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Darmwunden bis Darrgras (Bd. 4, Sp. 527 bis 528)
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Artikelverweis Darmwunden entstehen 1) ohne gleichzeitige Eröffnung der Bauchhöhle durch Einwirkung sehr starker stumpfer Gewalt, wie z. B. durch Hufschlag gegen den Leib, durch heftigen Stoß mit einer Wagendeichsel etc., wobei äußerlich an der Stelle der Verletzung in der Regel höchstens eine relativ geringe Blutunterlaufung an der Bauchhaut sichtbar ist, während der dahinter liegende Dünndarm vollkommen zerrissen sein kann. In diesem Falle wird der Darminhalt in die Bauchhöhle austreten, sich schnell verbreiten und, oft schon wenige Stunden nach der Verletzung, allgemeine Bauchfellentzündung hervorrufen. In solchem Falle kann die Verletzung nur durch Bauchschnitt mit Erfolg behandelt werden, indem man die ausgesuchte Darmwunde in geeigneter Weise vernäht und eventuell die Bauchhöhle von Darminhalt oder Eiter reinigt. D. entstehen 2) mit gleichzeitiger Eröffnung der Bauchhöhle durch Stoß, Stich, Hieb, Schuß. Bei allen diesen Fällen kann durch Mitverletzung eines größern Blutgefäßes dec Tsd dacch Verblutung drohen, und zwar ohne daß das Blut durch die Wunde in der Bauchwand nach außen abfließt. Erkennbar ist diese Gefahr durch Blaßwerden, zunehmendes Schwächegefühl, starken Durst, dann Ohnmachtsanwandlung, Schwächerwerden des Pulses. Hier kann nur Eröffnung der Bauchhöhle, Aufsuchen und Unterbinden des blutenden Gefäßes, alsdann Reinigung der Bauchhöhle von dem bereits in dieselbe ergossenem Blut Rettung bringen. Nächst der Blutung droht, besonders bei größerer Wunde der Bauchwand, die Gefahr des Vorfalls, wobei der Dünndarm am meisten in Betracht kommt. Ist der vorgefallene Darmteil nicht eingeklemmt, so kann man ihn, nach Abwaschung mit steriler Kochsalzlösung, sofort reponieren. Ein bereits einige Zeit vorliegendes oder gar eingeklemmtes Darmstück wird man in vielen Fällen, immer dann, wenn blaurote Verfärbung und Brand begonnen hat, durch Darmresektion entfernen und die hierdurch entstandenen Querschnitte des Darmrohres sorgfältig aneinander nähen (s. Meyers Darmnaht). Durch dieselbe Operation werden schwerer verletzte, z. B. stark zerrissene Darmstücke entfernt, ebenso solche, deren Wunden brandig geworden sind. Dagegen können kleinere Stich- und Schußwunden des Darmes häufig durch Anlegung einer seinen Naht geschlossen werden. Seltener legen sich sofort nach Entstehung der Wunde deren Ränder aneinander und heilen von selbst, besonders bei kleinen Wunden und in dem straffern Gewebe der Dickdarmwand. Dies ist aber die Ausnahme, und man muß daher alle D. aufsuchen und schließen, wobei stets zu berücksichtigen ist, daß bei den vielfach neben-, über- und untereinander gelagerten Darmschlingen eine Stich- oder eine Schußwunde mehrere Darmverletzungen verursachen kann. War der Darm im Augenblick der Verletzung gefüllt, so wird viel leichter, als wenn er leer war, Darminhalt in die Bauchhöhle austreten und eine Bauchfellentzündung hervorrufen, die in günstigen Fällen lokal beschränkt sein und fernerhin durch Verwachsungen abgekapselt werden kann, in ungünstigen Fällen eine allgemeine und tödliche wird. (Daher vermeidet man vor Pistolenduellen Nahrungsaufnahme.) Wo, wie häufig im Krieg, wohleingerichtete chirurgische Anstalten nicht zur Verfügung stehen, beobachtet man neuerdings (im südafrikanischen Krieg) vielfach ein möglichst konservatives, abwartendes Verhalten (vollkommene Ruhe, Opium, Nahrungsenthaltung).
 
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Darmzotten, s. Meyers Darm, S. 520.
 
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Darnaut, Hugo, Maler, geb. 28. Nov. 1850 in Dessau, bildete sich auf der Akademie der bildenden Künste zu Wien zum Landschaftsmaler aus und machte sich durch Gebirgs- und Waldlandschaften bekannt, die durch großartige Auffassung und ernste Stimmung an Albert Zimmermann erinnern. Er wählt die Motive zu seinen Ölbildern und Aquarellen zumeist aus den Karpathen, aus Tirol, Niederösterreich und Mähren, gelegentlich auch aus den Gestaden der Ostsee. Auf dem Gebiete der monumentalen Malerei hat er sich durch mehrere Wandgemälde im naturhistorischen Museum zu Wien (Idealbild aus der Steinzeit, Hausberg, Pfahlbauten von Neuguinea u. a.) betätigt.
 
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Darnétal, Stadt im franz. Depart. Niederseine, Arrond. Rouen, 4 km östlich von Rouen an der Nord- und Westbahn gelegen, hat eine Kirche aus dem 15. Jahrh., Baumwollspinnerei und-Weberei, Färberei, Druckerei und (1901) 6763 Einw.
 
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Darnis, tripolitan. Stadt, s. Meyers Derna.
 
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Darnley (spr. -lĭ), Heinrich Stuart, Lord, zweiter Gemahl der Königin Maria Stuart von Schottland, der älteste Sohn des Grafen Lennox und der Lady Margarete Douglas und von beiden Seiten mit dem königlichen Haus in Schottland und England verwandt, geb. 7. Dez. 1541, gest. 10. Febr. 1567, wurde in England erzogen, kehrte 1565 nach Schottland zurück und gewann durch seine Schönheit die Königin so vollständig, daß sie gegen den Wunsch der Königin Elisabeth von England und ihres Halbbruders, des Grafen Moray, sich mit ihm 29. Juli 1565 zu Edinburg vermählte, nachdem sie ihm tags zuvor den Königstitel übertragen hatte. Doch dauerte das gute Einvernehmen zwischen den Gatten nicht lange. Durch sein hochfahrendes, rohes Auftreten, seinen Mangel an feinerer Bildung und seine gesteigerten Ansprüche auf Ehre und Macht entfremdete sich D. seine Gemahlin. Aus Eifersucht auf den steigenden Einfluß des Italieners Riccio, des Geheimschreibers der Königin, drang D. am Abende des 9. März 1566 mit andern schottischen Großen im Schloß zu Edinburg in das Zimmer der Königin, in deren Gegenwart Riccio von den Verschwornen ermordet wurde. Maria, anfangs als Gefangene bewacht, söhnte sich scheinbar mit D. aus, verließ mit ihm die Hauptstadt, bot Moray und andern Großen die Hand zur Versöhnung und zwang mit deren Hilfe die Mörder zur Flucht. Darnleys unwürdiges Benehmen während dieser Vorgänge ließ ihn die Zuneigung seiner Gemahlin vollends verlieren, und ihr Verhältnis wurde auch durch die Geburt des spätern Jakob VI. (I.) 19. Juni 1566 nicht besser. Als D. im Dezember d. I. in Glasgow, wohin er sich zu seinem Vater begeben hatte, an den Pocken erkrankte, stattete ihm Maria hier einen Besuch ab, versöhnte sich dem Anscheine nach mit ihm, bewog ihn, ihr nach Edinburg zu folgen, und ließ ihm vor der Stadt ein kleines Landhaus als Wohnung herrichten, wo sie ihn häufig besuchte, bisweilen sogar übernachtete. In der Nacht vom 9. auf den 10. Febr. 1567, die Maria in Edinburg zubrachte, ward des Königs Haus durch Pulver in die Luft gesprengt, er selbst erdrosselt; seinen Leichnam fand man in einem benachbarten Garten. Als seine Mörder bezeichnete die öffentliche Stimme Bothwell und die Königin; während jenes Schuld allseitig anerkannt wird, sind über die Frage nach Marias Mitwissenschaft und Teilnahme an dem Verbrechen die Meinungen der Geschichtsforscher noch heute geteilt; doch kann nicht wohl bezweifelt werden, daß überwiegende Gründe

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für ihre Schuld sprechen. Vgl. die Literaturangaben bei dem Artikel »Maria Stuart«.
 
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Darōca, Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Saragossa, liegt malerisch in dem wohlbebauten Tal des Jiloca, an der Eisenbahn Calatayud-Valencia, hat alte Ringmauern mit 141 Türmen und zwei gotischen Toren, ein Felsen schloß und (1900) 3641 Einw. Bemerkenswert ist der im 16. Jahrh. erbaute, 700 m lange Tunnel, der bei Regen das Hochwasser zum Jiloca ableitet. Hier 1121 Sieg Alfons' I. über die Mauren. Im S. der Stadt liegt der Pic de la Almenara (1438 m) und der salzhaltige See Gallocanta.
 
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Darre, Vorrichtung zum Trocknen oder schwachen Rösten von Obst, Getreide, Flachs, Holz, Malz etc., um sie zum längern Aufbewahren oder zu weiterer technischer Verwendung geeignet zu machen (vgl. die betr. Artikel). Beim Geflügel heißt D. auch soviel wie Darrsucht (s. d.).
 
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Darren, trocknen, rösten, das Glühen blei- und silberhaltigen Kupfers unter Luftzutritt, wobei Blei und Silber ausseigern und die gebildete leichtflüssige Darrschlacke abfließt, während Kupfer (Darrlinge) ungeschmolzen zurückbleibt.
 
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D'Arrest, Astronom, s. Meyers Arrest, S. 811.
 
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Darrgras, s. Meyers Hiërochloë.

 

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