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Schiaffīno bis Schibr (Bd. 6, Sp. 747 bis 748)
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Artikelverweis Schiaffīno (spr. ßkja-), Placido Maria, Kardinal, geb. 5. Sept. 1829 in Genua, gest. 23. Sept. 1889 in Subiaco, trat in den Benediktinerorden, wurde 1870 Generalvikar der Olivetaner, vom Papst Leo XIII. zu wichtigen Ämtern verwendet und 27. Juli 1885 als Vertreter seines Ordens Kardinal.
 
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Schiaparelli (spr. ßkja-), Giovanni Virginio, Astronom, geb. 14. März 1835 in Savigliano (Piemont), studierte in Turin, Berlin und Pulkowa, wurde 1860 zweiter Astronom und 1862 Direktor der Sternwarte in Mailand, 1889 wurde er Senator, 1900 trat er in den Ruhestand. Er entdeckte den Planetoiden (69) Hesperia, machte sich aber besonders bekannt durch seine Untersuchungen über den Zusammenhang der Kometen mit den Meyers Sternschnuppen (s. d.), die er in den »Note e riflessioni sulla teoria delle stelle cadenti« (Flor. 1867; deutsch von G. v. Boguslawski: »Entwurf einer astronomischen Theorie der Sternschnuppen«, Stett. 1871) veröffentlichte. Außerdem lieferte S. eine große Reihe vorzüglicher Doppelsternmessungen und namentlich bahnbrechende Beobachtungen über die Gebilde auf der Oberfläche des Mars (vgl. Artikel und Tafel Meyers »Mars«) und berichtete darüber in den »Osservazioni astronomiche e fisiche sull' asse di rotazione e sulla topografia del pianeta Marte« (Rom 187899, 6 Tle.). Aus mehrjährigen Beobachtungen wies er nach, daß die Rotationsdauer beim Planeten Merkur und wahrscheinlich auch bei der Venus gleich der Umlaufszeit ist, ebenso wie dies beim Monde der Fall ist, so daß diese Planeten der Sonne immer dieselbe Seite zukehren. Er schrieb ferner: »I precursori di Copernico nell' antichità« (Mail. 1873; deutsch von Curtze, Leipz. 1876); »Le s fere omocentriche di Eudosso, di Callippo e di Aristotele« (Mail. 1875; deutsch, Leipz. 1877); »De la rotation de la terre sous l'influence des actions géologiques« (St. Petersb. 1889); »Rubra Canicola« (Rovereto 189697, 2 Tle.); »Origine del sistema planetario eliocentrico presso i Greci« (Mail. 1898); »L'Astronomia nell' Antico Testamento« (das. 1903; deutsch von Lüdtke, Gieß. 1904).
 
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Schiava (ital., spr. ßkjāwa, »Sklavin«), Tanz, soviel wie Forlana (s. d.).
 
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Schiavōna (spr. ßkja-), Schwert, bez. Haudegen mit Korb und breiter, gerader Klinge im 16. und 17. Jahrh. Der Name stammt aus Venedig, dessen slawonische Reiter damit bewaffnet waren. S. die Abbildung.

[Bd. 6, Sp. 748]



 
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Schiavōne (spr. ßkjaw-), eigentlich Andrea Meldolla (Medola), ital. Maler, geb. 1522 (?) in Sebenico in Dalmatien, gest. 1582 in Venedig, kam früh nach Venedig und arbeitete hier bei Tizian, dessen Kolorit er mit der Zeichnungsart des Parmeggianino verband. Um seinen Unterhalt zu verdienen, mußte er anfangs Truhen und Möbel bemalen. S. hat biblische Gemälde (unter andern ein Pietà in der Dresdener Galerie) und Porträte gemalt, doch liegt seine Bedeutung darin, daß er einer der ersten Italiener war, welche die Landschaft als selbständige Gattung der Malerei kultivierten (eine Berg- und eine Waldlandschaft im Berliner Museum). Er hat auch eine Anzahl von Blättern (darunter Landschaften) radiert.
 
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Schibaum (Sheabaum), s. Meyers Illipe.
 
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Schibbe, das weibliche Mutterschaf; s. Meyers Schaf, S. 672.
 
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Schibbekenstrauch, soviel wie Sambucus nigra.
 
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Schibboleth (hebr., »Ähre«), das Wort, an dessen Aussprache der israelitische Richter Jephtha die ihm feindlichen fliehenden Ephraimiter, die den Zischlaut nicht aussprechen konnten und Sibboleth sagten, erkannte (vgl Richt. 12, 5 u. 6); daher sprichwörtlich für Erkennungs- und Unterscheidungszeichen, besonders bei verschiedenen Parteien gebraucht.
 
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Schibin-el-Kom, Hauptstadt der ägypt. Provinz (Mudirieh) Menufieh, am Südende des Deltas und an der Bahn Kairo-Zagazig, mit (1897) 20,512 Einw. Dabei Tell el Jehûdîje (das alte Leontopolis, »Hügel der Juden«), Ruinen eines von Philometor I. ähnlich dem Salomonischen Tempel erbauten Gotteshauses für die aus Jerusalem vertriebene Partei des Hohenpriesters Onias.
 
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Schibr (engl. shibiri), Spannweite zwischen den Fingerspitzen, Längenmaß in Sansibar = 9 Wanda oder engl. Zoll = 22,86 cm.

 

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