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Schau bis Schaueinrichtungen (Bd. 6, Sp. 705 bis 706)
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Artikelverweis Schau, veraltetes Notzeichen der Schiffe, besteht aus der in der Mitte zusammengebundenen Nationalflagge (»die Flagge im S. setzen«).
 
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Schau., bei Pflanzennamen Abkürzung für Johann Konrad Schauer, geb. 16. Febr. 1813 in Frankfurt a. M., gest. 24. Okt. 1848 als Professor in Greifswald. Myrtazeen, Verbenazeen.
 
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Schauanstalten (Beschauanstalten), öffentliche Anstalten, in denen gewisse Waren vor ihrem Übergang in den Verkehr geprüft und, wenn sie gut befunden, gestempelt werden. Sie sollen dem Käufer eine Sicherheit geben, die er sich selbst nicht zu verschaffen vermag, oder auch den guten Ruf der Gewerbtätigkeit eines Landes oder Platzes wahren. S. waren früher vielfach in Gebrauch, auch wurde ihre Benutzung befohlen und der Verkauf ungestempelter Waren verboten. Beispiele sind die Konditionieranstalten und Leggen.
 
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Schauapparate der Pflanzen, s. Meyers Schaugebilde.
 
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Schauarzt (Leichenschauer), s. Meyers Leichenschau.

[Bd. 6, Sp. 706]



 
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Schaubach, Adolf, Alpenforscher, geb. 30. Jan. 1800 in Meiningen, gest. 28. Nov. 1850 als Lehrer an der Stadtschule daselbst; bekannt als Verfasser des wegen der klaren Darstellung der topographischen Verhältnisse und der farbenreichen Naturschilderungen noch jetzt geschätzten, grundlegenden Werkes »Die deutschen Alpen« (Jena 184547, 5 Bde.; teilweise auch als »Handbuch für Reisende« besonders erschienen, 2. Aufl. 186571), in dem er die Ergebnisse 20jähriger Reisestudien niederlegte.
 
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Schaube, ein weiter, faltiger, vorn durchaus offener Rock, der im 15. Jahrh. aufkam, um den darunter getragenen Scheckenrock (s. Meyers Hänslein) sichtbar zu machen. Die zuerst sehr einfache Form der S. war im Laufe der Zeiten mannigfachen Umgestaltungen unterworfen, besonders am Schnitt und Ausputz der sehr weiten Ärmel und des Kragens sowie an der Länge des Rockes. Anfänglich reichte sie bei dem begüterten Bürgerstand bis auf die Knie (Fig. 1), bei den höchsten Ständen dagegen bis zu den Knöcheln herab (Fig. 2). Ein Besatz von Pelz wurde sehr bald charakteristisch für sie; vgl. auch Tafel Meyers »Kostüme II«, Fig. 6 u. 8. Erst allmählich ging sie auch auf die Frauen über, bei denen sie eine schleppenartige Verlängerung erhielt. Als Galakleid wurde die S. auch bei den Vornehmen im 16. Jahrh. kürzer, bekam gepuffte Unterärmel und offene Oberärmel, bei Gelehrten einen halbstehenden Kragen und Koller. Der schaubenartige Überwurf erhielt sich durch das 17. Jahrh., auch dann noch als Amtskleid.
 
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Schaubrote (hebr. lechem happanīm, Denkbrote), zwölf ungesäuerte Brotkuchen aus Weizenmehl, nach der Zahl der zwölf israelitischen Stämme, wurden von den Kehathiten für jeden Sabbat neu bereitet, im Heiligen der Stiftshütte und des Tempels auf einem mit Goldblech überzogenen, mit einem Goldkranz umzogenen Tisch (Schaubrottisch, schulchan happanĭm) von Akazienholz mit Weihrauch in zwei Reihen aufgestellt und fielen den Priestern zu. Jedes Brot war 10 Handbreit lang, 5 Handbreit breit und 7 Fingerbreit dick. Vgl. 3. Mos. 24, 4 ff.
 
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Schauder (Schauer), eine reflektorische Zusammenziehung der Haut, womit eine zitternde Bewegung verbunden ist. Schrecken und Furcht sind die gewöhnlichen Ursachen, doch tritt S. auch z. B. beim Urinlassen ein, wenn die leeren Blasenwände sich berühren, ebenso bei der Einführung des Katheters in die Blase. Bei Pferden sieht man deutlich die Zuckungen der stark entwickelten Hautmuskeln beim S. Über einen geringern Grad von S., den Schauer, s. Meyers Frost.
 
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Schaudinn, Fritz, Zoolog, geb. 19. Sept. 1871 zu Röseningken in Ostpreußen, gest. 22. Juni 1906 in Hamburg, studierte in Berlin, wurde 1894 Assistent von Eilhard Schulze am Zoologischen Institut, habilitierte sich 1898 als Privatdozent an der Universität und unternahm mit Römer auf dem Dampfer Helgoland eine Expedition nach Spitzbergen, die zu einer umfassenden Bearbeitung der arktischen Fauna führte (»Fauna arctica«, Jena 1900 ff.). Seit 1892 hatte S. mit großem Erfolg über Protozoen gearbeitet und namentlich phylogenetische Spekulationen einer Stammesgeschichte der Kernteilung verfolgt, seit 1896 widmete er sich mit Siedlecki der Erforschung pathogener Protozoen und entdeckte den Generationswechsel der Coccidien. 1900 wurde er in das kaiserliche Gesundheitsamt berufen, erhielt den Auftrag, ein von ihm zu leitendes Institut für Protozoenkunde in Lichterfelde zu errichten, und wurde zunächst an die Zoologische Station in Rovigno entsandt, um seine Protozoenforschungen fortzuführen und namentlich das Malariaproblem vom zoologischen Standpunkt zu studieren. Von seinen zahlreichen anderweitigen Untersuchungen sind besonders die über den Erreger der Dysenterie und über den Generationswechsel von Trypanosoma und Spirochaete hervorzuheben. 1904 kehrte S. nach Berlin zurück, 1905 entdeckte er in der Spirochaete pallida den Syphiliserreger, und 1906 ging er als Leiter der Protozoenabteilung am Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten nach Hamburg. Für das Sammelwerk »Deutsch-Ostafrika« (Bd. 4, Berl. 1898) bearbeitete er die Rhizopoden und für das »Tierreich« die Heliozoen (das. 1896). 1902 begründete er das »Archiv für Protistenkunde« (Jena) und 1906 die »Freie Vereinigung für Mikrobiologie«.
 
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Schaueinrichtungen der Pflanzen, soviel wie Meyers Schaugebilde (s. d.).

 

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