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Scherbe bis Scheremetjew (Bd. 6, Sp. 738 bis 739)
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Artikelverweis Scherbe (auch der Scherben), eigentlich das Bruchstück eines irdenen Gefäßes; in der Keramik technischer Ausdruck für die Masse desselben.
 
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Scherbe (Scherbel, Schirbel), ein Kasten ohne Boden zum Messen der Erze und der Beschickung, etwa 34 Zentner fassend.
 
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Scherbengericht, s. Meyers Ostrazismus.
 
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Scherbenkobalt, alter bergmännischer Name für das natürlich vorkommende Gediegen Arsen.
 
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Scherbet (arab., »Trank«, davon ital. Sorbetto), im Orient kühlendes Getränk, Limonade, in Persien Bestandteil der täglichen Mahlzeit.
 
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Scherbin, Ort in der ägypt. Provinz (Mudirieh) Gharbieh in Unterägypten mit (1897) 6310 Einw.

[Bd. 6, Sp. 739]



 
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Scherbitz (Alt-S.), s. Meyers Schkeuditz.
 
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Scherbretternetz, s. Meyers Fischerei, S. 613.
 
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Schere, Schneidwerkzeug, s. Meyers Scheren. Beim Feldbrückenbau gebrauchtes Gestell aus 2 Stangen, die nahe den obern Enden zusammengebunden mit den untern Enden in das Bett eines Baches, Grabens etc. gestellt werden, um Personen und Brückenbaumaterial hinüber zu befördern (vgl. Kriegsbrücken). Im Festungsbau bezeichnet man mit S. gewisse Meyers Außenwerke (s. d.) und zwar einfache S. (Grundriß, Fig. 1) oder doppelte S. (Fig. 2).
 
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Schere, taube Schicht von geringer Mächtigkeit in einem Kohlenflöz; auch soviel wie Meyers Gabeldeichsel (s. d.) oder Flasche (s. Meyers Kloben). Nürnberger S., ein aus gelenkig verbundenen, flachen Holz- oder Metallstangen bestehendes Gestell, das zu bedeutender Länge auseinander geschoben werden kann, dient als Spielzeug, Greifwerkzeug, Hebewerk und ist auch als Feuerleiter ausgebildet worden.
 
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Scheremetjew, alte, mit den Romanows (s. d.) verwandte russische Familie. Iwan Wasiljewitsch S., Bojar, zeichnete sich unter der Regierung Iwans IV., des Schrecklichen, gegen die krimschen Tataren sowie bei der Eroberung von Kasan 1552 aus. Sein Sohn Fedor Iwanowitsch S., Bojar, schloß mit Polen 1. Dez. 1618 in Deulino, sodann in Wjasma vorteilhafte Friedenstraktate ab. Boris Petrowitsch, Graf S., Generalfeldmarschall, einer von den Schöpfern der russischen Armee unter Peter d. Gr., geb. 25. April 1652, gest. 17. Febr. 1719, ward 1682 zum Bojaren ernannt, schloß 12. Dez. 1686 mit dem König Johann Sobieski von Polen einen Friedens- und darauf mit dem Kaiser Leopold I. einen Bundestraktat ab, reiste 1697 und 1698 nach Rom und Malta, siegte 1701 über den schwedischen General Schlippenbach bei Errestfer und Hummelshof in Livland und befehligte bei Poltawa das Zentrum der Russen mit Auszeichnung. 1710 eroberte er Riga und Livland. 1711 war er Oberbefehlshaber der russischen Armee im türkischen Feldzug. Michail Borissowitsch, Graf S., ältester Sohn des vorigen, russischer Generalmajor, geb. 1. Sept. 1672, gest. 1714 in Kiew, unterzeichnete mit Schafirow die Traktate mit der Türkei am Pruth 12. Juli 1711 und in Adrianopel 13. Juli 1713. Den Briefwechsel des Boris Petrowitsch S. mit Peter d. Gr. sowie das Tagebuch der obenerwähnten Reise desselben gab sein Sohn Peter Borissowitsch S. heraus. Nikolai Petrowitsch, Graf S., Oberkammerherr, geb. 1751, gest. 2. Jan. 1809 in Moskau, stiftete 1803 in Moskau das nach ihm benannte Hospital als Asyl für Fremde und Notleidende, mit einer jährlichen Einnahme von 75,000 Rubel. Vgl. Barsukow, Das Geschlecht der S. (russ., Petersb. 188188, 5 Bde.).

 

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