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Schelper bis Schemnitzer Erzgebirge (Bd. 6, Sp. 734 bis 735)
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Artikelverweis Schelper (eigentlich Buck), Otto, Bühnensänger (Bariton), geb. 10. April 1840 in Rostock, gest. 10. Jan. 1906 in Leipzig, ging mit 16 Jahren in Bremen als Schauspieler zum Theater, wirkte dann als Opernsänger in Köln (1864), Bremen (1867), an der Berliner Hofbühne (187071), darauf in Köln und war seit 1876 Mitglied des Leipziger Stadttheaters. Er war ein hervorragender Vertreter seines Faches, ausgezeichnet auch als Darsteller.
 
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Scheltopusik, s. Meyers Panzerschleiche.
 
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Schēma (griech.), eigentlich Gestalt oder Figur; dann im allgemeinen jede Form, die als Muster, Zeichen oder Leitfaden für die Anordnung, Untersuchung oder Darstellung eines Gegenstandes benutzt wird. Daher schematisch, soviel wie einem Vorbild angepaßt, entwurfsmäßig. Ein logisches S. für die Bearbeitung eines beliebigen Themas gibt der bekannte Spruch: »Quis, quid, ubi, quibus auxiliis, cur, quomodo, quando«. In der Rethorik heißen Schemata (figurae dictionis) Wendungen, die in der Rede angewendet werden, um sie mannigfaltiger zu machen. In der Metrik versteht man darunter die Darstellung einer Versart durch versinnlichende Zeichen.
 
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Schĕma (hebr., auch Sch'ma Israel, »höre, Israel!«), Anfang und Name eines die Bibelstellen 5. Mos. 6, 49; 11, 1322; 4. Mos. 15, 3741 umfassenden Hauptteils des israelitischen Morgen- und Abendgebetes, gewissermaßen Glaubensbekenntnis der Israeliten.
 
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Schemacha (Schamacha), Hauptstadt des gleichnamigen Kreises (6667 qkm mit [1897] 121,645 Einw., meist Tataren) im russisch-transkaukas. Gouv. Baku, nahe dem rechten Ufer des Pisargat, der sich später in Lagunen verliert, 680 m ü. M., hat Gartenbau und Handel und (1897) 20,008 Einw. Infolge der Erdbeben (s. unten) ist der früher sehr bedeutende Seidenbau zurückgegangen. Die Stadt, schon von Ptolemäus als Samekhia erwähnt, wurde später Hauptstadt der tatarischen Chane, aber 1734 von Nadir Schah zerstört, der in geringer Entfernung am Aksu eine neue Stadt, Jenghi-Schamaki (Neu-S.), erbauen ließ. Doch wurde die alte Stadt bald darauf von Tataren wieder aufgebaut. Seitdem war bald die eine, bald die andre Stadt die volkreichere und bedeutendere. Unter den Russen wurde S. in seine alten Rechte eingesetzt, und Neu-S. sank zu einem bloßen Dorf herab. Infolge eines zerstörenden Erdbebens 1858 wurde die Regierung nach Baku verlegt. Dennoch wuchs S. bedeutend. Am 13. Febr. 1902 wiederholte sich das Erdbeben in fürchterlicher Weise.
 
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Schemal, ein Nordwestwind im Golf von Persien.
 
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Schematisieren, ein Schema (s. d.) aufstellen, etwas in ein Schema bringen. Schematismus, entwurfsartige Form; Gestaltungs-, Erscheinungsform, im übeln Sinn Erklärungsart und Behandlungsweise nach feststehendem, die Besonderheiten des einzelnen Falles nicht genügend berücksichtigendem Schema. Auch soviel wie Rangliste (in Österreich), Personalverzeichnis, Staatskalender (S. der Geistlichkeit eines Bistums, der Behörden etc.).
 
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Schembert, s. Meyers Schönbart.
 
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Schemen (mittelhochd. schime, vielleicht vom griech.-lat. schema), wesenloses Schattenbild.
 
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Schemnitz (magyar. Selmecz- és Bélabánya, spr. schélmetz ésch béhlabánja), königliche freie Bergstadt mit geordnetem Magistrat, Sitz des ungarischen Komitats Hont, an der ungarischen Staatsbahnlinie Gran-Breznitz-S., liegt (570 m ü. M.) terrassenförmig in einem tiefen, von schroffen Bergwänden gebildeten Kesseltal am gleichnamigen Bach, besteht aus der eigentlichen Stadt, den Bergvororten Hodritsch, Schnurisberg, Steplitzhof, Oberfuchslos und Windschacht sowie aus der 1868 mit S. vereinigten freien Bergstadt Dilln (Bélabánya) und hat 3 kath. Kirchen, eine 1744 auf einem nahen Basalthügel erbaute Kalvarienkirche (Wallfahrtsort) mit schöner Rundsicht, 2 Klöster und eine evang. Kirche. Hervorragende Gebäude sind das Alte Schloß, das Neue Schloß (Jungfernschlößchen), der Kammerhof (Bergwerksdirektion), der Neubau der Bergwerks- und Forstakademie und das Laboratorium; auch hat S. ein Honvéd-Denkmal. S. zählt (1901) 16,375 slowakische, magyarische und deutsche (römisch-katholische, evangelische und israelitische) Einwohner, die hauptsächlich Bergbau, Holzindustrie, daneben Spitzenklöppelei treiben, und hat eine große Tabakfabrik (1200 Arbeiter) und eine Schuhwarenfabrik. Die sogen. Schemnitzer Tonpfeifen bilden einen bedeutenden Handelsartikel. Außer der von Maria Theresia 1760 gegründeten, ehemals berühmten Bergwerks- und Forstakademie (mit Mineralienkabinett) besteht dort ein dem Piaristenorden gehörendes kath. Obergymnasium, ein evang. Lyzeum und eine Lehrerpräparandie. S. hat eine Bergwerks- und Forst- und eine Tabakfabrikdirektion, ein Bergwerkprodukten-, ein Hütten- und ein Bergamt und ein zweites Bergamt in Windschacht (Szélakna). Die berühmten Erzlagerstätten des Schemnitzer Bergbaues führen gold-, silber-, blei- und teilweise kupferhaltige Silber- und Bleierze. Zwei Drittel des Bergbaues, dessen im Grünstein-Trachyt aufgeschlossene Gänge sich meilenweit bis in das Grantal und bis Königsberg erstrecken, sind Staatseigentum (»Oberbieberstollen«), das letzte Drittel ist Privatbergbau unter der Prinzipalität der Stadt S. und der Gerambschen Union. Von den bestehenden elf Erbstollen ist der im 14. Jahrh. 595 m ü. M. angeschlagene, 8600 m lange Bieberstollen der älteste. Der wichtigste ist der seit 1782 bestehende, 18,000 m lange Kaiser Joseph II. Erbstollen, der einen 16,538 m langen Hauptquerschlag besitzt und die Grubenwässer in

[Bd. 6, Sp. 735]


die Gran ableitet. Die Gesamtlänge der ausgefahrnen Strecken beträgt 367 km, die Länge der Förderbahnen gegen 50 km. Der tiefste Schacht ist der 540 m tiefe Amalienschacht. Bei den Werken der Windschachter königlichen Bergverwaltung werden 2500 Männer und 350 Kinder beschäftigt. Die Jahresproduktion beträgt: 120 kg Gold, 6100 kg Silber, 170 dz Kupfer und 8200 dz Blei. Als Hilfszweige besitzt der Oberbieberstollen außer Schmiede-, Schlosser-, Maschinenbauwerkstätten eine Drahtseilfabrik und 3 Dampfbrettsägen. In Bélabánya befindet sich ferner ein Bleihüttenwerk der Gerambschen Union (1000 Arbeiter). S. ist die älteste Bergstadt in Ungarn, deren Bergbau angeblich schon unter der Römerherrschaft bekannt war. Es wurde im 13. Jahrh. vom König Béla IV. zur königlichen Freistadt erhoben und von flandrischen und niedersächsischen Kolonisten bevölkert. Im 15.16. Jahrh. waren die Werke von den Meyers Fugger (s. d.) gepachtet. Seit Ende des 16. Jahrh. aber ward S. teilweise infolge der Gegenreformation stark slowakisiert und das Deutschtum zurückgedrängt, und erst seit 1848 hat die Magyarisierung nennenswerte Fortschritte gemacht. In der Nähe von S. liegen die besuchten Bäder Szkleno und Meyers Vihnye (s. d.). Vgl. Péch, Geschichte der Schemnitzer Bergbauunternehmungen (magyar., Schemn. 1884).
 
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Schemnitzer Erzgebirge, s. Meyers Ungarisches Erzgebirge.

 

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