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Scheiterhaufen bis Scheler (Bd. 6, Sp. 728)
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Artikelverweis Scheiterhaufen, ein locker aufgeschichteter Holzhausen zur Verbrennung eines Toten (s. Meyers Totenbestattung) oder zur Bestrafung eines Verurteilten durch den Feuertod. Besonders die Inquisition bei ihren Ketzer- und Hexenprozessen bediente sich dieser Hinrichtungsweise, mit der Beschönigung, daß die Kirche und das geistliche Gericht kein Blut vergießen dürfe.
 
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Scheiterhäule, Berg, s. Meyers Stromberg.
 
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Scheitern, das Zerschlagen eines Schiffes durch die Stoßkraft des Seegangs auf Klippen und Rissen oder an harter, felsiger Küste. Vgl. Schiffbruch und Strandung.
 
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Scheithauer, Karl Friedrich, Stenograph und Schriftsteller (Pseudonym Kallistophanes von Theben) in Leipzig, geb. 21. Sept. 1873 in Xions (Provinz Posen), veröffentlichte 1892 eine »Deutsche Volkssténographie« und 1896 auf neuer Grundlage ein »System der Stenographie« (6. Aufl., Leipz. 1900) nebst »System der Schriftkürzung« (3. Aufl., das. 1903). Vgl. Artikel »Stenographie«. Das System hat in Deutschland und Holland (Übertragung von Riënts Balt in Haag) Verbreitung gefunden.
 
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Scheitrecht, nach dem »Scheit« (Richtscheit), geradlinig; scheitrechter Bogen, ein gewölbter Sturz (s. Meyers Bogen, Fig. 14, S. 137).
 
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Scheksna, schiffbarer Fluß im europ. Rußland, ein Abfluß des Bjelo-Osero (s. d.), fließt in südöstlicher Richtung durch die Gouvernements Nowgorod und Jaroslaw und fällt nach einem Laufe von 410 km bei Rybinsk links in die Wolga. Suda und Sogosha sind die wichtigsten Nebenflüsse der S., die vermittelst des Bjelosérskischen, des Marien- und des Onegakanals zur Verbindung der Ostsee mit dem Kaspischen Meer und vermittelst des Alexander von Württemberg-Kanals auch mit dem Weißen Meer dient und daher eine große Bedeutung für den Handel hat.
 
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Schelam, britisch-ind. Stadt, s. Meyers Salem 2).
 
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Schelch, s. Meyers Hirsch, S. 367.
 
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Schelde (franz. Escaut, bei den Alten Scaldis), Fluß in Nordfrankreich und Belgien, entspringt im franz. Depart. Aisne bei Catelet (100 m ü. M.), wird bald durch den Kanal von St.-Quentin schiffbar, fließt in vorherrschend nördlicher Richtung durch das Depart. Nord, tritt nach der Einmündung der Scarpe nach Belgien über und durchfließt hier die Provinzen Hennegau und Ostflandern, wo sie bei Gent die Lys aufnimmt, wendet sich nun östlich, nimmt bei Dendermonde die Dender und bei Rupelmonde die Rupel auf, bildet dann in nördlicher Richtung die Grenze zwischen den Provinzen Ostflandern und Antwerpen und tritt unterhalb Antwerpen in die Niederlande über, wo sie sich in zwei Mündungsarme: Oosterschelde und Westerschelde oder Honte, teilt (s. Meyers Niederlande, S. 633 und die Karte). Der Gesamtstromlauf der S. beträgt 430 km, wovon 130 km in Frankreich liegen und 340 km schiffbar sind. Die S. ist bei Dendermonde 190 m, bei Antwerpen 400600 m (s. Meyers Plan und Karte der Umgebung von Antwerpen) breit und hier zur Zeit der Flut (die noch bis Gent bemerkbar ist) 15 m tief. Historisch merkwürdig ist die S. wegen des von den Holländern von 16481792 behaupteten und nach der Trennung Belgiens wieder, aber vergeblich in Anspruch genommenen Rechts ihrer Schließung. Auch die von Belgien von den fremden Schiffen erhobenen Zölle wurden durch den Brüsseler Ablösungsvertrag vom 16. Juli 1863 aufgehoben. Vgl. Guillaume, L'Escaut depuis 1830 (Brüssel 1903, 2 Bde.).
 
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Schele, Friedrich Rabod, Freiherr von, preuß. General, geb. 15. Sept. 1847 in Berlin, gest. daselbst 20. Juli 1904, wurde, im Kadettenkorps erzogen, 1865 Leutnant, war 187987 persönlicher Adjutant des Prinzen Albrecht von Preußen, 18901891 Kommandeur des 7. Ulanenregiments, von da ab bis Oktober 1892 Abteilungschef im Kriegsministerium und September 1893 bis Februar 1895 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Nach seiner Rückkehr zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt, kommandierte S. seit 1. Juni 1896 die 2. Gardekavalleriebrigade, wurde 1897 Generalmajor und 1900 Generalleutnant, war 18991901 Inspekteur der 3. Kavallerie-Inspektion und wurde 1901 Kommandeur der 16. Division in Trier und im Mai 1904 Gouverneur des Invalidenhauses in Berlin.
 
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Scheler, August, franz. Philolog, geb. 6. April 1819 zu Ebnat im Kanton St. Gallen, gest. 17. Nov. 1890 in Brüssel, lebte seit 1839 in Brüssel, wo er 1853 zum königlichen Bibliothekar, daneben 1876 zum Professor an der Universität ernannt wurde. 1884 wurde er Mitglied der belgischen Akademie. Von seinen Schriften ist das »Dictionnaire d'étymologie française« (Brüss. 1861, 3. Aufl. 1888) zu nennen. Auch gab er zahlreiche altfranzösische Werke heraus, besorgte die 4. und 5. Auflage von Diez' »Etymologischem Wörterbuch der romanischen Sprachen« (Bonn 1878 u. 1887) und brachte das von Grandgagnage (gest. 1878) begonnene »Dictionnaire étymologique de la langue wallonne« (Lüttich 184580, 2 Bde.) zum Abschluß.

 

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