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Dasent bis Dasychira (Bd. 4, Sp. 537 bis 538)
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Artikelverweis Dasent (spr. dēßent), Sir George, eigentlich Webbe, engl. Gelehrter, geb. 1818 auf der Insel St. Vincent, gest. 12. Juni 1896 in London, ward am King's College zu London und in Oxford gebildet und 1852 Advokat am Middle Temple zu London, dann Hilfsredakteur der »Times«, 1870 Mitglied der obersten Prüfungskommission (Civil Service Commissioner) und erhielt 1876 die Ritterwürde. D. gehört zu den gründlichsten Kennern des Nordischen, insbes. des Isländischen. Mit Vigfússen arbeitete er an der Herausgabe von Cleasbys »Icelandic Dictionary«; von seinen selbständigen Werken sind zu nennen: die Übersetzung der jüngern Edda (1842); »Theophilus in Icelandic, Low German and other tongues« (1845); »The Norsemen in Iceland« (1858) und ganz besonders die beliebt gewordenen »Popular tales from the Norse« (nach Asbjörnsen und Moe, 1859, 3. Aufl. 1888); »The story of Burnt Njal« (1861); »The story of Gisli the outlaw« (1866). Nebenbei schrieb er Romane und gab eine Sammlung seiner witzigen und humoristischen Essays u. d. T.: »Jest and earnest« (1873, 2 Bde.) heraus.
 
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Dash (spr. dasch oder daß), eigentlich Gabrielle Anne Cisterne de Courtiras, Vicomtesse de Saint-Mars, gewöhnlich Gräfin von D. genannt. franz. Romanschriftstellerin, geb. 2. Aug. 1804 in Poitiers als Tochter einer angesehenen und reichen adligen Familie, gest. 11. Sept. 1872 in Paris, verheiratete sich sehr früh und widmete sich, nach dem Verlust ihres Vermögens, der schriftstellerischen Tätigkeit. Sie lieferte mehrmals im Laufe eines Jahres 56 Romane. Ihre Stoffe sind beinahe ausschließlich der vornehmen oder doch der vornehm tuenden Welt entnommen und besonders deren Verirrungen in der Liebe mit einer nichts weniger als weiblichen, aber doch nicht ungraziösen Offenheit bloßgelegt. Man braucht nur die Titel einzelner dieser (auch ins Deutsche übersetzten) Romane, wie: »Les amours de Bussy-Rabutin« (1850), »La pomme d'Ève« (1853), »Les galanteries de la cour de Louis XV« (1861), »Les dernières amours de Mad. Dubarry« (1864), »Comment tombent les femmes« (1867), »Les aventures d'une jeune mariée« (1870) etc., zu nennen, um erraten zu lassen, wes Geistes Kinder hier vorliegen.
 
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Dasjespiß (Dassenpiß), s. Meyers Klippschliefer.
 
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Dassel, Stadt im preuß. Regbez. Hildesheim, Kreis Einbeck, am Solling, unweit der Ilme und an der Staatsbahnlinie Salzderhelden-D., 161 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Oberförsterei, betreibt Eisengießerei, Steinbrüche (Platten etc.), Steinschleiferei, Kalksteinbrüche, Kalkbrennerei, Dampfsägewerke und hat (1900) 1462 Einw. D. erhielt 1310 Stadtrecht und fiel damals an das Bistum Hildesheim; es war seit 1060 Sitz der Grafen von D. (s. den folgenden Artikel). In nächster Nähe liegt das Remontedepot Hunnesrück.
 
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Dassel, Grafen von (auch Edle von Nienover und Edle von Schonenberg genannt, nicht »Raugrafen«, wie in alten Chroniken), niedersächsisch-westfäl. Dynastengeschlecht mit Besitzungen in Westfalen (bei Soest), in Hannover (zwischen Einbeck und Höxter, Grafschaft D.) und Hessen (bei Hofgeismar), mit Burgsitzen in Dassel (s. d.), auf dem Hunnesrück (2 km nördlich von Dassel, jetzt nur noch schwache Spuren) und Schöneberg bei Hofgeismar, sowie Jagdschlössern in Nienover im Sollinger Wald (jetzt Oberförsterei) und Lauenberg (6 km südöstlich von Dassel, jetzt Ruine). Die ältesten bekannten Vorfahren des Geschlechts, das sich seit 1153 nach dem Burgsitz D. benannte, sind die Brüder Thiederich und Heinrich I. von Soest, 1043 Lehnsträger des Erzbischofs von Köln. Berühmt waren die Grafen Rainald (s. d.) und Graf Adolf, der Kühne zubenannt, der als Statthalter des Grafen Adolf von Schauenburg-Holstein 1189 mit Erfolg gegen Heinrich den Löwen kämpfte. Schon im 13. Jahrh. verlor das Geschlecht Ansehen und Reichtum, und der Letzte des Geschlechts, Graf Simon (gest. 1325 in Göttingen), verkaufte 1310 die Grafschaft D. an die Kirche Hildesheim. Die jetzt blühende Familie v. D. mit den Gütern Hoppensen und Wellersen bei Dassel in der Grafschaft D. ist vermutlich eine nachgeborne und daher unebenbürtige Seitenlinie der Grafen. Dafür spricht das gemeinschaftliche Auftreten beider Geschlechter in denselben Urkunden seit 1183 und in der gleichen Gegend (bei Dassel); allerdings sind die Wappen verschieden. Vgl. Letzner, Dasselische Chronik (1596); Büttner, Lüneburgsche Genealogien; »Archiv für Niedersachsen«, 1840; »Zeitschrift für westfälische Geschichte«, Bd. 8 u. 45; »Taschenbuch des Uradels«, 1. Bd. (1891).
 
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Dasselbeulen s. Meyers Bremen.
 
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Dasselfliegen s. Meyers Bremen.
 
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Dassen, kleine Felseninsel an der Westküste der britisch-südafrikan. Kapkolonie, zwischen der Saldanha- und Tafelbai, westlich vom Dassenberge, sind beide nach den hier häufigen Klippdachsen (Dassen) benannt.-
 
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Dassenpiß (Dassipis), s. Meyers Klippschliefer.

[Bd. 4, Sp. 538]



 
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Dassow, Flecken in Mecklenburg-Schwerin, am Einfluß der schiffbaren Stepenitz in den Dassower Binnensee (rechts zur Trave), mit einer evang. Kirche, hat Dampfmolkerei, Fischerei und zählt (1900) 1759 Einw. Die Oberhoheit über den Dassower See ist 1890 dem Staate Lübeck vom Reichsgericht zugesprochen. S. Karte »Lübeck« (Staatsgebiet).
 
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Dasychira, s. Meyers Buchenspinner.

 

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