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Dartmoor bis Darwin (Bd. 4, Sp. 529 bis 530)
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Artikelverweis Dartmoor (spr. dártmūr), eine granitische Insellandschaft in der engl. Grafschaft Devon, nordöstlich von Plymouth, 500 qkm groß, war ehemals stark bewaldet, ist jetzt aber von Moor und Heideflächen bedeckt, aus denen Granitblöcke (Tors) hervorragen. Höchste Punkte sind Yes Tor (625 m) und High Wilhays (621 m).
 
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Dartmouth (spr. -möth), 1) Hafenstadt (municipal borough) in Devonshire (England), an der Mündung des Dart in den Kanal, ist terrassenförmig am Abhang der Hügel gelegen, mit der schönen Heilandskirche und (1901) 6579 Einw. Den landumschlossenen Hafen verteidigt ein am Eingang desselben gelegenes Schloß. Er ist großen Schiffen zugänglich, der Außenhandel aber unbedeutend. Zum Hafen gehörten 1901: 59 Schiffe und 268 Fischerboote. D. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls. 2) Hafenort im nordamerikan. Staat Massachusetts, Grafschaft Bristol, an der Buzzardbai, mit (1900) 3669 Einw. 3) Stadt in der Grafschaft Halifax der kanad. Provinz Neuschottland, an der Bai von Halifax, mit Irrenhaus und (1901) 4806 Einw.
 
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Darton (spr. dārt'n), Stadt im Westbezirk von Yorkshire (England), am Dearne, bei Barnsley, hat (1901) 7670 Einw.
 
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Daru (spr. darü), 1) Pierre Antoine Noël Bruno, Graf, franz. Finanzmann, Dichter und Geschichtschreiber, geb. 12. Jan. 1767 in Montpellier, gest. 5. Sept. 1829 auf seinem Landsitz Becheville bei Meulan, trat im 16. Jahr in den Militärdienst und war Kriegskommissar, als er sich 1789 der Revolution anschloß. 1795 ward er Chef der Intendantur bei der Donauarmee. Während dieser Geschäftsführung vollendete er eine Übersetzung des Horaz (»Traductionen vers des poésies d'Horace«, Par. 1800; 6. Aufl. 1823, 2 Bde.), die seinen literarischen Ruf begründete. Napoleon I. benutzte ihn bei der Kriegsverwaltung, erhob ihn in den Grafenstand und ernannte ihn zum Minister und Bevollmächtigten beiden Friedensschlüssen von Preßburg, Tilsit und Wien. 1805,1807 und 1809 war er Generalintendant in Preußen und Österreich. 1811 ward er Staatssekretär und bekämpfte im Ministerkonseil Napoleons Eroberungspläne. Nachder Restauration ward er 1818 zum Pair ernannt und stimmte nun im Sinne der gemäßigten Partei. Seit 1828 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Seine »Cléopédie, ou théorie des réputations littéraires« (1800) ist ein Gedicht voll Geist und seiner Wendungen; schön ist sein nachgelassenes didaktisches Gedicht »L'Astronomie« (1836). Sein Hauptwerk ist die »Histoire de la république de Venise« (1819, 7 Bde.; 4. Aufl. 1853, 9 Bde.; deutsch von Ruprecht, Leipz. 1854, 4 Bde.). Minder wertvoll ist die »Histoire des ducs de Bretagne« (4. Aufl. 1828, 4 Bde.; deutsch von Schubert, Leipz. 1831, 2 Bde.).
   2) Martial Noël Pierre, Graf, Bruder des vorigen, geb. 2. Juli 1774, gest. 18. Juli 1827, war ebenfalls einer der treuesten Anhänger Napoleons I., unter dem er mehrere militärische und administrative Ämter bekleidete, namentlich als Armeeintendant tätig war. Sein Sohn Charles Martial, Graf D., geb. 14. April 1816, hat sich als Schriftsteller im Fach der Staatswissenschaften einen Namen gemacht.
   3) Napoléon, Graf, Sohn von D. 1), geb. 11. Juni 1807 in Paris, gest. 18. Febr. 1890, war ursprünglich Offizier. Seit 1832 Mitglied der Pairskammer, war er eifriger Anhänger des Julikönigtums und beteiligte sich namentlich an der Erörterung volkswirtschaftlicher Fragen, so mit einer Schrift über die Eisenbahnen (1843). Nach der Februarrevolution war er Mitglied der Nationalversammlung und schloß sich den gemäßigten Republikanern an. Wegen seines Protestes gegen den Staatsstreich vom 2. Dez. 1851 ward er auf kurze Zeit verhaftet und lebte dann in Zurückgezogenheit, bis er 1869 zum Abgeordneten gewählt ward. Er gehörte zu den Führern der neuen liberalen Mittelpartei. Anfang 1870 trat er in das Ministerium Ollivier als Minister des Äußern, zog sich aber, als der Kaiser sich wieder der Reaktion zuwandte, 13. April zurück. Nach Beendigung des Krieges wurde er 1871 zum Mitgliede der Nationalversammlung gewählt, wo er zur monarchistischen Partei gehörte. Senator war er nur 187679. D. war seit August 1860 Mitglied der Akademie für moralische und politische Wissenschaften. Er schrieb: »Le comte Beugnot« (1865).
 
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Dâr ul Harb, s. Meyers Harb.
 
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Daruvár (d. h. »Reiherburg«), Großgemeinde und Kurort im kroatisch-slawon. Komitat Požega, an der Bahnlinie Barcs-Pakrácz, mit 3 Kirchen, einem Schloß, Bezirksgericht, Marmorbrüchen und (1901) 1846 meist serb. Einwohnern. Das Bad hat fünf schon zur Römerzeit als Thermae Jasornenses bekannte Quellen (4246°) und Schlammbäder.
 
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Darvar, britisch-ind. Stadt, s. Meyers Dharwar.
 
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Darw., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für C. Darwin (s. d.).
 
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Darwas, Gebirgslandschaft im östlichen Bochara, zwischen Amu Darja im S. und Surchab im N., vom Darwasgebirge erfüllt, wird von Tadschik und

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Kara-Kirgisen bewohnt, die mit Baumwolle, Gold und Eisen handeln. D. wurde 1877 dem Chanat Bochara einverleibt.
 
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Darwen (Over-D.), Stadt (municipal borough) in Lancashire (England), 5 km südlich von Blackburn, erst in neuerer Zeit von Bedeutung, mit (1901) 38,211 Einw., hat Baumwollspinnerei, Papier- und Tapetenfabrikation, Maschinenbau und Eisengießerei.
 
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Darwin, 1) Erasmus, Arzt, Naturforscher und didaktischer Dichter, geb. 12. Dez. 1731 zu Elton in Nottingham, gest. 18. April 1802 in Breadwall bei Derby und in der Westminsterabtei bestattet, studierte zu Cambridge und Edinburg Medizin, praktizierte in Litchfield und lebte später in Breadwall. In seinen Hauptwerken, den Gedichten: »The botanic garden« (Lond. 1781 u. ö.), »The temple of nature or the origin of society« (1803) und »Zoonomia, or the laws of organic life« (179498; deutsch von Brandis, Hannov. 179599, 3 Bde.), gab er ein vollständiges System der Entwickelungstheorie und verfolgte fast die gleiche biologische Richtung wie sein Enkel, der gewissermaßen ein Programm ausgeführt hat, das sein Großvater entwarf. Die Rätsel der Vererbung, der Anpassung, der Schutzmittel von Pflanzen und Tieren, der geschlechtlichen Zuchtwahl, der insektenfressenden Pflanzen, die Analyse der Gemütsbewegungen und soziologischen Triebe etc. finden sich in den Werken des ältern D. besprochen. Er schrieb noch: »Plytonomia, or the philosophy of agriculture and gardening« (1800; deutsch von Hebenstreit, Leipz. 1801, 2 Bde.); »A plan for the conduct of female education etc.« (1797; deutsch bearbeitet von Hufeland: »Anleitung zur Erziehung des weiblichen Geschlechts«, Berl. 1822); »Poetical works« (1806, 3 Bde.). Vgl. seine Biographie von Anna Seward (Lond. 1804); Cröme, Abhandlungen und Bemerkungen über verschiedene naturwissenschaftliche Gegenstände aus Darwins »Botanic garden« (Hamb. 1810); Buttler, Evolution old and new (Lond. 1879); E. Krause, Erasmus D. und seine Stellung in der Geschichte der Deszendenztheorie (mit seiner Biographie von Charles Darwin, Leipz. 1880); Brandl, Erasmus Darwins »Temple of nature« (Wien 1902).
   2) Charles Robert, Enkel des vorigen, Naturforscher, geb. 12. Febr. 1809 in Shrewsbury als Sohn des Arztes Rob. Waring D., gest. 19. April 1882 in Down bei Beckenham, studierte seit 1825 in Edinburg Medizin, dann in Cambridge Naturwissenschaft, besonders Geologie und Botanik, und erhielt hier 1831 den ersten akademischen Grad. In demselben Jahre schloß er sich der fünfjährigen Expedition des Beagle unter Kapitän R. Fitzroy an, besuchte Brasilien, die Magalhãesstraße, die Westküste Südamerikas und die Inseln der Südsee und kehrte im Oktober 1836 nach England zurück. Seit 1842 lebte er auf seinem Landsitz Down bei Beckenham in Kent und bekleidete hier die Stelle eines Grafschaftsmagistrats. Nachdem er 183738 eine Reihe von geologischen Arbeiten veröffentlicht hatte, deren erste die geologische Tätigkeit der Regenwürmer betraf, ließ er 1839 das Tagebuch seiner Beobachtungen (»Journal of researches in natural history and geology«, neue Ausg. 1860) als dritten Teil der von Fitzroy herausgegebenen Beschreibung der Expedition folgen, und 1845 erschien dasselbe Werk selbständig als »Voyage of a naturalist round the world« (deutsch von Dieffenbach, Lond. 1844; von V. Carus, 1875, 2. Aufl., Stuttg. 1892; von Helrich, Gießen 1893). Die zoologische Ausbeute der Reise wurde von Owen, Waterhouse, Gould, Bell und Jenyns bearbeitet und, von D. mit einer Einleitung versehen, als »Zoology of the voyage of H. M. S. Beagle« (184048, 5 Bde.) herausgegeben. Eine neue Ausgabe erschien 1884 u. d. T.: »Natural history and geology. Voyage of H. M. S. Beagle« Hatte schon die 1842 veröffentlichte Schrift über den Bau und die Verbreitung der Korallenriffe (3. Aufl. 1889; deutsch, Stuttg. 1876) neben der zoographischen auch eine geologische Bedeutung als erste plausible Erklärung der Formen und Entstehungsweisen der Korallenriffe gehabt, so waren mehrere andre Arbeiten Darwins ausschließlich der Geologie, vorzüglich Südamerikas, gewidmet. Dahin gehören: »Geological observations on volcanic islands« (1842); »Geological observations on South America« (1846; 2. Aufl., mit dem vorigen, 1876). Als geschickter Zoolog und Paläontograph sowie als glücklicher und gewandter Experimentator zeigte sich D. in seinen Untersuchungen über die Rankenfüßer (»Monograph of pedunculated and sessile Cirripedia«, 185153, 2 Bde.); denselben folgten: »On fossil Balaenidae« (1854) und später Untersuchungen über die Bewegungen der Schlingpflanzen, über den Di- und Trimorphismus von Linum, Lythrum und Primula und über die Befruchtung der Orchideen durch Insekten (»On the various contrivances by which British and foreign orchids are fertilized«, 1862; deutsch von Carus, 2. Aufl., Stuttg. 1877; »The movements and habits of climbing plants«, 1865, 2. Aufl. 1875; deutsch von Carus, das. 1876). Diesen Arbeiten folgte das Werk über den Ursprung der ArtenOn the origin of species by means of natural selection«, 1859; deutsch von Bronn, 2. Aufl., Stuttg. 1863; nach der 6. Aufl. deutsch von Carus, 7. Aufl., das. 1883; deutsch von Seliger in »Meyers Volksbüchern«, Leipz. 1902), das, bald darauf in fast alle lebenden Kultursprachen übersetzt, eine völlige Revolution und neue Epoche für die Naturforschung anbahnte. D. hatte die erste Anregung zur Verfolgung der Frage über den Ursprung der jetzt lebenden Arten des Tier- und Pflanzengeschlechts während seiner Reise um die Welt erhalten. Gewisse Tatsachen der geographischen Verbreitung organischer Wesen und namentlich die nahe Verwandtschaft gewisser heute lebender Bewohner Südamerikas mit den daselbst ausgestorbenen Tieren erschienen ihm nur durch die Annahme einer Abstammung der jetzigen, wenn auch vielfach veränderten Lebewesen von den frühern erklärlich, und er erkannte, daß der damals noch von allen Koryphäen der Naturforschung festgehaltene Lehrsatz von der Konstanz oder Unveränderlichkeit der Arten unhaltbar sei. Er begann nunmehr Studien über die Veränderlichkeit von Haustieren (namentlich Tauben) und Kulturpflanzen unter dem Einfluß der Züchtung und sammelte mit großer Umsicht die unendlichen Beobachtungsreihen, die für ihre weitgehende Veränderlichkeit Anhaltspunkte lieferten. Es war ihm dabei klar geworden, daß in der lebenden Natur ein Faktor tätig sein müsse, der, in analoger Weise wieder Einfluß der künstlichen Züchtung wirkend, aus den überall freiwillig entstehenden Varietäten der Tiere und Pflanzen diejenigen mit besondern Charakteren versehenen Formen (Arten) hervorzüchtet, welche die andern überleben. Dieses Prinzip erkannte er in der »natürlichen Auslese« durch den »Kampf ums Dasein« (s. Meyers Darwinismus). Er bezeichnete sein Werk als einen Vorläufer und ließ die ausführenden Kapitel mit den Belegen in einer Reihe von Spezialwerken folgen. »Variation of animals and

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plants under domestication« (1867, 2 Bde.; deutsch von Carus, 2. Aufl., Stuttg. 1873); »The descent of man and on selection in relation to sex« (1871, 2 Bde.; deutsch von Carus, 5. Aufl., das. 1900, und von Seliger, in »Meyers Volksbüchern«, Leipz. 1902); »Expression of the emotions in men and animals« (1872; deutsch von Carus, 4. Aufl., Stuttg. 1884); »Insectivorous plants« (1875; deutsch von Carus, das. 1876); »The effects of cross-and self-fertilisation in the vegetable kingdom« (1876); »The power of movement in plants« (1880, 2. Aufl. 1881; deutsch von Carus, das. 1881); »The formation of vegetable mould through the action of erdworms« (1881; deutsch von Carus, das. 1882).
   Darwins Einfluß auf die Naturforschung war ein so großer, daß man ihn den »Kopernikus oder Newton der organischen Welt« genannt hat. Binnen wenigen Jahrzehnten trat ein Umschwung in den Ansichten, Methoden und Zielen der Naturforscher, vor allen der Zoologen und Botaniker, ein, wie er in der Geschichte der organischen Forschung seinesgleichen nicht hat. Indem D. ferner den Menschen als Glied der lebenden Natur reklamierte, hat er zugleich die Menschenwissenschaften in eine lebendige Berührung und Wechselwirkung mit der Naturwissenschaft gebracht, und die genetische Methode, die Verfolgung des Werdenden und der Entwickelung, um das Gewordene besser zu verstehen, ist das Schibboleth der heterogensten Forschungsgebiete geworden. Er hatte die Freude, den vollständigsten Triumph seiner Lehren zu beobachten, und namentlich in Deutschland fand er das früheste Verständnis und begeisterte Anhängerschaft. Der heftige, anfangs von persönlichen Angriffen nicht freie Kampf seiner Gegner war längst verstummt; auch die rücksichtslosesten unter ihnen wurden durch die milde und versöhnliche Form, in der er seine Ansichten verteidigte, entwaffnet. Noch mehr aber gewann er die Geister durch seinen das Fernste verknüpfenden Scharfsinn und seine nie ruhende Vorsicht im Prüfen der eignen Schlüsse, sowie die Herzen durch seine Milde und Gerechtigkeit im Urteil, durch seine Hingebung für die Freunde und durch seine Aufrichtigkeit und Bescheidenheit den eignen Leistungen gegenüber. Eine deutsche Übersetzung von Darwins »Gesammelten Werken«, mit Ausnahme der Monographie über die Cirripeden, besorgte V. Carus (Stuttg. 18751888, 16 Bde.; Auswahl in 6 Bdn. 1886). Eine Übersetzung von Darwins »Kleinern Schriften« gab E. Krause (Leipz. 1886) heraus. Vgl. E. Krause, Ch. D. und sein Verhältnis zu Deutschland (Leipz. 1886); »Life and letters of Charles D.« (von Franeis Darwin, 1887, 3 Bde.; deutsch von Carus, Stuttg. 1887, 3 Bde.; Auswahl in 1 Bd., 1893); »More letters of Ch. D.« (hrsg. von Fr. Darwin und A. L. Sewart, Lond. 1903, 2 Bde.); Preyer, D. Sein Leben und Wirken (Berl. 1896). Weitere Briefe erschienen 1903, 2 Bde.; 1897 wurde ein Denkmal (von H. Montford) in Shrewsbury errichtet.
   3) George Howard, Naturforscher, Sohn des vorigen, geb. 1845 in Down (Kent), studierte seit 1864 in Cambridge, wurde 1868 Fellow des Trinity College, studierte dann in London die Rechte, ging aber 1873 wieder nach Cambridge und wurde schon 1879 Fellow der Royal Society, 1883 Professor der Astronomie in Cambridge und 1885 Mitglied des Vorstandes des Meteorologischen Amtes. 1870 und 1871 war er an der wissenschaftlichen Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsternis in Sizilien beteiligt. 1875 veröffentlichte er eine Arbeit überdie Ehen unter Blutsverwandten (deutsch von v. d. Velde, Leipz. 1876), dann aber widmete er sich besonders geologischen, geophysikalischen und astronomischen Studien. Er arbeitete über den Einfluß geologischer Veränderungen auf die Erdachse (1876), über die frühere Geschichte der Erde (1878), über den Einfluß des Mondes auf Gestalt und Veränderung der Erde in den geologischen Zeiten, über den Druck des losen Sandes, über kleine Veränderungen im Niveau der Erdoberfläche und über schwache Erdbeben (mit seinem Bruder Horace D.). Seit 1882 beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Theorie und Berechnung der Gezeiten. Er schrieb: »Ebbe und Flut« (nach der 2. engl. Ausgabe deutsch von Pockels, Leipz. 1902).
   4) Francis, Pflanzenphysiolog, Bruder des vorigen, geb. 16. Aug. 1848 in Down, studierte in Cambridge, arbeitete auch in den Laboratorien von Sachs und de Bary und wurde 1888 Professor der Botanik in Cambridge. Er arbeitete über die Spaltöffnungen, die Ameisen anlockenden Drüsen, das Wachstum von Pflanzenabschnitten, die Stellung der Blätter zum Lichte, das üppigere Wachstum der insektenfressenden Pflanzen bei Fütterung mit Fleisch. Er war 18741882 Hilfsarbeiter seines Vaters, namentlich bei dessen Beobachtungen über das Bewegungsvermögen der Pflanzen, revidierte die zweite Auflage der »Insectivorous plants« und gab eine Biographie und Briefe seines Vaters (s. oben) heraus.

 

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