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Schauhing bis Schaumann (Bd. 6, Sp. 707 bis 708)
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Artikelverweis Schauhing, Departementshauptstadt (Fu) in der chines. Provinz Tschekiang, nahe der Südküste der Bai von Hangtschou, an einem diese Bai mit dem Fluß Tsientang verbindenden Kanal, mit Tempel des Yü und einer angeblich über 4000 Jahre alten Inschrift, soll ohne die Vorstädte 500,000 Einw. haben.
 
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Schauinsland, Gipfel des Erzkasten im südlichen Schwarzwald, südöstlich von Freiburg i. Br., 1286 m ü. M., mit Wirtshaus und großartiger Aussicht bis zum Montblanc.
 
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Schaukal, Richard, Schriftsteller, geb. 27. Mai 1874 in Brünn, studierte die Rechte in Wien, wurde 1898 zum Dr. jur. promoviert, bekleidete verschiedene Ämter bei der Verwaltung und lebt zurzeit als Sekretär der Statthalterei Mähren in Wien. S. trat zunächst mit einigen Gedichtbänden hervor, die Gutes verhießen: »Gedichte« (Dresd. 1893), »Verse« (Brünn 1896), »Meine Gärten« (Berl. 1897), »Tristia« (Leipz. 1898), »Tage und Träume« (das. 1899; 2. Ausg. u. d. T.: »Das Buch der Tage und Träume«, das. 1902), »Sehnsucht« (Münch. 1900), denen er »Pierrot und Colombine, oder das Lied von der Ehe« (Leipz. 1902) und die viel Treffliches enthaltenden »Ausgewählten Gedichte« (das. 1904) folgen ließ. Zugleich machte er sich durch dramatische Szenen, wie »Einer, der seine Frau besucht« (Linz 1902) und »Vorabend« (Leipz. 1902), novellistische Darstellungen, wie »Interieurs aus dem Leben der Zwanzigjährigen« (das. 1901), »Von Tod zu Tod und andre kleine Geschichten« (das. 1902), »Mimi Lynx« (das. 1904), »Großmutter. Ein Buch von Leben und Tod« (Stuttg. 1906), »Kapellmeister Kreisler. Dreizehn Vigilien aus einem Künstlerdasein« (Münch. 1906), die Novellensammlung »Eros Thanatos« (Wien 1906) sowie durch die kunstphilosophischen Abhandlungen: »Giorgione, oder Gespräche über die Kunst« (Münch. 1906), »Literatur. Drei Gespräche« (das. 1906), »Leben und Meinungen des Herrn Andreas von Baldesser, eines Dandy und Dilettanten« (das. 1907), ferner durch ein geschicktes Heine-Breviarium (»Heinrich Heine in seinen Liedern«, Berl. 1897) und durch wohlgelungene Übersetzungen von Gedichten Verlaines, Heredias, Baudelaires u. a. bekannt.
 
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Schaukelbrücken, s. Meyers Brücke, S. 482.
 
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Schaukelfeste, ehemals bei Griechen, Römern und Slawen (Litauern) beliebte Frühlingsfeste, bei denen alles Volk in den Hain zog, um sich zu schaukeln und die Bäume voller Schaukelfiguren (oscilla der Römer) zu hängen. Es war ein Fest der ergrünenden Wälder und mildern Lüfte, das in den südslawischen Ländern (Bulgarien, Serbien) noch heute am St. Georgstag (23. April) gefeiert wird. Litauer, Preußen, Letten und Esthen priesen dabei einen besondern Schaukelgott Ligo.
 
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Schaukelgeräte, Turngeräte, die in Schwingung versetzt werden können. So die Wippe, ein leichter Balken, der in seiner Mitte an einem aufrechten Ständer, etwa in Kopfhöhe der Übenden, auf und ab drehbar angebracht ist, mit Querhölzern an den Enden zum Greifen der Hände; oder auch ein in geringerer Höhe entsprechend drehbares Brett zum Auftreten.

[Bd. 6, Sp. 708]


Andre S. hängen frei an Seilen oder Ketten, wie insbes. das Schaukel- oder Schwebereck (Trapez), die vielbenutzten Schaukelringe und die (an den vier Enden getragene) Schaukeldiele.
 
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Schaukelsteine, s. Meyers Granit, S. 228, und Tafel Meyers »Absonderung der massigen Gesteine«, Fig. 1.
 
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Schaukelturm, s. Meyers Panzerturm.
 
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Schaulinie, soviel wie Meyers Diagramm (s. d.).
 
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Schaum, eine Ansammlung von Luftbläschen, die durch dünne Flüssigkeitshäutchen voneinander getrennt sind. Man kann S. erzeugen, wenn man durch eine etwas zähe Flüssigkeit Luftblasen aufsteigen läßt; die Luftblasen sammeln sich dann an der Oberfläche, abgegrenzt durch ein Flüssigkeitshäutchen, sie nehmen zunächst die Gestalt von sphärischen oder sphäroidischen Segmenten an, die sich bei gegenseitiger Berührung in Polygone verwandeln. Sehr reichlich bildet sich S., wenn eine Flüssigkeit unter hohem Druck Gas gelöst enthält und der Druck plötzlich aufgehoben wird, indem sich dann in der Flüssigkeit zahllose Gasbläschen bilden. So schäumt Mineralwasser, Champagner, Bier etc., und der S. ist um so konsistenter, je zäher die Flüssigkeit ist. In derselben Weise schäumen viele Flüssigkeiten beim Erhitzen, wobei sich in der Flüssigkeit viele Dampfbläschen entwickeln. Man kann aber auch S. erzeugen, wenn man Flüssigkeiten in halb gefüllten Gefäßen mit Luft schüttelt. Gummi, Eiweißkörper, welche die Flüssigkeiten schleimig machen, befördern die Schaumbildung, besonders aber Seife und Saponin. Sehr lästig ist das Schäumen in der Technik, z. B. beim Kochen von Zuckerrübensaft. Um es zu unterdrücken, setzt man wenig Butter oder Paraffin zu. Auch bringt man über dem Spiegel der siedenden Flüssigkeit ein Dampfrohr an, aus dessen zahlreichen seinen Öffnungen gespannter Dampf in horizontalen Strahlen ausströmt (Schaumschläge). In der Küche werden Sahne und Eiweiß zu S. geschlagen, indem man mit einer Rute oder einem schnell rotierenden Drahtgestell die Flüssigkeit mit Luft innig zu mischen sucht.
 
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Schaumann, 1) Adolf Friedrich Heinrich, deutscher Geschichtsforscher, geb. 19. Febr. 1809 in Hannover, gest. daselbst 10. Dez. 1882, studierte die Rechte, lebte bis 1837 in seiner Vaterstadt als Rechtsanwalt, ward aber nach Veröffentlichung seines Werkes »Geschichte des niedersächsischen Volkes bis 1180« (Göttingen 1838), das ihm den für das große Jubiläum der Universität Göttingen ausgeschriebenen großen Preis eintrug, Bibliotheksekretär, dann außerordentlicher Professor der Geschichte und Diplomatik in Göttingen, 1851 ordentlicher Professor in Jena und war 185367 Oberbibliothekar und Historiograph des Königreichs Hannover. Außer dem genannten Buch schrieb er: »Über das Chronicon Corbejense« (Götting. 1839); »Geschichte des zweiten Pariser Friedens« (das. 1844); »Geschichte der Grafen von Balkenstein« (Berl. 1847); »Die Akten des ersten schriftlichen Prozesses nach römisch-kanonischen Formen« (Jena 1850); »Handbuch der Geschichte der Lande Hannover und Braunschweig« (Hannov. 1864); »Geschichte der Erwerbung der Krone Großbritanniens von seiten des Hauses Hannover« (das. 1878); »Sophie Dorothea, Prinzessin von Ahlden und Kurfürstin Sophie von Hannover« (das. 1879).
   2) Heinrich, Maler, geb. 2. Febr. 1841 in Tübingen, gest. 6. Juli 1893 in Stuttgart, bezog 1858 die königliche Kunstschule in Stuttgart, studierte dann an der Tierarzneischule Anatomie und siedelte 1864 nach München über, wo er als Genre- und Tiermaler tätig war. Später nahm er wieder seinen Wohnsitz in Stuttgart. S. bereiste wiederholt England, Frankreich, die Niederlande und Italien. Von seinen Gemälden sind hervorzuheben: Affe mit einem Hunde spielend (München, Neue Pinakothek), Kirchweihe, Ertappt, landwirtschaftliche Preisverteilung, Brotneid, der Hochzeitlader (Galerie in St. Gallen), der Jongleur, Volksfest in Kannstatt (Staatsgalerie in Stuttgart), der Hahnentanz, Bärentreiber in einem schwäbischen Dorf u. a. Auch war er ein geschickter Zeichner und Illustrator und lieferte einen Zyklus Typen vom Kannstatter Volksfest.

 

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