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Scherzen bis Scheuerkraut (Bd. 6, Sp. 745)
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Artikelverweis Scherzen, das Spielen des Wildes untereinander, auch das Umherwerfen von Moos und Erde, das die Hirsche aus Mutwillen bisweilen vollführen.
 
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Scherzer, Karl von, Reisender und geographischstatistischer Schriftsteller, geb. 1. Mai 1821 in Wien, gest. 20. Febr. 1903 in Görz, wurde Buchdrucker, machte ausgedehnte Wanderfahrten in Europa, trieb 184346 in Wien nationalökonomische und linguistische Studien, bereiste 185255 mit Moritz Wagner die Vereinigten Staaten, Mittelamerika und Westindien, leitete dann die nationalökonomischen und linguistischen Untersuchungen bei der Erdumsegelung der Novara (185759). Nach seiner Rückkehr wurde er in den Ritterstand erhoben und 1866 zum Ministerialrat im Handelsministerium ernannt, wo er der Abteilung für Handelsstatistik und volkswirtschaftliche Publizistik vorstand. 1869 begleitete er die österreichische Expedition nach Ostasien, 187275 war er Generalkonsul in Smyrna, 187578 in London, 187884 in Leipzig und dann in Genua. 1896 trat er in den Ruhestand, unternahm aber noch 1899 eine Studienreise nach Buenos Aires. Außer zahlreichen Aufsätzen in Zeitschriften veröffentlichte er: »Reisen in Nordamerika« (mit Wagner, Leipz., 1854, 3 Bde.; 2. Aufl. 1857); »Die Republik Costarica« (mit Wagner, das. 1856); »Wanderungen durch die mittelamerikanischen Freistaaten« (Braunschw. 1857); »Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde, beschreibender Teil (Wien 186162, 3 Bde.; Volksausg. 1864, 2 Bde.; 5. Aufl. 1876) und statistisch-kommerzieller Teil« (das. 1864, 2 Bde.; Volksausg. in 1 Bd., Leipz. 1867); »Aus dem Natur- und Völkerleben im tropischen Amerika« (Leipz. 1864); »Fachmännische Berichte über die österreichisch-ungarische Expedition nach Siam, China und Japan« (Stuttg. 1872); »Smyrna« (Wien 1873, 2. Aufl. in franz. Sprache, Leipz. 1880); »Das wirtschaftliche Leben der Völker« (Leipz. 1885) u. a.
 
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Scherzo (spr. ßkérzo, ital., »Scherz«), Bezeichnung eines launigen, meist schnell bewegten, rhythmisch und harmonisch pikanten, sein phrasierten, daher delikat vorzutragenden Satzes, der seit Beethoven meist zwischen den langsamen Satz und das Finale (Rondo) oder (neuerdings häufig) zwischen den ersten und den langsamen Satz der Sonate, Symphonie etc. eingeschoben ist, an Stelle des früher (bei Haydn und Mozart) üblichen Menuetts. Der Name S. ist indes viel älter und kommt wie Capriccio sowohl für weltliche Lieder (schon im 16. Jahrh.) als auch für Instrumentalstücke (im 17. Jahrh.) vor.
 
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Scheschonk (Sesonchis, Sisak), König von Ägypten, aus einem libyschen Söldnergeschlecht, kam um 940 v. Chr. auf den Thron, suchte nach Salomos Tod und dem Verfall des Reiches Israel Palästina für Ägypten zu erobern und nahm um 920 v. Chr. Jerusalem ein (1. Kön. 14, 21 ff.), dessen Tempel und Königspalast er ihrer Schätze beraubte.
 
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Scheschuppe (Szeszupa), linksseitiger Nebenfluß der Memel in Ostpreußen, entspringt in Polen, bildet auf eine große Strecke die Grenze gegen Rußland und mündet oberhalb Ragnit. Sie ist bei einer mittlern Tiefe von 1,6 m auf 12 km bis Akmonischken schiffbar.
 
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Scheßlitz, Stadt im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Bamberg I, an der Eller, 315 m ü. M., hat 2 kath. Kirchen, darunter die Pfarrkirche mit schönen Glasmalereien und alten Grabdenkmälern, eine schöne neue Marienkapelle, ein Amtsgericht, ein Forstamt und (1905) 1225 meist kath. Einwohner. Unweit die Burgruine Giech, gegenüber die Wallfahrtskirche Gügel.
 
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Schetterleinen, lockeres, durchsichtiges, sehr stark appretiertes leinenes oder baumwollenes Gewebe; auch soviel wie Glanzleinwand.
 
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Schettertaft, sehr leichter, durchsichtiger Taft.
 
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Scheuchzer, Johann Jakob, Naturforscher, geb. 1672 in Zürich, gest. 1733 als Oberstadtarzt und Professor der Mathematik daselbst, beschrieb den Riesensalamander von Öhningen (Andrias Scheuchzeri) als Homo diluvii testis (1726) und schrieb: »Naturgeschichte des Schweizerlandes« (hrsg. von Sulzer, Zürich 1746, 2 Bde.; 2. Aufl. 1752, 3 Bde.); »Physica sacra oder Naturwissenschaft der Heiligen Schrift« (Augsb. u. Ulm 173135,4Bde.; deutsch als »Kupferbibel« mit 750 Tafeln); »Piscium querelae et vindiciae« (Zür. 1708); »Herbarium diluvianum« (das. 1709). Vgl. Höherl, J. J. S., Begründer der physischen Geographie des Hochgebirges (Münch. 1901).
 
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Scheuer, soviel wie Meyers Scheune (s. d.).
 
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Scheuerkraut, s. Equisetum.

 

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