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Dar Runga bis Dartmouth (Bd. 4, Sp. 528 bis 529)
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Artikelverweis Dar Runga, Gebiet im östlichen Sudân (Nordafrika) zwischen 9 und 11° nördl. Br., im südöstlichen Teil von Wadai, südlich vom Bahr es Salamat, von dem es durch eine große morastige, zur Regenzeit fast unpassierbare Wildnis getrennt ist. Das Land wird vom Aukadebbe und dessen zahlreichen Nebenflüssen durchzogen, ist wegen seiner bösartigen Mücken und Fliegen gefürchtet, deshalb auch arm an Rindern, Eseln und Pferden. Die Bewohner, Neger von großem und starkem Wuchs, sind kriegerisch und eifrige Jäger der zahlreichen Elefanten und Rhinozerosse, die sie zu Pferde mit Lanzen erlegen. Hauptort ist Donaß. Das dazugehörige Dar Kuti, mit 14 Dörfern, ist ein an Elfenbein sehr ergiebiges Land, in dem sich zahlreiche fremde Händler angesiedelt haben.
 
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Darrygras, s. Meyers Hiërochloë.
 
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Darß, bewaldete Halbinsel an der pommerschen Küste, zum Kreis Franzburg des Regbez. Stralsund gehörig, hängt im W. mit dem mecklenburg-schwerinschen Fischland zusammen, im O. durch den Prerowstrom, der jetzt aber gegen die Ostseeseite zugeschüttet ist, und ist von der Insel Zingst getrennt. Die Nordspitze Darßerort trägt einen Leuchtturm. Vgl. Segebarth, Die Halbinsel D.-Zingst (Prerow 1900).
 
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Darstellende Künste, soviel wie bildende Künste, besonders aber die Reihe von Künsten, deren Ziel es ist, fremde Kunstschöpfungen wiederzugeben und auf möglichst vollendete Weise zur Anschauung zu bringen, also poetische (rhetorische) und musikalische Deklamation, Mimik, Schauspielkunst und Orchestik.
 
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Darstellung bezeichnet in der ältern Sprache soviel wie Sichtbarmachung, Vorführung, Hinstellung. Man stellt jemand oder etwas dar, heißt: man stellt eine Person oder eine Sache so hin, daß sie von allen gesehen werden kann. Die D. Christi im Tempel bedeutet die Hinstellung, Vorführung vor das Antlitz des Herrn; die D. von Zeugen bedeutet deren Herbeiführung etc. Bald aber wird das Wort D. beschränkt auf die Sichtbarmachung und Hervorbringung einer Sache; zwei Elemente sind dem Begriff in diesem Entwickelungsstadium unerläßlich: 1) daß das Dargestellte sinnlich wahrnehmbar ist, und 2) daß es durch menschliche Fertigkeit entsteht. In diesem Sinne bedient sich die Ästhetik des Ausdrucks D. Da nun das, was durch menschliche Fertigkeit entsteht, vorher in der Seele vorhanden gewesen sein muß, so ist D. die Erschließung eines seelischen Inhalts für die sinnliche Wahrnehmung (Auge und Ohr). Hierdurch, daß das nach außen Kundgegebene aus dem Innern geschöpft ist, unterscheidet sich die D. von der Nachahmung oder Nachbildung, bei der ein durch die Natur oder Kunst Vorgebildetes in äußerlicherer Weise wiederholt wird. Aber nicht nur eines seelischen Inhalts derartige Erschließung an und für sich heißt D., sondern auch die Art solcher Erschließung: der Begriff D. ist ein ästhetischer Wert begriff. Er berührt sich als solcher mit dem Begriff Stil (s. d.), ohne sich mit ihm zu decken: der »innere Stil« macht sich bereits geltend in der Auswahl und Auffassung des Gegenstandes, der »äußere Stil« bezeichnet die Formgebung auf Grund solcher Auswahl und Auffassung. Insofern bei dem Begriff D. weniger an die Gestaltung eines Stoffes an sich, als an die Art der Gestaltung gedacht wird, lehnt er sich an den Begriff des »äußern Stils« an. Aber das Hauptmerkmal des Begriffs D. liegt doch in der Tatsache der Erschließung des seelischen Inhalts, nicht in der Art. Über die Arten der D. s. daher den Art. »Stil«. Der Gegensatz von Nachahmung und D. läßt bereits erkennen, daß die D. nicht auf die Erscheinungen der äußern Welt beschränkt ist: der Darstellende bemächtigt sich dieser, insoweit sie in seinem seelischen Leben Bedeutung gewonnen hat, und er darf sie, wenn er will, im Widerspruch zu den realen Gesetzen der Natur und des Lebens gestalten; indessen auch dort, wo er diese Gesetze anerkennt, bleibt er als Künstler kein Nachahmer, sondern Neuschöpfer. Da er aus dem Innern, aus der Welk seiner Vorstellungen, Gefühle und Willensregungen schöpft, so ist er nun aber auch befähigt und berechtigt, vieles zu gestalten, wozu die äußere Welt kein Analogon darbietet: solche D. herrscht in den »freien« Künsten der Musik und der Architektur, während die Neuschöpfungen der Poesie.

[Bd. 4, Sp. 529]


Malerei und Plastik, soweit sie nach Maßgabe wirklicher Lebenserscheinungen erfolgen, gern als »gebunden« bezeichnet werden (s. Meyers Kunst). Neben diesen Unterschieden des Gegenstandes der D. sind diejenigen des Materials und der Darstellungsmittel von Bedeutung. Die D. der über sehr mannigfaltiges Material verfügenden bildenden Kunst erfolgt durch Formen und Farben im Raume, die der Musik durch geregelte Tonfolge in der Zeit; das Ausdrucksmittel der Poesie, die Sprache, wendet sich zwar an das Ohr, erweckt aber durch die Bedeutung ihrer artikulierten Laute nicht nur schnell wandelbare Gesichtsvorstellungen, sondern auch mannigfaltigste weitere psychische Inhalte. Das Gebiet ihrer D. ist, abgesehen von gewissen Schranken der Deutlichkeit, fast unbegrenzt, während sich bildende Kunst und Musik auf einem viel engern Gebiete bewegen, auf dem sie allerdings Darstellungen von intensiverer Wirkung erzielen. In einem besondern Sinne wird das Wort D. in der Schauspielkunst gebraucht, wo es sowohl die Ausführung eines ganzen Stückes als insbes. die Verkörperung der einzelnen Rollen bezeichnet. Doch klingt die Grundbedeutung des Wortes auch hier scharf hervor, wonach D. die auf menschlicher Fertigkeit beruhende Versinnlichung eines seelischen Inhalts ist.
 
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Darstellung Christi, christliches Fest, wird in der katholischen Kirche 2. Februar (Mariä Reinigung, Lichtmeß) gefeiert (nach Luk. 2,22ff.).
 
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Darstellung der Jungfrau Maria, s. Meyers Marienfeste.
 
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Dartford, Stadt in der engl. Grafschaft Kent, 27 km östlich von London, am Darent, der 4 km unterhalb in die Themse mündet, hat Reste eines Augustinerklosters, Lateinschule, betreibt Fabrikation von Dampfmaschinen, Papier, Pulver und Chemikalien und zählt (1901) 18,643 Einw. In der Nähe das Dorf Stone mit schöner gotischer Kirche (13. Jahrh.).
 
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Darthé, Mitschuldiger von Babeuf (s. d.).
 
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Dartmoor (spr. dártmūr), eine granitische Insellandschaft in der engl. Grafschaft Devon, nordöstlich von Plymouth, 500 qkm groß, war ehemals stark bewaldet, ist jetzt aber von Moor und Heideflächen bedeckt, aus denen Granitblöcke (Tors) hervorragen. Höchste Punkte sind Yes Tor (625 m) und High Wilhays (621 m).
 
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Dartmouth (spr. -möth), 1) Hafenstadt (municipal borough) in Devonshire (England), an der Mündung des Dart in den Kanal, ist terrassenförmig am Abhang der Hügel gelegen, mit der schönen Heilandskirche und (1901) 6579 Einw. Den landumschlossenen Hafen verteidigt ein am Eingang desselben gelegenes Schloß. Er ist großen Schiffen zugänglich, der Außenhandel aber unbedeutend. Zum Hafen gehörten 1901: 59 Schiffe und 268 Fischerboote. D. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls. 2) Hafenort im nordamerikan. Staat Massachusetts, Grafschaft Bristol, an der Buzzardbai, mit (1900) 3669 Einw. 3) Stadt in der Grafschaft Halifax der kanad. Provinz Neuschottland, an der Bai von Halifax, mit Irrenhaus und (1901) 4806 Einw.

 

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