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Schatzfunde bis Schau (Bd. 6, Sp. 705)
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Artikelverweis Schatzfunde, s. Meyers Depotfunde.
 
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Schatzhäuser, sogenannte, s. Meyers Kuppelgräber.
 
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Schatzkammer, s. Meyers Schatz und Meyers Exchequer.
 
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Schatzlar, Stadt in Böhmen, Bezirksh. Trautenau, 607 m ü. M., am Ostfuß des Rehorngebirges (1033 m), nahe der preußischen Grenze, an der Staatsbahnlinie Königshan-S., Sitz eines Bezirksgerichts, hat ein hochgelegenes altes Schloß, ein Krankenhaus, bedeutenden Steinkohlenbergbau (1905: 257,900 Ton. Produktion), Glas-, Porzellan- und Dachpappenfabrik, Flachsgarnspinnerei, Bierbrauerei und (1900) 3052 deutsche Einwohner.
 
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Schatzmünzen, nicht für den Umlauf geeignete große Geldstücke aus seinem Gold oder Silber, als Schatz oder Heckepfennig, zu Paten-, Hochzeitsgeschenken u. dgl. dienend; so 420 Dukaten wertende Goldabschläge von österreichischen Talerstempeln; vgl. auch Portugalöser. In Braunschweig mußten zeitweise die Besitzenden schwere Silbermünzen gegen bares Geld einlösen und für Landesnöte aufbewahren (s. Meyers Juliuslöser).
 
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Schatzorden (Orden des glücklichen geheiligten Schatzes, Zui ho scho, der sogen. Spiegelorden), japan. Orden, gestiftet 3. Jan. 1888 durch Kaiser Mutsuhito, mit acht Klassen. Die Dekoration besteht aus einem kreuzartigen Stern mit 20 ungleich langen goldenen, weißemaillierten Strahlen um ein mit doppeltem goldenen Rand eingefaßtes dunkelblaues Medaillon, in dem ein sternförmiger Spiegel sich befindet. Der Orden wird am blauen, mit zwei blaßroten Streifen geränderten Bande getragen.
 
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Schatzscheine (Schatzanweisungen, Schatzkammerscheine, Staatskreditzettel) sind zuerst in England 1696 durch Montague zum Zweck der Münzumwandlung, in Preußen 1866 eingeführte Anweisungen der Finanzverwaltung auf die Staatskasse, die ein augenblickliches Mißverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben begleichen sollen und daher nur auf kurze Zeit ausgegeben werden. S. dienen zur Antizipation sicher eingehender, aber noch nicht fälliger Jahreseinnahmen. Sie haben deshalb die Bedeutung einer schwebenden Schuld. Darum kann auch die Ausgabe, wenn sie einen zu hohen Betrag erreicht, leicht dadurch gefährlich werden, daß sie beim spätern Mangel an Deckungsmitteln die Umwandlung der schwebenden Schuld in eine stehende und so leicht eine stetige Vergrößerung der letztern veranlaßt. Die S. sind entweder unverzinslich und werden dann wie Wechsel gleich gegen Abzug des Diskonts begeben, oder sie werfen einen festen Zins ab, der bei Ablauf des Scheines mitbezahlt, bei länger laufenden Scheinen mittels halbjähriger Coupons erhoben wird. Dieser je nach der Lage des Geldmarktes bemessene Zins ist meist geringer als der von langsichtigen Staatsschulden, da die S. gern zu vorübergehender Anlegung großer Kassenbestände von Bank- und Handelshäusern benutzt werden. Im Deutschen Reiche werden S. nach Bedarf innerhalb der vom Reiche festgestellten Grenze gewöhnlich in Stücken von 1000, 10,000, 50,000 und 100,000 Mk. mit einer 12 Monate nicht übersteigenden Umlaufszeit ausgegeben; der Zinsfuß wird durch den Reichskanzler festgesetzt, ihre Ausgabe und Einlösung erfolgt durch die Reichsschuldenverwaltung. Ende 1903 waren 80 Mill. Mk. verzinsliche und 430 Mill. Mk. unverzinsliche Schatzanweisungen ausgegeben. Die S. heißen in Österreich Meyers Salinenscheine (s. d.), in England Meyers Exchequer-Bills (s. d.), in Frankreich Bons du trésor (s. Meyers Bon), in Italien Buoni di tesoro.
 
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Schatzung, ein alter, noch heute mehrfach üblicher Ausdruck für die nach einem Anschlag (einer Schätzung) des Vermögens oder Einkommens erhobene Steuer; daher beschatzen, schatzen (davon auch brandschatzen). Schatzungsrat, in Baden eine bei der Steuerbemessung mitwirkende Behörde.
 
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Schätzung, soviel wie Meyers Taxation (s. d.).
 
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Schätzungseid (Würderungseid, Juramentum in litem) hieß im frühern Prozeßrecht die eidliche Abschätzung des Interesses durch die Partei, die eintrat, wenn die zur Herausgabe einer Sache verurteilte Gegenpartei diese verweigerte oder der Richter infolge des vom Gegner verschuldeten Untergangs der Sache keinen Maßstab für deren Abschätzung hatte. Die deutsche Zivilprozeßordnung hat die bisherigen Vorschriften über den S. aufgehoben; das Gericht darf aber (nach § 287) in gewissen Fällen dem Beweisführer die eidliche Schätzung des Schadens oder des Interesses anordnen. Dann hat das Gericht zugleich den Betrag zu bestimmen, den die eidliche Schätzung nicht übersteigen darf. Auch für Österreich wurde der S. durch die Zivilprozeßordnung beseitigt; der richterlichen Feststellung des Betrages des Schadens etc. kann aber nach § 273 die eidliche Vernehmung einer der Parteien über die für die Bestimmung des Betrages maßgebenden Umstände vorausgehen.
 
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Schau, veraltetes Notzeichen der Schiffe, besteht aus der in der Mitte zusammengebundenen Nationalflagge (»die Flagge im S. setzen«).

 

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