Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Scheitelauge bis Scheitelwinkel (Bd. 6, Sp. 727 bis 728)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Scheitelauge (Stirn- oder Pariëtalauge), ein unpaares Auge, das bei manchen Reptilien der Gegenwart noch ziemlich gut erhalten ist und den ausgestorbenen als drittes Auge gedient haben mag. Es entsteht als eine Ausstülpung des Zwischenhirns, ähnlich der Zirbeldrüse (Epiphyse, s. Meyers Gehirn, S. 468), aber von ihr deutlich geschieden, und liegt bei den Eidechsen dicht unter dem Scheitelloch (in der Naht zwischen den Scheitelbeinen). Im erwachsenen Tier hat es aber den Zusammenhang mit dem Gehirn verloren, bei Hatteria steht es mit diesem noch durch einen Nerv in Verbindung, so daß es als Auge dienen könnte, wenn die Gewebe zwischen ihm und dem Schädel völlig durchsichtig wären. Auch bei den Fröschen sind noch Spuren des Scheitelauges vorhanden. Dieses rudimentäre Organ, das sich bei einer großen Anzahl von Wirbeltieren, zumal bei ihren Embryonen, findet und vor der Epiphyse liegt, bezeichnet man als Pariëtalorgan.
 
Artikelverweis 
Scheitelbein, s. Meyers Schädel, S. 666.
 
Artikelverweis 
Scheitelgebirge, s. Meyers Gebirge, S. 408.
 
Artikelverweis 
Scheitelgleichung, s. Meyers Kegelschnitte, S. 803 (5).
 
Artikelverweis 
Scheitelhaltung, s. Meyers Kanäle, S. 537.
 
Artikelverweis 
Scheitelkapelle, s. Meyers Lady-chapel.
 
Artikelverweis 
Scheitelkreis (Vertikalkreis), s. Meyers Höhenkreis.
 
Artikelverweis 
Scheitelpunkt, s. Zenit.
 
Artikelverweis 
Scheitelrecht, vertikal geradlinig.
 
Artikelverweis 
Scheitelwert, von einer Anzahl unter sich vergleichbarer und nach ihrer Größe in gleichartige Gruppen geordneter Gegenstände die Gruppe größter Häufigkeit. Der S. gibt also an, welcher der Gegenstände, z. B. welches Lebensalter in einem Ort, welche Temperatur im Jahr am häufigsten vorkommt. Der S. wird in der Klimatologie nach dem arithmetischen Mittel zur weitern Charakterisierung des Verhaltens eines meteorologischen Elementes benutzt. Vgl. H. Meyer, Anleitung zur Bearbeitung meteorologischer Beobachtungen für die Klimatologie (Berl. 1891).

[Bd. 6, Sp. 728]



 
Artikelverweis 
Scheitelwinkel (veraltet Vertikalwinkel), zwei Winkel, die den Scheitel gemein haben, und bei denen jedesmal die Schenkel des einen durch Verlängerung der Schenkel des andern entstehen.

In der Figur sind α und γ S. und ebenso β und δ. S. sind stets gleich groß, z. B. ist α = γ, weil jeder von beiden mit β zusammen einen gestreckten Winkel (zwei Rechte) ergibt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: