Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dauereier bis Daulésches Verfahren (Bd. 4, Sp. 542 bis 543)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Dauereier (Wintereier), Eier, die bis zur endgültigen Entwickelung ein Dauer- oder Ruhestadium durchmachen, besonders bei Blattfüßern u. Rädertieren.
 
Artikelverweis 
Dauergewebe, bei Pflanzen das nicht mehr teilungsfähige Zellgewebe eines völlig ausgebildeten Organs im Gegensatze zum Bildungsgewebe.
 
Artikelverweis 
Dauerlauf, s. Meyers Leibesübungen.
 
Artikelverweis 
Dauerlaute (lat. Continuae), s. Meyers Lautlehre.
 
Artikelverweis 
Dauerritt, s. Meyers Distanzritt.
 
Artikelverweis 
Dauerschlaf, s. Meyers Schlafsucht.
 
Artikelverweis 
Dauersporen, Sporen, die erst nach längerer oder kürzerer Ruhezeit zu einer neuen Pflanze auskeimen, wie die Teleutosporen der Rostpilze, die Sporen mancher Algen und Bakterien. Sie besitzen große Widerstandskraft und bleiben lange keimfähig.
 
Artikelverweis 
Dauertypen (persistente Lebensformen), Pflanzen und Tiere, die einen sehr langen Zeitraum durchlebt haben, ohne auszusterben oder wesentlich ihre Organisation zu ändern. Sie kommen namentlich in den niedern Klassen der beiden Reiche vor, z. B. bei den Protozoen, Korallen, Mollusken etc., von denen viele lebende Gattungen bis zur Silurzeit zurückreichen, viel seltener unter den Wirbeltieren, von denen nur einige Fische, wie Polypterus, Lepidosteus u. a., sehr nahe Verwandte in alten Formationen besitzen. Unter den höhern Wirbeltieren kennt man keine D.; selbst die niedersten Sänger, wie Schnabel- und Beuteltiere. erscheinen ihren Vorfahren gegenüber stark verändert. Je weniger spezialisiert, d. h. an besondere Lebensbedingungen angepaßt ein Organismus ist, um so länger kann er sich veränderten Verhältnissen anpassen; stark spezialisierte Formen, wie z. B. die Dinosaurier, Flugeidechsen, sind leichter dem Aussterben ausgesetzt. Vgl. Huxley, Über persistente Lebenstypen (m den »Reden und Aufsätzen«; deutsch, Berl. 187)).
 
Artikelverweis 
Dauerverband, s. Meyers Wunde.
 
Artikelverweis 
Daulatabad, Städtchen im britisch-ind. Vasallenstaat Haidarabad, 16 km nordwestlich von Aurangabad, mit etwa 1200 Einw., berühmt wegen seines Forts, von alters her Hauptbollwerk der Herrscher des Dekhan, eines 166 m hohen Granitfelsens, der bis zu 63 m völlig senkrecht aufsteigt und oben eine nur wenige Quadratmeter große Plattform hat, auf der

[Bd. 4, Sp. 543]


ein Vierundzwanzigpfünder nehen einem Flaggenstock steht. Das Fort ist umgeben von drei Befestigungslinien und einem 10 m breiten Graben. Im Felsen selbst geht ein enger Gang zu einer eingehauenen Halle, von der man auf einer Wendeltreppe zur Plattform aufsteigt. Nahe dem Graben steht eine 1294 von den Mohammedanern nach der ersten Eroberung des Platzes errichtete Moschee. Die Stadt, ursprünglich Dewagiri genannt, war zuerst die starke Feste eines Hindureichs, wurde 1294 von Ala ed-din (Mohammed Shah I.) genommen; doch empörte sie sich wiederholt, bis sie 1339 Mohammed II. ibn Toghluq an Stelle Dehlis, das völlig geräumt wurde, zu seiner Residenz machte und D. (»glückliche Stadt«) nannte. Nun blühte die Stadt schnell auf. Später kam sie in den Besitz des Nizams von Haidarabad und verfiel wieder.
 
Artikelverweis 
Daulésches Verfahren, s. Stereotypie.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: