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Daunus bis Davel (Bd. 4, Sp. 545 bis 546)
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Artikelverweis Daunus, s. Daunia.
 
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Dauphin (franz., spr. dofäng, lat. Delphinus), war ursprünglich und zwar seit dem Grafen Guigo IV. von Viennois (1140), der einen Delphin als Schildzeichen geführt haben soll, Herrschertitel der Grafen von Vienne, der souveränen Herren des Dauphiné in Frankreich und später Titel des präsumtiven Thronerben von Frankreich. Humbert II. vermachte nämlich 1349 das Dauphiné an Karl von Valois, den Enkel Philipps VI. von Frankreich, unter der Bedingung, daß der älteste Sohn des Königs stets diesen Titel führen sollte (s. Meyers Dauphiné). Noch unter Ludwig XI. hatte der D. bedeutende, fast souveräne Rechte; später sank die Würde zum bloßen Titel herab, bis nach der Julirevolution auch dieser abgeschafft wurde. Der letzte, der ihn führte, war der Herzog von Angoulême, ältester Sohn Karls X. Die Gemahlin des Dauphins hieß Dauphine. Auch die Grafen von Auvergne führten früher den Titel D., wenigstens vom Grafen Wilhelm VIII. im 12. Jahrh. an. Zum Gebrauch für den Unterricht des Dauphins (in usum Delphini) ließ Ludwig XIV. von dessen Lehrern, Bossuet und Huet, unter der Aussicht des Gouverneurs des D., des Herzogs von Montausier, eine Ausgabe der römischen und griechischen Klassiker besorgen, die mit Ausnahme des Ovid, der zu Lyon gedruckt wurde, in 64 Quartbänden zu Paris 16741730 erschien, und in der alle sogen. anstößigen Stellen beseitigt waren. Vgl. Druon, Histoire de l'éducation des princes dans la maison des Bourbons de France (Par. 1897, 2 Bde.).
 
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Dauphiné (spr. dofi-, Delphinatus), ehemalige Provinz Frankreichs im Gebiete der Westalpen, umfaßt die heutigen Departements Isère und Oberalpen, den größten Teil von Drôme und einen kleinen Teil von Vaucluse und wird im O. von den Alpen, im S. von der Provence, im N. und W. von der Rhone begrenzt. Sie zerfällt in das gebirgige Oberdauphine im O. und das Niederdauphine im W. (vgl. sonst die einzelnen Departements). Hauptstadt war Grenoble. Das Land ist sehr reich an Naturmerkwürdigkeiten. Insbesondere sprach man früher von sieben Wundern des D. Es sind dies: der Mont inaccessible (der unersteigliche Berg) oder Mont Aiguille (Nadelberg) westlich von Mens, die Grotte von La Balme an der Rhone, die Tour sans venin (Turm ohne Gift) und die Höhlen von Sassenage bei Grenoble, die Fontaine ardente (der brennende Brunnen), südwestlich von Vif, die Fontaine vineuse, deren Wasser wie Wein schmeckt, und die zitternde Wiese von Gap. Abgesehen von den beiden erstgenannten, haben die übrigen »Wunder« nichts Absonderliches. Das D., einst das Gebiet der Allobroger, bildete sich als Lehnsfürstentum des arelatischen Königreichs durch die Vereinigung mehrerer Lehen mit der Grafschaft Vienne oder Albon, deren Besitzer den Titel Dauphin führten. Die Dynastie der Grafen von Albon herrschte von 1063 an. Mit Guigo VI., der ein eifriger Anhänger Kaiser Friedrichs I. war, starb gegen Ende des 12. Jahrh. diese Dynastie aus. Seine Erbtochter Beatrix heiratete in zweiter Che den Herzog Hugo von Burgund. Ihr Sohn Guigo VII. Andreas (gest. 1237) eröffnete die zweite Dynastie, die das Seneschallamt des arelatischen Reiches bekleidete. Mit Guigos VIII. Sohn Johann, dem dritten Dauphin aus dem burgundischen Hause, starb diese Dynastie 1281 wieder aus. Ihm folgte seine Schwester Anna, Gemahlin des Grafen Humbert 1. von Latour-du-Pin, dessen Sohn Johann II. Stifter der dritten Dynastie wurde. Sein Bruder Humbert H. trat, nachdem er 1335 seinen einzigen ehelichen Sohn verloren, sein Land 1119 gegen eine Jahresrente von 120,000 Goldgulden an Karl von Valois, nachmaligen König Karl V., ab unter der Bedingung, daß der jedesmalige französische Thronerbe den Titel »Dauphin« nebst dem dazugehörigen Wappen führen und daß das Land seine Integrität und seine zu dem Ende von dem abtretenden Herrscher noch besonders bestätigten Freiheiten behalten solle. Schon 1355 wurden indes Faucigny und im Utrechter Frieden 1713 auch die übrigen, im Osten der Alpen gelegenen Gebietsteile an Savoyen abgetreten (s. Geschichtskarte bei »Frankreich«). Vgl. Chapuis-Montlaville, Histoire du D. (Par. 1827, 2 Bde.); Guy- Allard, Dictionnaire historique, géographique, etc., du D. (Grenoble 186465, 2 Bde.); Lory, Description géologique du D. (das. 1864, 2 Bde.); Chorier, Histoire générale du D. (Valence 1883, 2 Bde.); Reisehandbücher von Joanne, Coolidge u. a.

[Bd. 4, Sp. 546]



 
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Dauren, tungusisches Volk beiderseits des Nonni, eines Nebenflusses des Sungari. S. Tungusen.
 
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Daurien (spr. da-ūrĭen), Alpenland in Sibirien, zwischen dem Ostufer des Baikalsees und dem Argunfluß (an der chinesischen Grenze), gehört zur Provinz Transbaikalien (s. d.).
 
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Dausch, Konstantin, Bildhauer, geb. 30. Nov. 1841 zu Waldsee in Oberschwaben, wo er erst als Steinmetz arbeitete, kam dann nach München, war dort eine Zeitlang bei der plastischen Ausschmückung des neuen Rathauses beschäftigt, besuchte dann die Kunstschule und wanderte 1869 nach Rom. Hier gründete er 1873 ein Atelier, in dem er zuerst das Gipsmodell einer kolossalen Gruppe: Simson und Delila, schuf. Unter seinen spätern Werken, deren Formbildung sich eng an den Klassizismus der Antike anschließt, sind hervorzuheben: die Reliefs der vier Jahreszeiten, Erato, Kalliope und Erato, eine Bacchantin, eine Flora, die Reliefs: Tag und Nacht, Euterpe, die kolossalen Gruppen: Alter und Jugend und Siegfried mit dem Drachen, eine Ägypterin, der Isis huldigend, und eine ägyptische Königstochter.
 
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Dauseh, s. Meyers Dôsseh.
 
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Dautzenberg, Johan Michael, fläm. Schriftsteller, geb. 6. Dez. 1808 zu Heerle im Limburgischen, gest. 4. Febr. 1869 in Elsene, versah erst eine Schreiberstelle, war dann Hilfsschullehrer an verschiedenen Orten und erhielt endlich 1839 einen Posten bei der Société générale in Brüssel. D. gehörte zu den tüchtigsten Kämpfern für die flämische Sprache und war zugleich einer derjenigen, die alles Heil für dieselbe nur in dem innigsten Anschluß an Deutschland erblickten. Sein bekanntestes Werk ist das »Volksleesboek« (Brüssel 1854), das er ebenso wie die »Verhalen uit de geschiedenis van België« (Gent 1856, 3. Aufl. 1867) gemeinsam mit van Duyse verfaßte, und das vier Preise davontrug. Auch als Übersetzer aus dem Französischen und Deutschen ins Flämische war er tätig, wie er umgekehrt Nolet de Brauweres Gedicht »Das große deutsche Vaterland« (1857) aus dem Flämischen ins Deutsche übertrug. Seine Gedichte gab teils er selbst (Brüssel 1850), teils nach seinem Tode sein Schwiegersohn Frans de Cort (»Verspreideen nagelatene gedichten«, das. 1869; 2. Aufl. 1875) heraus. 1857 begründete er die pädagogische Zeitschrift »De Toekomst«.
 
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Dauw, s. Meyers Zebra.
 
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Dav., bei Tiernamen Abkürzung für Thomas Davidson (s. d.).
 
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Davel (spr. -well), Johann Daniel Abraham, politischer Märtyrer, geb. 1667 in Cully am Genfer See als Sohn eines Pfarrers, diente als Offizier in Piemont, Holland und Frankreich und zeichnete sich, heimgekehrt, im zweiten Villmerger Krieg von 1712 aus, wofür ihn der Rat von Bern zu einem der vier Landmajore der Waadt ernannte. Religiöse Verfolgungen seitens der Berner gegen die mit der Consensusformel nicht einverstandene Waadtländer Geistlichkeit reisten in D. den Plan, die Waadt von der Herrschaft Berns zu befreien. Am 31. März 1723 rückte er plötzlich mit 600 Mann in Lausanne ein, legte dem Stadtrat ein Manifest vor, worin der Regierung von Bern eine Menge von Fehlern vorgeworfen wurde, und forderte ihn auf, sich an die Spitze des Befreiungswerkes zu stellen. Der Rat berichtete jedoch den Vorgang sofort nach Bern, und D. ward verhaftet, gefoltert und 24. April enthauptet. 1842 ward ihm bei Cully ein Denkmal gesetzt. Vgl. »Mémoires pour servir à l'histoire des troubles arrivés en Suisse à l'occasion du Consensus« (Amsterd. 1728); Olivier, Le major D. (Lausanne 1842); Levinson, Le major D. (das. 1895).

 

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