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Darwinsches Ohr bis Dash (Bd. 4, Sp. 536 bis 537)
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Artikelverweis Darwinsches Ohr, eine öfter vorkommende Anomalie der menschlichen Ohrbildung, von der Schwalbe fünf Hauptformen (Macacus-, Cercopithecus-Ohr, Darwinsche Spitze etc.) unterscheidet. Es sind dies die Überreste der Spitze des Tierohres, das am häufigsten noch in Gestalt des Darwinschen Knötchens uns entgegentritt. Männer bieten diese Anomalie häufiger als Frauen, Geisteskranke und Verbrecher häufiger als Normale dar. Vgl. Karutz, Studien über die Form des Ohres (in der »Zeitschrift für Ohrenheilkunde«, 1897, Bd. 31).
 
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Daryl, Philippe, Pseudonym, s. Meyers Grousset.
 
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Dasa, Volk in Nordafrika, s. Meyers Tibbu.
 
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Dasbach, Georg Friedrich, ultramontaner Politiker, geb. 9. Dez. 1846 in Horhausen, studierte in Trier und Rom katholische Theologie und wurde 1871 Kaplan in Trier. Nachdem ihm 1875 die Erteilung des Religionsunterrichts und jede geistliche Amtshandlung verboten worden war, ward er 1884 Aushilfspriester in Trier, widmete sich aber nach wie vor hauptsächlich der ultramontanen Agitation in der Presse und in Vereinen, gründete die »Trierer Landeszeitung«, ward Präsident des Trierer Bauern- und des Trierer Winzervereins und erreichte dadurch seine Wahl 1890 ins Abgeordnetenhaus, 1898 in den Reichstag, obwohl ihn selbst die höhere Geistlichkeit bekämpfte. Er schrieb zahlreiche Wahlbroschüren und wurde in viele Prozesse verwickelt. Vgl. seine Schriften: »Der Marpinger Prozeß vor dem Zuchtgericht in Saarbrücken« (Trier 1879); »Der Prozeß D. gegen Haubrich« (das. 1900).
 
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Daschitz (tschech. Dašice), Stadt in Böhmen, Bezirksh. Pardubitz, an der Loučna und der Staatsbahnlinie Wien-Prag, hat eine Zuckerfabrik, Bierbrauerei, Leder-, Geldtaschen- und Posamentenfabrik, Mühle und zählt (1900) 2244 tschech. Einwohner.
 
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Daschkow, Katharina Romanowna, Fürstin, Tochter des Generals Grafen Woronzow, geb. 28. März 1743 in Petersburg, gest. daselbst 16. Jan. 1810, ward 1758 mit dem Fürsten D. vermählt, der schon 1761 starb, und ward 1762 Staatsdame der Kaiserin Katharina II. Sie hatte hervorragenden Anteil an der Verschwörung gegen Peter III. und an der Thronbesteigung Katharinas. 1770 fiel sie in Ungnade, verließ Rußland und trat mit Voltaire und

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den französischen Enzyklopädisten in Verbindung. Später nach Petersburg zurückgerufen, versah sie 178396 den Posten eines Direktors der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften und eines Präsidenten der von ihr 1783 gegründeten russischen Akademie (jetzigen zweiten Abteilung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften) und war tätige Mitarbeiterin an dem Wörterbuch der russischen Akademie, das unter ihrem Vorsitz zu Ende gebracht ward. Auch schrieb sie Lustspiele und kleine Dramen und gab 178385 eine Zeitschrift heraus: »Der Gesprächsgenosse der Freunde der russischen Literatur«. Die Hauptmitarbeiterin war Katharina. Ihre (französischen) Memoiren wurden zuerst englisch herausgegeben von Mrs. Bradford (Lond. 1840, 2 Bde.), russisch von A. Herzen (1859, Leipz. 1876), deutsch Hamburg 1857, 2 Bde. Vgl. Engelmann, Die Fürstin D. (»Baltische Monatsschrift«, Bd. 35, 1888, Heft 1 u. 2).
 
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Daschkówka, Flecken im russ. Gouv. Mohilew, Kreis Bychow, am Dnjepr. mit etwa 1000 Einw. Hier war 10. Juli 1812 siegreiches Treffen der Russen unter Rajewsky gegen die Franzosen unter Davoût.
 
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Dase, Johann Martin Zacharias, Schnellrechner, geb. 23. Juni 1824 in Hamburg, gest. daselbst 11. Sept. 1861, zeigte sich seit 1839 öffentlich als Rechenkünstler in den Hauptstädten Deutschlands, überall durch sein Talent Bewunderung erregend. So multiplizierte er in Wiesbaden eine 60zifferige Zahl mit einer andern 60zifferigen in 2 Stunden 59 Minuten bei lebhafter Unterhaltung der Gesellschaft und zog in München die Quadratwurzel aus einer 100zifferigen Zahl in 52 Minuten aus. Seit 1853 war er einige Jahre im preußischen Finanzministerium beschäftigt. Er schrieb: »Tafeln der natürlichen Logarithmen der Zahlen« (Wien 1850) und »Der Kreisumfang für den Durchmesser 1, auf 200 Dezimalstellen berechnet« (in Crelles »Journal für Mathematik«, 1844).
 
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Dasein, s. Meyers Sein.
 
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Dasent (spr. dēßent), Sir George, eigentlich Webbe, engl. Gelehrter, geb. 1818 auf der Insel St. Vincent, gest. 12. Juni 1896 in London, ward am King's College zu London und in Oxford gebildet und 1852 Advokat am Middle Temple zu London, dann Hilfsredakteur der »Times«, 1870 Mitglied der obersten Prüfungskommission (Civil Service Commissioner) und erhielt 1876 die Ritterwürde. D. gehört zu den gründlichsten Kennern des Nordischen, insbes. des Isländischen. Mit Vigfússen arbeitete er an der Herausgabe von Cleasbys »Icelandic Dictionary«; von seinen selbständigen Werken sind zu nennen: die Übersetzung der jüngern Edda (1842); »Theophilus in Icelandic, Low German and other tongues« (1845); »The Norsemen in Iceland« (1858) und ganz besonders die beliebt gewordenen »Popular tales from the Norse« (nach Asbjörnsen und Moe, 1859, 3. Aufl. 1888); »The story of Burnt Njal« (1861); »The story of Gisli the outlaw« (1866). Nebenbei schrieb er Romane und gab eine Sammlung seiner witzigen und humoristischen Essays u. d. T.: »Jest and earnest« (1873, 2 Bde.) heraus.
 
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Dash (spr. dasch oder daß), eigentlich Gabrielle Anne Cisterne de Courtiras, Vicomtesse de Saint-Mars, gewöhnlich Gräfin von D. genannt. franz. Romanschriftstellerin, geb. 2. Aug. 1804 in Poitiers als Tochter einer angesehenen und reichen adligen Familie, gest. 11. Sept. 1872 in Paris, verheiratete sich sehr früh und widmete sich, nach dem Verlust ihres Vermögens, der schriftstellerischen Tätigkeit. Sie lieferte mehrmals im Laufe eines Jahres 56 Romane. Ihre Stoffe sind beinahe ausschließlich der vornehmen oder doch der vornehm tuenden Welt entnommen und besonders deren Verirrungen in der Liebe mit einer nichts weniger als weiblichen, aber doch nicht ungraziösen Offenheit bloßgelegt. Man braucht nur die Titel einzelner dieser (auch ins Deutsche übersetzten) Romane, wie: »Les amours de Bussy-Rabutin« (1850), »La pomme d'Ève« (1853), »Les galanteries de la cour de Louis XV« (1861), »Les dernières amours de Mad. Dubarry« (1864), »Comment tombent les femmes« (1867), »Les aventures d'une jeune mariée« (1870) etc., zu nennen, um erraten zu lassen, wes Geistes Kinder hier vorliegen.

 

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