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Schenklengsfeld bis Scher (Bd. 6, Sp. 737 bis 738)
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Artikelverweis Schenklengsfeld, Flecken im preuß. Regbez. Kassel, Kreis Hersfeld, an der Solz, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Amtsgericht, Zigarrenfabrikation, Molkerei und (1905) 937 Einw.
 
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Schenkmaß, früheres Kleinverkehrsmaß für Getränke: in Weimar 2 Nösel = 0,896 Lit., in Nürnberg 16/17 Visiermaß = 1,078 L., in Württemberg 10/11 Helleichmaß = 4 Quart (Schoppen) oder 1,67 L., in Baden = 2,31 L.; Schenkkanne in Leipzig 6/7 Visierkanne = 2 Nösel oder 1,204 L.
 
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Schenkung (Donatio), im weitern Sinne jeder Akt der Liberalität, d. h. jede Handlung, vermöge deren man jemand aus freier Gunst irgendwelchen Vorteil zuwendet; im engern und eigentlichen Sinne jede Zuwendung, durch die jemand aus seinem Vermögen einen andern bereichert, wenn beide Teile darüber einig sind, daß die Zuwendung unentgeltlich erfolgen soll. Ohne direkte oder indirekte Annahme kommt also keine S. zustande (Bürgerliches Gesetzbuch, § 516). Verzichtet jemand zugunsten eines andern auf einen Vermögenswert oder auf ein angefallenes, aber noch nicht endgültig erworbenes Recht, so liegt keine S. vor. Falls nicht der geschenkte Gegenstand sofort übergeben wird, ist zur Gültigkeit des Schenkungsversprechens gerichtliche oder notarielle Beurkundung erforderlich. Wird durch die Erfüllung des Schenkungsversprechens der Schenker in seiner Existenz gefährdet oder ihm die Erfüllung obliegender Unterhaltspflichten unmöglich gemacht, so kann er das Schenkungsversprechen zurücknehmen; verarmt der Schenker später, so kann er die Herausgabe des Geschenkes verlangen, es sei denn, daß der Schenker an seiner Verarmung schuld ist, oder daß 10 Jahre seit der Schenkung verflossen sind. Verschweigt der Schenker arglistig einen Mangel oder einen Fehler des Geschenkes, so haftet er für den daraus dem Beschenkten entstehenden Schaden. Bei Schenkungen unter einer Meyers Auflage (s. d.) kann der Schenker nach erfolgter S. die Vollziehung der Auflage verlangen, es sei denn, daß das Geschenk an einem Mangel leidet. Wird die Auflage nicht ausgeführt, so kann der Schenker die Rückgabe des Geschenkes verlangen. Widerrufen kann eine S. durch Erklärung gegenüber dem Beschenkten werden, wenn dieser Beschenkte sich groben Undankes gegen den Schenker oder dessen nahe Angehörige schuldig macht; die Erben des Schenkers können die S. nur widerrufen, wenn der Beschenkte den Schenker vorsätzlich und widerrechtlich getötet oder ihn am Widerruf gehindert hat. Ausgeschlossen ist der Widerruf bei Verzeihung nach Ablauf eines Jahres seit Kenntnisnahme vom Eintritt der Widerrufsmöglichkeit und nach dem Tode des Beschenkten. Schenkungen, durch die einer sittlichen oder Anstandspflicht entsprochen wird, können weder zurückgefordert, noch widerrufen werden. Auf eine S. von Todeswegen, d. h. die unter der Bedingung versprochen wird, daß der Beschenkte den Schenker überlebt, finden die Bestimmungen über Testament und letztwillige Verfügung (s. Meyers Testament) Anwendung. Vgl. Bürgerliches Gesetzbuch, § 516534. Bezüglich der S. an juristische Personen und an die Meyers Tote Hand (s. d.) sind durch Art. 86 u. 87 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch die landesgesetzlichen Vorschriften aufrecht erhalten worden, die sie in Höhe von über 5000 Mk. beschränken oder von staatlicher Genehmigung abhängig machen. S. auch Geschenke. In Österreich müssen Schenkungen, um klagbar zu sein, schriftlich abgeschlossen, Schenkungen zwischen Ehegatten in Form eines Notariatsaktes errichtet werden, ebenso auch andre Schenkungen ohne gleichzeitige Übergabe; ein Vertrag, wodurch das künftige Vermögen verschenkt wird, besteht nur bis zur Hälfte des Vermögens zu Recht. Schenkungen können widerrufen werden wegen Dürftigkeit, wegen Undankes, wegen Verkürzung des Unterhaltes, den der Geschenkgeber Dritten zu reichen schuldig ist, wegen Verletzung des Pflichtteils, wegen Benachteiligung der Gläubiger und wegen nachgeborner Kinder; vgl. § 938956 des österreichischen Bürgerlichen Gesetzbuches und § 3, Ziffer 1, des Anfechtungsgesetzes vom 16. März 1884 und Gesetz vom 25. Juli 1871 Vgl. Pollack, Der Schenkungswiderruf (Berl. 1886); Burckhardt, Zum Begriff der S. (Erlang. 1899); Haymann, Die S. unter einer Auflage nach römischem und deutschem bürgerlichen Recht (Berl. 1905). Über die Besteuerung der S. s. den folgenden Artikel.
 
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Schenkungssteuer, eine Verkehrssteuer (s. d.), welche die Schenkungen beweglichen oder unbeweglichen

[Bd. 6, Sp. 738]


Vermögens unter Lebenden trifft. Sie ist eine notwendige Ergänzung zur Erbschaftssteuer (s. d.), die durch Schenkungen umgangen werden könnte. Fast alle deutschen und viele auswärtige Staaten haben die S. In Preußen, in dem neuen Erbschaftssteuergesetz des Deutschen Reiches vom 3. Juni 1906, in Baden (Gesetz vom 14. Juni 1899) und in der Hauptsache auch in Württemberg und Hessen werden die Sätze der Erbschaftssteuer, in Bayern die Sätze der Besitzveränderungssteuer mit 1 Proz. bei Schenkungen zwischen Ehegatten, Geschwistern, Verwandten und Stiefverwandten in auf- und absteigender Linie, 2 Proz. bei sonstigen Schenkungen von Immobilien, 3 pro Mille bei Mobilien angewendet. In Sachsen werden Schenkungen wie Erbschaften behandelt, nur daß bei solchen Schenkungen, für die bei letztwilliger Zuwendung Steuerbefreiung eintreten würde, 1 pro Mille des Wertes der Schenkung erhoben wird. In Elsaß-Lothringen besteht noch die französische Einregistrierungssteuer; sie ist nach Verwandtschaftsgraden abgestuft und beträgt bei Schenkungen außerhalb des Ehevertrags 2,59 Proz., bei Schenkungen im Ehevertrag 1,256 Proz.
 
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Schenkwirt, s. Meyers Gastwirt.
 
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Schénschin, Afanassij Afanasjewitsch, russ. Lyriker, geb. 4. Dez. (22. Nov.) 1820 auf dem Erbgute seiner Familie, Nowoßelki im Kreis Mzensk des Gouv. Orel, gest. 4. Dez. (22. Nov.) 1892 in Moskau, studierte 184044 in Moskau anfangs Rechtswissenschaft, dann Literaturgeschichte, ging aber nach Beendigung seiner Studien zum Militär und machte mit dem Leibgarde-Ulanenregiment den türkischen Feldzug 185356 mit. Hierauf nahm er seinen Abschied und zog sich 1860 ganz auf sein Gut zurück. Unter dem Namen A. Fet veröffentlichte er mehrere Sammlungen lyrischer Gedichte (die erste bereits 1840, die zweite 1850). 1863 gab dann Soldatenkow in Moskau eine Sammlung von Schenschins Gedichten in 2 Teilen heraus; eine Sammlung neuer Gedichte erschien 188391 in Moskau in 4 Heften u. d. T.: »Večernie ogni«; eine Gesamtausgabe seiner Gedichte daselbst 1894 in 4 Bänden, letzte Ausgabe Petersburg 1901; ausgewählte Gedichte, übersetzt von Fiedler, in Reclams Universal-Bibliothek. Außerdem übertrug er, zum Teil geradezu meisterhaft, Shakespeares »Julius Cäsar« und »Antonius und Kleopatra«, Goethes »Hermann und Dorothea« und beide Teile des »Faust« sowie zahlreiche lateinische Klassiker (den ganzen Horaz, Juvenal, Catull, Tibull, Ovids »Metamorphosen«, Vergils »Äneis« und Properz). Auch übersetzte er von Schopenhauer »Die Welt als Wille und Vorstellung« (1880) u. a. Seine Memoiren erschienen Moskau 1890 in 2 Bänden.
 
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Schensi, Provinz im nordwestlichen China (s. Karte »China und Japan«), grenzt im N. an das Land der Meyers Ordos (s. d.), von diesem durch die Große chinesische Mauer getrennt; im O. durch den meridionalen Lauf des Hwangho an Schansi, weiter südlich an Honan; im Süden an Hupe und Sz'tschwan, im W. an Kansu, 195,000 qkm groß; die Einwohnerzahl wird sehr verschieden zwischen 3 und 8 Mill. geschätzt. Das Gebiet wird durch das Gebirge Meyers Tsinlingschan (s. d.) in einen nördlichen und einen südlichen Teil geschieden, deren Verhältnisse in jeder Beziehung höchst abweichend sind. Das nördliche S. ist ein Teil des Nordchinesischen Tafellandes (s. Meyers China, S. 35) und besteht hauptsächlich aus Schichten der Steinkohlenformation, die von Meyers Löß (s. d.) überschüttet sind. Der Tsinlingschan, der hier im Tapaischan 3350 m erreicht, ist rauh und schwer übersteiglich. Das südliche S. ist größtenteils gebirgig und bietet der Kultur und der Besiedelung nur in dem vom Hankiang durchflossenen Becken von Hantschung die günstigsten Verhältnisse. Das Klima ist im N. für den Anbau von Reis, Tee sowie für Seidenraupenzucht zu kalt. Die bedeutendsten Flüsse sind für das nördliche S. der am Nordrand des Tsinlingschan entlang zum Hwangho fließende und an dessen scharfer Umbiegung mündende Weiho, im südlichen S. der Oberlauf des zum Yangtsekiang strömenden Hankiang. Die Ausdehnung der Kohlenlager im nördlichen S. ist außerordentlich groß, doch ist ihre Ausbeutung mit der in Meyers Schansi (s. d.) nicht zu vergleichen, auch wohl weniger aussichtsvoll, weil die Verkehrsverhältnisse nach der Großen Ebene und dem Meere hin noch schwieriger sind. Erwähnt werden ferner Lager von Gold, deren Ausnutzung trotz angeblichen Reichtums verboten ist. Zinnober, Blei, Marmor etc.; im südlichen S. wird treffliches Eisen gewonnen. Der nördliche Teil der Provinz ist, wenn nicht große Dürre eintritt, eine der ergiebigsten Ackerbaugegenden Chinas und erzeugt viel Weizen, Gerste, Mais, Mohn, Gemüse, Baumwolle, Rhabarber, Tabak, Hanf, Farbpflanzen etc.; auch steht die Zucht von Pferden, Rindvieh, Geflügel und Bienen in Blüte. Die Industrie liefert namentlich Wollenstoffe, Teppiche und Papier. Das untere Tal des Wei-Flusses ist das für die alte Geschichte des Chinesischen Reiches bedeutsamste Gebiet, und die hier gelegene Hauptstadt Meyers Singanfu (s. d.) ist lange die Residenz mächtiger Kaiser gewesen.
 
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Schenute, gest. wahrscheinlich 1. Juli 451, seit 371 Mönch, um 385 Abt des Klosters Atripe am westlichen Nilufer in Oberägypten, Verfasser zahlreicher Mönchsschriften (hrsg. von Leipoldt, Par. u. Leipz. 1906 ff.). Vgl. Leipoldt, S. von Atripe (Leipz. 1903).
 
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Scheol (hebr., »Abgrund«), bei den Hebräern poetische Bezeichnung des Unterirdischen, dem der Mensch im Tod anheimfällt, der finstern Stätte des Schweigens und der Verwesung, wird für Verderben, Untergang, Straf- und Läuterungsstätte der Frevler gebraucht, aber fälschlich als »Totenreich« (dem Hades der Griechen entsprechend) oder als »Übergangsland der Toten in das Reich des ewigen Lebens« bezeichnet. Der talmudische Ausdruck für S. (Gehinnom, Gehenna) ist dem bei Jerusalem gelegenen Ge-hinnom (Tal Hinnoms), das dem Molochdienst geweiht war und heute dem Wadi er-rabābe entspricht, entlehnt.
 
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Schepel, altes holländ. Getreidemaß zu 4 Vierdevats = 1/4 Mud oder 27,814 Lit., später zeitweise 1/10 Zak = 10 L.; im Kaplande jetzt 1/4 Mud (engl. Muid) oder 1 Winchester Bushel = 35,238 L.
 
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Scher' (türk.), s. Meyers Scher'i.

 

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