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Schelfhout bis Schellenberg (Bd. 6, Sp. 729)
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Artikelverweis Schelfhout, Andreas, holländ. Maler, geb. 16. Febr. 1787 im Haag, gest. daselbst 19. April 1870, bildete sich bei dem Theatermaler Breckenheimer zum Landschaftsmaler aus und erzielte 1815 seinen ersten größern Erfolg mit einer Winterlandschaft. Auch später waren Winterlandschaften seine Spezialität. Doch schilderte er daneben auch die Dünen, Wiesen, Wälder und Heiden Hollands, die er anfangs in der kleinlichen Manier der ältern Schule, dann breit und frei in der Art der neuern Stimmungsmaler behandelte. Bilder von ihm besitzen die Museen von Amsterdam, Haarlem, Rotterdam, Gent, München, Stuttgart, Hamburg, Weimar etc.
 
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Schelhorn, Johann Georg, Literator, geb. 8. Dez. 1694 in Memmingen, gest. 31. März 1773 als Superintendent daselbst, Verfasser zahlreicher Beiträge zur Kirchen- und Gelehrtengeschichte; am bekanntesten sind seine »Amoenitates litterariae« (Frankf. 17251734, 14 Bde.; 2. Aufl., Bd. 14,173738).
 
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Scheliff, längster Fluß Algeriens, entsteht in der Provinz Oran aus zwei Quellflüssen, von denen der eine vom Dschebel Amur (Südrand der Steppe), der andre von den Tiaretbergen kommt, tritt in das Tell ein, durchfließt mehrere Schluchten und fällt nach 700 km langem, vielgewundenem Lauf 12 km nordöstlich von Mostaganem ins Mittelländische Meer. Kurz vor dem Durchbruch durch die nördliche Kette erhält der S. von Westen den großen Zufluß Wadi Ouassel (s. Meyers Ouassel). Bald ein reißender Strom, bald ganz seicht, wird sein Wasser durch Kanäle auf die fruchtbaren Felder an seinen Ufern geführt; er ist nicht befahrbar. Das kleine Delta bei viel Sedimenten erklärt sich nach Th. Fischer aus starker Brandung und Küstenströmung. Vgl. Pourcher, La plaine du Chélif (Algier 1900).
 
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Schelklingen, Stadt im württemberg. Donaukreis, Oberamt Blaubeuren, an der Aach, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Ulm-Tuttlingen und Reutlingen-S., 538 m ü. M., hat 2 kath. Kirchen, eine Schloßruine (Muschenwang), eine Erziehungsanstalt für katholische Knaben, Baumwollweberei, Zementfabrikation und (1905) 1633 Einw. Dazu gehört das säkularisierte Benediktinerkloster Urspring (jetzt mechanische Baumwollweberei).
 
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Schell, Hermann, kath. Theolog, geb. 28. Febr. 1850 zu Freiburg i. Br., gest. 31. Mai 1906 in Würzburg, wo er seit 1884 als ordentlicher Professor der Apologetik und vergleichenden Religionswissenschaft wirkte. Durch seine Schriften: »Katholische Dogmatik« (Paderb. 188993, 3 Bde.) und »Die göttliche Wahrheit des Christentums« (das. 189596, 2 Bde.) hatte er sich bereits einen Namen gemacht, als er sich seit 1897 zuerst in der Universitätsrede: »Theologie und Universität« (2. Aufl., Würzb. 1899), dann in den Broschüren: »Der Katholizismus als Prinzip des Fortschritts« (7. Aufl., das. 1899) und »Die neue Zeit und der alte Glaube« (das. 1898) als Vertreter der Gedanken des Meyers Reformkatholizismus (s. d.) bekannte. Die Indexkongregation verurteilte 15. Dez. 1898 nicht nur die beiden Broschüren, sondern auch die dogmatischen Werke. S. erkannte den Beschluß an. Später schrieb er außer Abhandlungen im »Türmer« und in der »Renaissance«: »Apologie des Christentums« (Bd. 1: »Religion und Offenbarung«, 1. u. 2. Aufl., Paderb. 1902; Bd. 2: »Jahwe und Christus«, das. 1905); »Das Christentum Christi« (Münch. 1902); »Christus. Das Evangelium und seine weltgeschichtliche Bedeutung« (Mainz 1903 u. ö.; Volksausg. 1906).
 
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Schellack (engl. shell-lac, shellac, Tafellack, Plattlack, Lacca in tabulis), aus dem Gummilack abgeschiedenes Harz, wird in Indien erhalten, indem man den rohen oder durch Auswaschen mit Wasser vom Farbstoff befreiten Gummilack in Säcken auf etwa 140° erhitzt, die Säcke auswindet und das abfließende Harz auf Pisangblättern oder Metallplatten in dünner Schicht erstarren läßt. Der S. kommt in kleinen, dünnen, eckigen, tafelartigen Bruchstückchen, auch in Form von Kuchen (Kuchenlack) oder Klumpen (Klumpenlack) in den Handel, ist in der Kälte sehr spröde und brüchig, ziemlich hart, geruch- und geschmacklos, mehr oder weniger dunkelbraun, schmilzt beim Erhitzen, verbreitet in höherer Temperatur einen nicht unangenehmen Geruch und brennt mit helleuchtender Flamme. Er ist unlöslich in Wasser, löslich in Weingeist (bis auf das beigemengte Wachs), Borax, Ammoniak und kohlensauren Alkalien. S. besteht aus Wachs (Ceryl- und Myricylalkohol und deren Estern), Farbstoff (Laccainsäure) und Harz (Resinotannolester der Aleuritinsäure, Erythrolaccin, eine resenartige Substanz etc.). Man bleicht ihn, indem man ihn in Sodalösung löst (wobei das Schellackwachs ungelöst bleibt), mit unterchlorigsaurem Natron gemischt dem direkten Sonnenlicht aussetzt, durch Salzsäure fällt und gut auswäscht. Er ist dann farblos, nimmt beim Kneten und Ausziehen in Stangen schönen seidenartigen Glanz an und läßt sich auch färben. S. dient zur Bereitung von Siegellack, von Firnis, Politur (farbloser S. für weiße Hölzer), Kitt, Schleifsteinen, in der Feuerwerkerei, zu Elektrophoren etc. Die Auflösung in Borax (Wasserfirnis) dient zum Steifen und Wasserdichtmachen der Filzhüte, zum Firnissen von Papier und, mit Ruß versetzt, als unzerstörbare Tinte. Erdschellack, s. Akaroidharz.
 
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Schellbeere, s. Meyers Rubus, S. 215.
 
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Schelle (Tintinnabulum), Glocke von hart geschlagenem Messing- oder Neusilberblech, oder aus Glockenmetall gegossene Hohlkugel (Zimbel) mit einem eingeschlossenen Eisenstück zu Schlittengeläuten, früher auch Schmuck an Panzern, Wehrgehängen und Kleidern (s. Meyers Schellentracht).
 
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Schellenbaum, Pflanze, s. Cerbera u. Thevetia.
 
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Schellenbaum, ein zur Zeit der Türkenkriege in die deutschen Regimentsmusiken gekommenes, ursprünglich türkisches Rassel- oder Klingelinstrument, auch Mohammedsfahne oder Halbmond (engl. Crescent) genannt.
 
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Schellenberg, Grafschaft, s. Meyers Liechtenstein, S. 535.

 

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