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Schenkelschlagader bis Schenkwirt (Bd. 6, Sp. 736 bis 738)
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Artikelverweis Schenkelschlagader, s. Meyers Bein.
 
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Schenkelstürzung, s. Meyers Rad, S. 546.
 
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Schenkelton, s. Meyers Lungenentzündung, S. 850.
 
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Schenkelwespen, s. Chalcidier.
 
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Schenkendorf, Max, Dichter, geb. 11. Dez. 1783 in Tilsit, gest. 11. Dez. 1817 in Koblenz, studierte in Königsberg Kameralwissenschaften und wurde hierauf als Referendar bei der Regierung in Königsberg angestellt. Der frühe Umgang mit einigen Familien, in denen ein religiöses Gemütsleben vorherrschte, blieb nicht ohne Einfluß auf seinen Geist, der dadurch die Richtung auf das Sittlich-Religiöse erhielt, worin er durch die Einwirkungen der romantischen Dichterschule, besonders der Schriften von Novalis, mehr und mehr befestigt wurde. 181112 nahm S. an Delbrücks Vorlesungen über Ästhetik teil und ging dann nach Karlsruhe, wo er sich verheiratete und sich im Umgang mit Jung-Stilling und Frau v. Krüdener in der Grundrichtung seines Geistes noch mehr befestigte, jedoch durch den Aufruf des Königs von Preußen seinem häuslichen Stilleben bald entrissen wurde. Trotzdem er früher schon in einem Pistolenduell die rechte Hand verloren hatte, zog er doch mit ins Feld und erhielt nach dem Frieden eine Anstellung als Regierungsrat in Koblenz. Hier und in seiner Vaterstadt wurden ihm Denkmäler errichtet. S. ist vor allem ein vaterländischer Dichter. Allerdings tritt oft seine mystisch-sentimentale Weichheit nur zu sehr hervor; was ihn aber vor andern Dichtern der Befreiungskriege auszeichnet, ist die Entschiedenheit, mit der er auf die Ziele hinwies, die nach der Befreiung erreicht werden mußten, vor allem die Wiederherstellung von Kaiser und Reich; Rückert hat ihn

[Bd. 6, Sp. 737]


mit Recht als den »Kaiserherold« begrüßt. Er zeigt sich als einen Geistesverwandten des Freiherrn vom Stein in dem gesunden historischen Sinn, der z. B. seine Lieder »Die deutschen Städte« und »Der Bauernstand« belebt. Seine »Gedichte« erschienen Stuttgart 1815, sein »Poetischer Nachlaß« daselbst 1832, seine »Sämtlichen Gedichte« Berlin 1837 (5. Aufl., Stuttg. 1878). Vgl. A. Hagen, Max v. Schenkendorfs Leben, Denken und Dichten (Berl. 1863); Heinrich, Mar v. S. (Hamb. 1886).
 
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Schenkl, 1) Karl, Philolog, geb. 11. Dez. 1827 in Brünn, gest. 20. Sept. 1900 in Graz, studierte seit 1845 in Wien und wurde 1851 Lehrer am Gymnasium auf der Kleinseite in Prag, 1858 ordentlicher Professor der klassischen Philologie in Innsbruck, 1863 in Graz, 1875 in Wien. Außer einer Reihe von griechischen Schulbüchern, dem »Übungsbuch zum Übersetzen in das Griechische« (11. Aufl., Wien 1905), der »Chrestomathie aus Xenophon« (8. Aufl., das. 1885), dem »Griechischen Elementarbuch« (19. Aufl., das. 1905), dem »Griechisch-deutschen Schulwörterbuch« (8. Abdruck, das. 1886) und dem »Deutschgriechischen Schulwörterbuch« (5. Aufl., Leipz. 1898), veröffentlichte er Ausgaben von »Orestis tragoedia« (Prag 1867), von Xenophon (Berl. 186976, Bd. 1 u. 2; dazu »Xenophontische Studien«, Wien 18691876, 3 Hefte), von Valerius Flaccus (Berl. 1871; dazu »Studien zu den Argonautica des Valerius Flaccus«, Wien 1871), von Ausonius (in den »Monumenta Germaniae historica«, Berl. 1883), von Claudius Marius Victor und dem Cento der Proba (im »Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum«, Bd. 16, Wien 1888), von Ambrosius (ebenda, Bd. 2932, vollendet von seinem Sohn Heinrich, das. 18971902, 4 Bde.) u. a. Seit 1875 war er Mitredakteur der »Zeitschrift für österreichische Gymnasien«; 1879 begründete er als Supplement dazu mit Hartel die »Wiener Studien«.
   2) Heinrich, Philolog, Sohn des vorigen, geb. 29. Jan. 1859 in Innsbruck, studierte in Wien, wo er seit 1883 als Gymnasiallehrer und Privatdozent tätig war, bis er 1892 als Professor an die Universität Graz berufen wurde. Er veröffentlichte außer mehreren Arbeiten in den »Wiener Studien« etc.: »Calpurnii et Nemesiani Bucolica« (Leipz. 1885); »Bibliotheca patrum latinorum britannica« (Wien 1888 ff., bisher Bd. 13); »Die Epiktetischen Fragmente« (das. 1889); »Epicteti dissertationes« (Leipz. 1894; Textausgabe 1898); »Themistii paraphrasis in physica Aristotelis« (das. 1900).
 
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Schenklengsfeld, Flecken im preuß. Regbez. Kassel, Kreis Hersfeld, an der Solz, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Amtsgericht, Zigarrenfabrikation, Molkerei und (1905) 937 Einw.
 
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Schenkmaß, früheres Kleinverkehrsmaß für Getränke: in Weimar 2 Nösel = 0,896 Lit., in Nürnberg 16/17 Visiermaß = 1,078 L., in Württemberg 10/11 Helleichmaß = 4 Quart (Schoppen) oder 1,67 L., in Baden = 2,31 L.; Schenkkanne in Leipzig 6/7 Visierkanne = 2 Nösel oder 1,204 L.
 
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Schenkung (Donatio), im weitern Sinne jeder Akt der Liberalität, d. h. jede Handlung, vermöge deren man jemand aus freier Gunst irgendwelchen Vorteil zuwendet; im engern und eigentlichen Sinne jede Zuwendung, durch die jemand aus seinem Vermögen einen andern bereichert, wenn beide Teile darüber einig sind, daß die Zuwendung unentgeltlich erfolgen soll. Ohne direkte oder indirekte Annahme kommt also keine S. zustande (Bürgerliches Gesetzbuch, § 516). Verzichtet jemand zugunsten eines andern auf einen Vermögenswert oder auf ein angefallenes, aber noch nicht endgültig erworbenes Recht, so liegt keine S. vor. Falls nicht der geschenkte Gegenstand sofort übergeben wird, ist zur Gültigkeit des Schenkungsversprechens gerichtliche oder notarielle Beurkundung erforderlich. Wird durch die Erfüllung des Schenkungsversprechens der Schenker in seiner Existenz gefährdet oder ihm die Erfüllung obliegender Unterhaltspflichten unmöglich gemacht, so kann er das Schenkungsversprechen zurücknehmen; verarmt der Schenker später, so kann er die Herausgabe des Geschenkes verlangen, es sei denn, daß der Schenker an seiner Verarmung schuld ist, oder daß 10 Jahre seit der Schenkung verflossen sind. Verschweigt der Schenker arglistig einen Mangel oder einen Fehler des Geschenkes, so haftet er für den daraus dem Beschenkten entstehenden Schaden. Bei Schenkungen unter einer Meyers Auflage (s. d.) kann der Schenker nach erfolgter S. die Vollziehung der Auflage verlangen, es sei denn, daß das Geschenk an einem Mangel leidet. Wird die Auflage nicht ausgeführt, so kann der Schenker die Rückgabe des Geschenkes verlangen. Widerrufen kann eine S. durch Erklärung gegenüber dem Beschenkten werden, wenn dieser Beschenkte sich groben Undankes gegen den Schenker oder dessen nahe Angehörige schuldig macht; die Erben des Schenkers können die S. nur widerrufen, wenn der Beschenkte den Schenker vorsätzlich und widerrechtlich getötet oder ihn am Widerruf gehindert hat. Ausgeschlossen ist der Widerruf bei Verzeihung nach Ablauf eines Jahres seit Kenntnisnahme vom Eintritt der Widerrufsmöglichkeit und nach dem Tode des Beschenkten. Schenkungen, durch die einer sittlichen oder Anstandspflicht entsprochen wird, können weder zurückgefordert, noch widerrufen werden. Auf eine S. von Todeswegen, d. h. die unter der Bedingung versprochen wird, daß der Beschenkte den Schenker überlebt, finden die Bestimmungen über Testament und letztwillige Verfügung (s. Meyers Testament) Anwendung. Vgl. Bürgerliches Gesetzbuch, § 516534. Bezüglich der S. an juristische Personen und an die Meyers Tote Hand (s. d.) sind durch Art. 86 u. 87 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch die landesgesetzlichen Vorschriften aufrecht erhalten worden, die sie in Höhe von über 5000 Mk. beschränken oder von staatlicher Genehmigung abhängig machen. S. auch Geschenke. In Österreich müssen Schenkungen, um klagbar zu sein, schriftlich abgeschlossen, Schenkungen zwischen Ehegatten in Form eines Notariatsaktes errichtet werden, ebenso auch andre Schenkungen ohne gleichzeitige Übergabe; ein Vertrag, wodurch das künftige Vermögen verschenkt wird, besteht nur bis zur Hälfte des Vermögens zu Recht. Schenkungen können widerrufen werden wegen Dürftigkeit, wegen Undankes, wegen Verkürzung des Unterhaltes, den der Geschenkgeber Dritten zu reichen schuldig ist, wegen Verletzung des Pflichtteils, wegen Benachteiligung der Gläubiger und wegen nachgeborner Kinder; vgl. § 938956 des österreichischen Bürgerlichen Gesetzbuches und § 3, Ziffer 1, des Anfechtungsgesetzes vom 16. März 1884 und Gesetz vom 25. Juli 1871 Vgl. Pollack, Der Schenkungswiderruf (Berl. 1886); Burckhardt, Zum Begriff der S. (Erlang. 1899); Haymann, Die S. unter einer Auflage nach römischem und deutschem bürgerlichen Recht (Berl. 1905). Über die Besteuerung der S. s. den folgenden Artikel.
 
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Schenkungssteuer, eine Verkehrssteuer (s. d.), welche die Schenkungen beweglichen oder unbeweglichen

[Bd. 6, Sp. 738]


Vermögens unter Lebenden trifft. Sie ist eine notwendige Ergänzung zur Erbschaftssteuer (s. d.), die durch Schenkungen umgangen werden könnte. Fast alle deutschen und viele auswärtige Staaten haben die S. In Preußen, in dem neuen Erbschaftssteuergesetz des Deutschen Reiches vom 3. Juni 1906, in Baden (Gesetz vom 14. Juni 1899) und in der Hauptsache auch in Württemberg und Hessen werden die Sätze der Erbschaftssteuer, in Bayern die Sätze der Besitzveränderungssteuer mit 1 Proz. bei Schenkungen zwischen Ehegatten, Geschwistern, Verwandten und Stiefverwandten in auf- und absteigender Linie, 2 Proz. bei sonstigen Schenkungen von Immobilien, 3 pro Mille bei Mobilien angewendet. In Sachsen werden Schenkungen wie Erbschaften behandelt, nur daß bei solchen Schenkungen, für die bei letztwilliger Zuwendung Steuerbefreiung eintreten würde, 1 pro Mille des Wertes der Schenkung erhoben wird. In Elsaß-Lothringen besteht noch die französische Einregistrierungssteuer; sie ist nach Verwandtschaftsgraden abgestuft und beträgt bei Schenkungen außerhalb des Ehevertrags 2,59 Proz., bei Schenkungen im Ehevertrag 1,256 Proz.
 
Artikelverweis 
Schenkwirt, s. Meyers Gastwirt.

 

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