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Scheidenbruch bis Scheideschlamm (Bd. 6, Sp. 724 bis 725)
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Artikelverweis Scheidenbruch, s. Meyers Bruch, S. 472.
 
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Scheidenentzündung (Vaginitis, Kolpitis) entsteht sehr häufig durch Fremdkörper (z. B. unzweckmäßige Pessarien), ferner durch starke Ätzmittel, die, in die Scheide gebracht, außer Entzündung auch Gewebsnekrose mit nachfolgender Narbenbildung machen können. Bei akutem Tripper und allen Formen des Gebärmutterkatarrhs, die mit starker Sekretion einhergehen, wird die Scheide mehr oder weniger von Entzündung ergriffen. Endlich wird die diphtheritische Form der S. zuweilen nach allgemeinen Infektionskrankheiten (Scharlach, Masern) beobachtet. Die Behandlung besteht in Ausspülungen der Scheide mit desinfizierenden oder adstringierenden Mitteln und in den Fällen von Scheidenentzündungen, die sekundären Ursprungs sind, in der Beseitigung des ursächlichen Moments (Entfernung des Fremdkörpers, Behandlung des Gebärmutterkatarrhs etc.).
 
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Scheidenflügler, s. Meyers Käfer.
 
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Scheidenkatarrh, ansteckender (Knötchenseuche), eine erst in den 1890er Jahren bekannt gewordene, seitdem aber weitverbreitete, ansteckende Geschlechtskrankheit der Rinder. Es entsteht eine heftige, schmerzhafte Entzündung der Scheidenschleimhaut mit allgemeiner Rötung, schleimig-eiterigem Belag und eigenartiger Knötchenbildung sowie Ausfluß. Der S. ist schwer heilbar, erfordert tierärztliche Behandlung und bedingt sehr oft Fehlgeburt und folgende Unfruchtbarkeit. Die Übertragung erfolgt sowohl von kranken Kühen auf gesunde durch Vermittelung der Abgänge, der Streu etc., als namentlich bei der Begattung, indem der Bulle beim Sprung von einer kranken Kuh den Ansteckungsstoff empfängt und diesen, ohne selbst zu erkranken, auf gesunde Kühe überträgt. Zur Vorbeuge empfiehlt sich desinfizierende Waschung der Rute des Bullen vor, bez. nach dem Sprung, eine Maßregel, die sich auch wegen der Möglichkeit der Übertragung andrer Ansteckungsstoffe namentlich dann empfiehlt, wenn ein Bulle für Kühe verschiedener Ställe oder neuzugekaufte Tiere verwendet wird. Der ebenfalls durch den Geschlechtsakt übertragbare Meyers Bläschenausschlag (s. d.) unterscheidet sich vom S. durch seine Gutartigkeit, Fehlen der Eiterung und Knötchenbildung sowie freiwillige Heilung. Nach dem Auftreten des Scheidenkatarrhs im Stall ist Reinigung und Desinfektion nötig. Noch gefährlicher, oft tödlich und sehr ansteckend ist die seltene Scheidennekrose, bei der sich ein filziger, rauher Belag auf der Schleimhaut bildet.
 
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Scheidenklappe, s. Meyers Scheide.
 
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Scheidenmuschel, soviel wie Messerscheide.
 
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Scheidennekrose, s. Meyers Scheidenkatarrh.
 
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Scheidenschnabel (Chionis Forst.), Watvögelgattung aus der Familie der Scheidenschnäbel (Chionididae), hühnerähnliche Vögel mit mittellangem.

[Bd. 6, Sp. 725]


Schnabel, knöcherner oder horniger Schuppe auf den Nasenlöchern, langen, spitzen Flügeln, mäßig langem Schwanz und kurzen, kräftigen Läufen. Die beiden Arten C. alba Forst. und C. minor Hartl. sind weiß, leben auf den Inseln des antarktischen Ozeans, nördlich bis Kerguelenland, und nähren sich von Eiern und Jungen der Pinguine, von niedern Seetieren und Aas.
 
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Scheidenvorfall (Prolapsus), das Heraustreten eines Teiles oder der ganzen Wand der Scheide aus ihrer natürlichen Lage infolge einer Erschlaffung der normalen Befestigungen und des Organs selbst, kommt fast nur bei Frauen vor, die geboren haben, und namentlich bei zu frühem Verlassen des Wochenbettes. Prädisponierend wirken Dammriß oder anderweitige Verwundung. Längere Zeit bestehender und hochgradiger S. hat Gebärmuttervorfall zur Folge. Der S. erzeugt lästiges Ziehen und Drängen, die Funktionen der Blase und des Mastdarms sind gestört, auch entstehen hartnäckige Katarrhe der Scheide und Gebärmutter. Ein kleiner S. läßt sich zuweilen durch ein eingelegtes Pessar zurückhalten, meist ist aber Beseitigung des Vorfalls durch Operation erforderlich.
 
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Scheiderze, s. Meyers Aufbereitung, S. 86.
 
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Scheideschlamm, s. Meyers Zucker.

 

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