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Schäufelein bis Schaugebilde (Bd. 6, Sp. 707)
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Artikelverweis Schäufelein (Schäufelin), Hans Leonhard, Maler, geb. vor 1490 in Nürnberg, war dort bis 1505 Schüler und Gehilfe Dürers, 1512 in Augsburg tätig, erhielt 1515 in Nördlingen das Bürgerrecht und starb um 1540 daselbst. Schäufeleins Kunstweise steht ganz unter dem Einfluß Dürers, seine Zeichnung und sein Kolorit sind aber oft handwerksmäßig, und seine Charakteristik leidet an Übertreibung. Seine Hauptwerke sind: das Abendmahl (1511, Berliner Galerie), Altarwerk mit der Krönung Mariä (1513, Klosterkirche in Anhausen), Belagerung von Bethulia mit der Geschichte von Judith und Holofernes (1515, Wandgemälde im Rathaus zu Nördlingen), der Zieglersche Altar mit der Beweinung Christi (Georgskirche daselbst, vier Tafelbilder davon im Rathaus). Neben Burgkmair war S. der fruchtbarste Zeichner für den Holzschnitt seiner Zeit; außer 118 Blättern für den »Theuerdank« und einer Passion in 35 Blättern (1507) hat er eine Menge Illustrationen für die Offizinen Schönspergers, Othmars, Leonhard Steiners, Weißenhorns in Augsburg, Pinders in Nürnberg etc. geliefert. Sein Sohn Hans, ebenfalls Maler, ließ sich in Freiburg in der Schweiz nieder. Vgl. Thieme, Hans Leonhard Schäufeleins malerische Tätigkeit (Leipz. 1892).
 
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Schaufelgeweih, s. Meyers Geweih, S. 781.
 
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Schaufelkünste, s. Meyers Paternosterwerke.
 
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Schaufeln, die Gehörne des Elch- und Damwildes, s. Meyers Geweih; auch soviel wie Schaufelzähne.
 
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Schaufelrad, s. Meyers Dampfschiff, S. 461.
 
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Schaufelschlagsrecht, eine Grunddienstbarkeit des Inhalts, daß der Mühlenbesitzer von den Ufereigentümern verlangen kann, daß er zur Reinigung des Wasserlaufes die Ufergrundstücke betreten und auf sie Schlamm, Sand etc. werfen darf.
 
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Schaufelwein, Wein aus gelüftetem (mit Rührschaufeln bearbeitetem) Most.
 
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Schaufelwerk, s. Meyers Paternosterwerke.
 
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Schaufelzähne, die breiten Vorderzähne der Wiederkäuer etc.; dann die breiten Zähne, welche die Schafe mit dem Alter statt der spitzigen Milchzähne bekommen.
 
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Schaufler, alter Elch- oder Damhirsch (wegen des schaufelförmigen Geweihes); s. Meyers Geweih, S. 781.
 
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Schaugebilde (Schauapparate, hierzu Tafel Meyers »Schaugebilde« nebst Textbeilage), die durch ihre abweichende Färbung von den blattgrün gefärbten Teilen lebhaft sich abhebenden Organe des Pflanzenkörpers. Durch die auffällige Farbe werden solche Tiere, deren Besuch der Pflanze in irgend einer Weise nutzbringend ist, aufmerksam gemacht und zu denjenigen Organen der Pflanze hingelockt, deren normale Funktion von der Mitwirkung der Tiere abhängig ist. Besonders bedeutungsvoll ist für die große Mehrzahl der Blütenpflanzen der Insektenbesuch zur Vermittelung der Blütenbestäubung. Dementsprechend sind meistens bestimmte Teile der einzelnen Blüte als S. entwickelt (florale S.), oder es treten zahlreiche an sich unscheinbare Einzelblüten zu auffälligen Blütenständen zusammen, die bisweilen in ihrer Gesamtgestalt die Form großer Einzelblüten nachahmen (Blumen höherer Ordnung, z. B. die Köpfchen der Kompositen), oder es werden gewisse der Blütenregion benachbarte Teile der Pflanze durch Form und Farbe als S. ausgezeichnet (extraflorale S.). Auch bei der Samenverbreitung (s. Meyers Aussaat, natürliche) wird in vielen Fällen die Mitwirkung von Tieren nutzbar gemacht, und es finden sich demnach auch an oder bei Früchten und Samen mancherlei S. entwickelt. Eine Anzahl auffälliger S. sind auf der Tafel dargestellt. Auffällige, vom Grün abweichende Färbung findet sich auch bei manchen Laubblättern (s. Meyers Buntblätterigkeit und Tafel Meyers »Blattpflanzen II«, Fig. 12, 14, 16 u. 17). In diesen Fällen dürften die bunten Farben laubfressende Tiere vom Genuß abschrecken, auch wird wohl durch sie eine höhere Erwärmung der Blattfläche und damit eine Förderung der Transpiration bewirkt. Weiteres s. im Textblatt zu beifolgender Tafel.

 

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