tafel Meyers »Muskeln des Menschen«), dervon dem Warzenfortsatz hinter der Ohrmuschel zum Schlüsselbein und zum Brustbein schräg nach abwärts verläuft. Die Ursache für den S. kann in angeborner Verkürzung des Muskels, entzündlicher Narbenschrumpfung, krampfhafter Zusammenziehung bei Reizungszuständen des Nervs (nervus accessorius Willisii), auch auf Lähmung eines der Kopfnicker beruhen. Bei angeborner oder durch narbige Schrumpfung entstandener abnormer Kopfhaltung muß zuweilen die Sehne des Kopfnickers durchschnitten werden. Vgl. Nickkrampf.

 

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