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Scheda bis Scheel (Bd. 6, Sp. 717 bis 718)
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Artikelverweis Scheda (lat., v. Griech.), ein abgerissenes Stück besonders von der Papierstaude, um darauf zu schreiben; daher ein einzelnes Blatt, im Gegensatz zu einem Buch; erga schedam (oder schedulam), »gegen einen Zettel«, d. h. einen Erlaubnisschein (verbotene Bücher erhalten); Schedendisputation, s. Meyers Disputation und Schedula.
 
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Schede, 1) Paul, genannt Melissus, neulat. Dichter, geb. 20. Dez. 1539 zu Melrichstadt in Franken, gest. 3. Febr. 1602 in Heidelberg, studierte 155759 in Jena, seit 1561 in Wien, wo er zum Dichter gekrönt wurde, ließ sich nach mancherlei Wanderungen 1571 in Heidelberg nieder, lebte 157780 in Italien, dann in verschiedenen Städten Deutschlands, ging 1585 nach England und wurde 1586 Bibliothekar in Heidelberg. Seine Gedichte erschienen unter den Titeln: »Pauli Melissi schetiasmata poëtica« (Heidelb. 1574; vermehrte Ausg., Par. 1586); »Odae palatinae« (Heidelb. 1588); »Meletematum piorum libri VIII« (1595). Auch veröffentlichte er eine Übersetzung der »Psalmen in deutschen Gesangreimen« (Heidelb. 1572). Vgl. O. Taubert, Paul S. (Torgau 1864).
   2) Max, Mediziner, geb. 7. Jan. 1844 in Arnsberg, gest. 31. Dez. 1902 in Bonn, studierte in Halle, Heidelberg und Zürich, wurde 1868 Assistent an Volkmanns Klinik in Halle, habilitierte sich daselbst 1872 als Privatdozent für Chirurgie, wurde 1875 Direktor der chirurgischen Abteilung des Berliner Krankenhauses am Friedrichshain, 1880 Oberarzt der chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Hamburg und 1895 Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Universitätsklinik in Bonn. S. war Mitbegründer der neuen Orthopädie und hochverdient um die Entwickelung der Chirurgie. Er schrieb: »Allgemeines über Amputationen, Exartikulationen und künstliche Glieder« (in Pitha-Billroths »Handbuch der allgemeinen und speziellen Chirurgie«, 1882); »Die chirurgische Behandlung der Erkrankungen des Brustfells und des Mittelfellraums« (in Pentzold-Stintzings »Handbuch der Therapie«, Bd. 3) und »Die Chirurgie der peripheren Nerven und des Rückenmarks« (ebenda, Bd. 5, 3. Aufl., Jena 1902); »Die angeborne Luxation des Hüftgelenks« (Hamb. 1900). Mit Lesser und Tillmanns gründete er 1874 das »Zentralblatt für Chirurgie«, das er bis 1880 redigierte.
 
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Schedel, Hartman, Geschichtschreiber, geb. 13. Febr. 1440 in Nürnberg, gest. daselbst 28. Nov. 1514, widmete sich, humanistisch gebildet, in Italien dem Studium der Medizin, wurde dort 1466 Doktor der Medizin, lebte dann in Nürnberg, Nördlingen, Amberg und gab 1493 eine mit über 2000 Holzschnitten gezierte lateinische Weltchronik: »Liber chronicarum« (als Prachtwerk von Koberger gedruckt), die bis 1492 reicht, heraus. Der ganze weltgeschichtliche Stoff ist in sechs Weltaltern dargestellt, von denen aber das sechste einen breitern Raum einnimmt als die ersten fünf zusammen. 1494 erschien eine deutsche Übersetzung von Georg Alt, und 14961500 folgten in Augsburg drei Nachdrucke. Vgl. V. v. Loga, Die Städteansichten in H. Schedels Weltchronik (Leipziger Dissertation 1888).

[Bd. 6, Sp. 718]



 
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Scheder, Georg, deutscher Admiral, geb. 19. April 1853 in Schweidnitz. trat 1870 in die Marine, wurde 1874 Leutnant zur See, 1885 Kapitänleutnant, 1891 Korvettenkapitän, 1897 Kapitän zur See, unternahm größere Reisen mit der Niobe, Hela, Gazelle und Elisabeth (um die Welt), befehligte in Australien den kleinen Kreuzer Bussard, war dann drei Jahre zum Oberkommando der Marine kommandiert und hatte den Befehl über die Linienschiffe Bayern und Kaiser Wilhelm II. Seit Herbst 1900 Chef des Stabes der Marinestation der Nordsee in Wilhelmshaven, erhielt S. 1902 den Befehl über das deutsche Geschwader in den venezolanischen Gewässern, das vom Dezember 1902 bis Februar 1903 die Küste von Venezuela blockierte (vgl. Deutschland, S. 835). Anfang 1904 wurde S. als Konteradmiral zum Inspekteur der zweiten Marineinspektion ernannt und bekleidete 19041905 den Posten eines Oberwerftdirektors in Kiel.
 
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Schedewitz, Dorf in der sächs. Kreis- und Amtsh. Zwickau, an der Zwickauer Mulde und der Staatsbahnlinie Werdau-Aue, mit Zwickau durch eine elektrische Straßenbahn verbunden, hat eine evang. Kirche, Kammgarnspinnerei, Porzellanfabrik, mechanische Weberei und Färberei, Fabrikation von keramischen und Glasfarben, Steinkohlenbergbau und (1905) 5656 Einw. S. ist Sitz des Erzgebirgischen Steinkohlenaktienvereins.
 
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Schedĭasma (griech.), das aus dem Stegreif nachlässig Gesagte, Geschriebene, Ausgeführte.
 
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Schedĭr, der hellste Stern (α) in der Kassiopeja, ein veränderlicher Stern, dessen Helligkeit zwischen 2,2. und 2,8. Größe schwankt.
 
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Schédo Ferrōti, Pseudonym, s. Meyers Fircks 1).
 
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Schedŭla (lat.), Diminutiv von Meyers Scheda (s. d.), Zettel, Blättchen. Pro s. disputieren, auf Universitäten: gedruckte Thesen öffentlich verteidigen.
 
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Scheel, Mineral und Metall, s. Meyers Wolfram.
 
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Scheel, Hans von, Nationalökonom, geb. 29. Dez. 1839 in Potsdam, gest. 27. Sept. 1901 in Berlin, studierte in Halle, Jena und Berlin, habilitierte sich 1867 für Nationalökonomie in Halle, ward 1868 Assistent seines Lehrers Bruno Hildebrand am Statistischen Bureau in Jena, 1869 Lehrer der Nationalökonomie an der landwirtschaftlichen Akademie zu Proskau i. Schl., 1871 als Professor der Staatswissenschaften an die Universität Bern, von da 1877 als Regierungsrat und Mitglied des Statistischen Amtes des Deutschen Reiches nach Berlin berufen und im April 1891 zum Direktor desselben ernannt. Er schrieb außer zahlreichen Abhandlungen in Zeitschriften: »Die Theorie der sozialen Frage« (Jena 1871), eine der ersten Begründungen der neuern (sogen. kathedersozialistischen) Richtung der Volkswirtschaftslehre in Deutschland, »Die soziale Frage« (Bern 1873), »Erbschaftssteuern und Erbrechtsreform« (Jena 1875), »Eigentum und Erbrecht« (Berl. 1877), »Unsre sozialpolitischen Parteien« (Leipz. 1878), »Die deutsche Volkswirtschaft am Schlusse des 19. Jahrhunderts« (Berl. 1900) und veranstaltete eine deutsche Bearbeitung von M. Blocks »Traité de statistique« (zugleich als »Handbuch der Statistik des Deutschen Reichs«, Leipz. 1879). Auch gab er Übersetzungen von Ingram: »Die notwendige Reform der Volkswirtschaftslehre« (Jena 1879), und Morselli: »Der Selbstmord« (Leipz. 1881), heraus. In Schönbergs »Handbuch der politischen Ökonomie« schrieb er die Abhandlungen über Sozialismus und Erwerbseinkünfte des Staates.

 

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