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Darmnaht bis Darmsteine (Bd. 4, Sp. 523 bis 526)
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Artikelverweis Darmnaht, chirurg. Operation, durch die Schuß-, Hieb-, Stichwunden des Darmes durch Anlegen von Catgut- oder Seidennähten geschlossen werden, oder durch die nach operativer Entfernung erkrankter (Krebs, Tuberkulose etc.), oder durch Einklemmung (bei Brüchen) brandig gewordener, oder endlich in größerer Ausdehnung verletzter ganzer Teile von Darmschlingen die beiden Enden des Darmes wieder vereinigt werden. In den letzten Jahren bedient man sich vielfach zur Vereinfachung oder gar als Ersatz der Naht des Murphyschen Knopf es, eines von Murphy in Chicago konstruierten Apparates aus Metall;. er besteht aus zwei Teilen, die, je in die Lichtung eines vollkommen (quer) durchtrennten Darmstückes eingeführt, ineinander geschoben werden (Federmechanismus); dabei werden die umgestülpten äußern Ränder der Darmlichtungen aneinander gedrängt und verwachsen, die innern, direkt gequetscht, sterben nach einiger Zeit ab, wodurch der Knopf frei wird und sich mit dem Kot entleert.
 
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Darmnetzbruch, s. Meyers Bruch, S. 472.
 
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Darmperforation, s. Meyers Darmgeschwüre.
 
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Darmresektion, Entfernung eines Darmstückes, wird besonders bei bösartigen Neubildungen des Darmes, bei Brand eingeklemmter Darmschlingen, bei Verletzungen etc. vorgenommen. Das durch Unterbindungen abgeschlossene Darmstück wird zuerst vom Gekröse, dann vom Darm getrennt, worauf die zurückbleibenden Darmenden durch Naht (s. Meyers Darmnaht) vereinigt werden. Es können Darmstücke von weit über 1 m Länge ohne Schaden entfernt werden.
 
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Darmsaft, ein von der Schleimhaut des Darmkanals, besonders von den Lieberkühnschen und den Brunnerschen Drüsen, geliefertes farbloses, alkalisch reagierendes Sekret, das bei manchen Tieren Fermente, insbes. zuckerbildende, enthalten soll. Eine hervorragende Bedeutung des Darmsaftes für die Verdauung, ist nicht nachgewiesen. Seine Menge ist sehr gering. Um ihn zu gewinnen, legt man bei Tieren Darmfisteln an. Das Sekret des Dickdarms besteht größtenteils aus Schleim.
 
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Darmsaiten, s. Meyers Saiten.
 
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Darmscheidenfistel, krankhafte Verbindung zwischen Scheide und Darm. Zwischen Dünndarm und Scheide entsteht eine Verbindung bei Durchbruch des Eiters von Beckenabszessen nach ausgebreiteter Peri- und Parametritis. Der Darminhalt nimmt dann teilweise oder vollständig seinen Weg durch die Scheide. Heilung ist nur durch Operation möglich. Viel häufiger ist Mastdarmscheidenfistel (s. d.).

[Bd. 4, Sp. 524]



 
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Darmschnitt (Enterotomie), die operative Eröffnung des Darmes zur Anlegung eines künstlichen Afters, zur Entfernung von Fremdkörpern, zur Beseitigung abgestorbener, z. B. in Brüchen eingeklemmt gewesener Darmschlingen, zur Entfernung krebsig erkrankter Darmteile.
 
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Darmschwindsucht (Darmtuberkulose, Phthisis meseraica, Enterophthisis, Phthisis oder Tabes intestinalis), die tuberkulösen Prozesse des Darmes und der zugehörigen Gekrösdrüsen. Es entstehen Schwellung, Verkäsung, Ausbruch und bald rascher, bald langsamer um sich greifende Verschwärung der lymphatischen Apparate der Darmwand, ferner Schwellung und Verkäsung der Gekrösdrüsen. Dazu gesellt sich oft, freilich meist als Teilerscheinung des allgemeinen Prozesses, Amyloidentartung der Schleimhaut. D. kommt selten und meist nur bei Kindern primär vor und ist dann die Folge einer Aufnahme von Tuberkelbazillen mit der Nahrung (z. B. roher Milch tuberkulöser Kühe); sekundär entwickeln sich tuberkulöse Geschwüre im Darm bei Lungenschwindsüchtigen (s. Meyers Darmgeschwüre 4). Das wichtigste Symptom bildet die Diarrhöe. Da die Verdauung daniederliegt, so hat die D. meist hochgradige Abmagerung zur Folge. Die meist erfolglose Behandlung beschränkt sich auf zweckmäßige Ernährung und Bekämpfung des Durchfalls.
 
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Darmstadt, Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Hessen (s. den Plan), liegt zwischen Rhein und Main, am Übergang des Odenwaldes und der Bergstraße in die Ebene, 146 m ü. M. Sie besteht aus der Altstadt, mit engen und winkeligen Straßen, und der Neustadt, die durch das großherzogliche Schloß und den Paradeplatz voneinander getrennt werden. Die Neustadt enthält breite, schöne Straßen, die z. T. mit Alleen bepflanzt sind, sowie zahlreiche, mit hübschen Anlagen geschmückte Plätze und mehrere große, parkähnliche Gärten. Hauptverkehrsader der Stadt ist die Rheinstraße, die vom Bahnhof, dem gegenüber das Bankgebäude sich befindet und die Bronzebüste des Chemikers Justus v. Liebig steht, nach dem schönsten Platze der Stadt, dem Luisenplatz, und zum großherzoglichen Schloß führt. An dem Luisenplatz liegen das Postgebäude, das Kollegiengebäude (seit 1780), das Ständehaus und das Alte Palais; auf dem Platz erhebt sich das Ludwigsdenkmal, eine 43 m hohe Sandsteinsäule mit dem 7 m hohen, nach Schwanthalers Entwurf von Stiglmayr aus Erz gegossenen Standbild Ludwigs I., des ersten Großherzogs von Hessen. Von dem Luisenplatz nach S. führt die breite Wilhelminenstraße zur Rotunde der katholischen Kirche; in der Nähe liegt das Palais des Prinzen Karl, in dem sich das Original der von Holbein d. jüngern gemalten Madonna des Bürgermeisters Meyer befindet. Nach N. zu gelangt man auf den Mathildenplatz mit dem Denkmal des Tonkünstlers Abt Vogler, dem Neuen Kollegiengebäude, dem Justizgebäude und dem Marstall. Von hier nach NW. liegt einer der neuesten Stadtteile, das sogen Blumenthalviertel, in dem die evangelische Johanniskirche steht. Vom Luisenplatz nach O. schreitend, gelangt man zum großherzoglichen Schloß, einem aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Komplex von Bauten, der von einem tiefen, jetzt in Gartenanlagen verwandelten Graben umgeben ist. Die ältesten Teile gehören noch dem Mittelalter an. Die andern entstammen der Regierung Georgs I. (15671596). Der Glockenspielbau wurde von Ludwig VI. (gest. 1678) errichtet, die neuern Schloßteile von 1717 an durch Landgraf Ernst Ludwig. Das Schloß enthält die dem Land gehörigen wissenschaftlichen und Kunstsammlungen. Solche sind: 1) die Hofbibliothek mit über 600,000 Bänden, darunter 1700 Inkunabeln, und vielen Holzschnittwerken; 2) das Alte Museum, ägyptische, römische und germanische Altertümer, eine Münzsammlung sowie kunstgewerbliche und ethnographische Gegenstände enthaltend; 3) das Kupferstichkabinett; 4) die Gemäldegalerie, besonders ausgezeichnet durch Werke der altdeutschen und niederländischen Schulen; 5) die naturwissenschaftlichen Sammlungen, darunter die paläontologische von besonderer Bedeutung; 6) der Antikensaal. Auch das Staatsarchiv befindet sich im Schloß.
   Nördlich vom Schlosse steht das nach dem Brande von 1871 neuerbaute Hoftheater, westlich von demselben erheben sich die Standbilder Philipps des Großmütigen und Georgs I., während weiter westlich das Monumentalgebäude des Neuen Museums entsteht, das nach seiner Fertigstellung (1905) die jetzt im Schlosse befindlichen Sammlungen aufnehmen soll. Südlich davon zieht sich an der Westseite des Schlosses entlang der Paradeplatz, auf der einen Seite mit dem 1879 enthüllten Kriegerdenkmal, auf der andern mit dem 1898 enthüllten, von F. Schaper modellierten Reiterstandbilde des Großherzogs Ludwig IV. Nördlich vom Hoftheater und Neuen Museum dehnt sich der Schloßgarten oder Herrengarten aus, ein Park in englischem Geschmack. Rechts vom Eingang am Hoftheaterplatz befindet sich das Grab der »großen Landgräfin« Karoline Henriette, Gemahlin des Landgrafen Ludwig IX. (gest. 1774), das die von Friedrich d. Gr. gestiftete Marmorurne mit der Inschrift: »Femina sexu, ingenio vir« trägt. Hier hat auch (seit 1903) das Denkmal des jungen Goethe (nach dem Entwurfe von Habich und Zeller) seinen Platz. Ostlich am Herrengarten ist (19031905) der Monumentalbau der Technischen Hochschule im Entstehen begriffen, nach dem südlichen Teile des Parkes wurde das früher auf dem Marienplatz befindliche Denkmal der in den Napoleonischen und Befreiungskriegen gefallenen hessischen Krieger versetzt. Östlich an die Stadt grenzt die Mathildenhöhe, früher eine große Gartenanlage, jetzt zu einer Villenkolonie in Umwandlung begriffen. Hier befinden sich das Diakonissenmutterhaus Elisabethenstift mit schöner Kirche, das Alicehospital, die vom Kaiser Nikolaus II. von Rußland 189899 erbaute russische Kapelle, zum Gedächtnis der Kaiserin Maria von Rußland (Gemahlin Alexanders II.) errichtet, und die vom Großherzog Ludwig ins Leben gerufene Künstlerkolonie.
   Auf der Südseite des Schlosses liegt der Marktplatz mit dem Rathaus, der neuerdings erweitert wird und den Namen Schillerplatz erhalten soll. Unweit davon erhebt sich die evang. Stadtkirche aus dem 15. Jahrh., im 17. Jahrh. umgebaut, mit dem Renaissancegrabmal von Georg I. (gest. 1596). Von den sieben evang. Kirchen sind noch erwähnenswert: die Bessunger- und Martinskirche. Die schon erwähnte kath. Kirche enthält die Grabmäler der Großherzogin Mathilde und des Prinzen Friedrich. An gottesdienstlichen Gebäuden hat die Stadt noch zwei Synagogen. Auf dem mit Anlagen gezierten Platze bei der kath. Kirche, dem Wilhelminenplatz, wurde 1902 der verstorbenen

[Bd. 4, Sp. 525]


Großherzogin Alice, Gemahlin Ludwigs IV., ein Denkmal errichtet. In der Nähe befindet sich das Neue Palais, die Wohnung des Großherzogs. Eine Zierde der Stadt sind auch die schönen und wohleingerichteten Schulbauten. Als Vergnügungslokale sind der Saalbau, der Saal der Turngemeinde und der Kaisersaal zu nennen.
   Die Zahl der Einwohner betrug Ende des 18. Jahrh. erst 6700; 1816 zählte D. bereits 15,391 und 1900 mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 115, zwei Dragonerregimenter Nr. 23 und 24, ein Feldartillerieregiment Nr. 25, eine Abteilung Feldartillerie Nr. 61 und ein Trainbataillon Nr. 18) 72,381 Einw., davon 12,320 Katholiken und 1689 Juden. Die Industrie ist nicht unbedeutend. D. hat Fabriken für Chemikalien, Schokolade, Fayenceöfen, eiserne Herde, Kassenschränke, Kessel, Knöpfe, Lederwaren, Maschinen, Möbel, musikalische Instrumente, Seife, Spielkarten, Strohhüte, Tabak, Tapeten, Wagen etc., große Kunstgärtnereien, Klenganstalten für land- und forstwirtschaftliche Sämereien, geographisch-lithographische Anstalten u. Buchdruckereien. Der Handel ist besonders lebhaft in Landesprodukten und wird unterstützt durch eine Reichsbankstelle (Umsatz 1902: 574,1 Mill. Mk.), die Bank für Handel und Industrie, die Bank für Süddeutschland, die Darmstädter Volksbank, die landwirtschaftliche Genossenschaftsbank, die hessische Hypothekenbank etc. Die Stadt ist Knotenpunkt der preußisch-hessischen Staatsbahnlinien Frankfurt a. M. Heidelberg, Mainz-Aschaffenburg, D.-Worms und anderer Linien. Zahlreiche elektrische Bahnlinien vermitteln den Verkehr in der Stadt und mit der Umgegend. An Bildungsanstalten besitzt D. außer der Bibliothek und den Sammlungen (s. oben) eine technische Hochschule (Sommersemester 1902: 1740 Studierende), zwei Gymnasien, ein Realgymnasium mit Realschule, eine Oberrealschule, Baugewerkschule, Gewerbeschule, kaufmännische Schule, landwirtschaftliche Winterschule etc., einen botanischen Garten, eine Zentralstelle für Gewerbe und den Gewerbeverein mit technischer Mustersammlung. Von Wohltätigkeitsanstalten sind besonders das städtische und das Landkrankenhaus, das Elisabethenstift, das Haus der Barmherzigen Schwestern, die Idiotenanstalt Alicestift und das Alicehospital zu nennen. D. ist Sitz der obersten Staatsbehörden, der Ministerien, des Oberkonsistoriums, der Oberrechnungskammer, der Regierung für die Provinz Starkenburg, eines Kreisamts, Oberpostamts, Hauptsteueramts, der hessisch-thüringischen Staatslotterie, einer Zentralstelle für Landesstatistik und Gewerbe, eines Oberlandes- und Landgerichts sowie des Stabes der 25. Division, der 49. Infanterie-, 25. Kavallerie- und 25. Feldartilleriebrigade. Die städtischen Behörden zählen 4 Magistratsmitglieder und 42 Stadtverordnete. In D. sind geboren: H. P. Sturz, Joh. Heinr. Merck (Goethes Freund), die Kupferstecher Heß und Jakob Felsing, der Orientalist F. E. Schul, Justus v. Liebig, General von der Tann u. a. Im benachbarten Oberramstadt ist der Humorist Lichtenberg geboren. Zum Oberlandesgerichtsbezirk D. gehören die 3 Landgerichte zu D., Gießen und Mainz, zum Landgerichtsbezirk D. die 19 Amtsgerichte zu Beerfelden, Bensheim, D. I und II, Fürth, Gernsheim, Großgerau, Groß-Umstadt, Hirschhorn, Höchst, Langen, Lorsch, Michelstadt, Offenbach a. M., Reinheim, Seligenstadt, Waldmichelbach, Wimpfen und Zwingenberg.
   In der waldreichen Umgebung sind besonders bemerkenswert: die Ludwigshöhe (242 m) mit großem Gast- und Pensionshaus und Aussichtsturm, ferner die Ausflugsorte Traisa, Ober- und Niederramstadt (Stationen der Odenwaldbahn), in größerer Nähe der Stadt der Karlshof, das Heilige Kreuz und die Rosenhöhe, letztere mit dem Mausoleum des großherzoglichen Hauses (Grabmal einer jung verstorbenen Prinzessin, von Rauch; Grabmal der Großherzogin Alice, von der Königin Viktoria von England gestiftet, ausgeführt von Böhm) u. einem Schlößchen des Prinzen Wilhelm von Hessen. 6 km westlich von D. liegt der Truppenübungsplatz für das 18. Armeekorps. Geschichte. In Urkunden des 8.11. Jahrh. erscheint ein Dorf Darmundestat und war bis 1257 im Lehnsbesitz der Reichsministerialen von Dornberg. Dann vom Grafen Diether III. von Katzenelnbogen eingezogen, erhielt es 1330 Stadtrecht, und bis 1375 war die alte Burg vollendet. Nach dem Erlöschen der männlichen Linie der Grafen von Katzenelnbogen 1479 kam D. durch Heirat an Hessen. 1518 hatte D. eine heftige Belagerung durch Franz v. Sickingen zu bestehen, die durch einen Vergleich endete. Im Schmalkaldischen Kriege (1546) ward die Stadt von einem niederländisch-spanischen Korps unter dem Grafen von Büren mit List eingenommen, geplündert und das Schloß in die Luft gesprengt. Die Stadt erholte sich erst unter dem Landgrafen Georg I. von Hessen, der D. zu seiner Residenz wählte (1567) und Stifter der hessen-darmstädtischen Linie wurde. Ihre glänzendste Zeit begann mit der Regierung Ludwigs X. (als Großherzog Ludwig I., 17901830). Die alten Mauern wurden größtenteils abgetragen, die Stadt nach allen Richtungen erweitert, ganze Straßen mit schönen Gebäuden und eine Menge trefflicher Bildungsanstalten gegründet. In D. wurde 182022 der sogen. Darmstädter Handelskongreß (zur Beratung über gemeinschaftliche Zölle) von den Bevollmächtigten

[Bd. 4, Sp. 526]


mehrerer süddeutscher Staaten gehalten und 6. April 1852 die sogen. Darmstädter Koalition gegen den preußischen Zollverein (s. d.) geschlossen. Vgl. Walther, Darmstädter Antiquarius (Darmst. 1857); Derselbe, D. wie es war und wie es geworden (das. 1865); Mitzenius, D., seine Wälder und Höhen etc. (Führer, das. 1871); Zernin u. Wörner, D. und seine Umgebung (Zürich 1890).
 
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Darmsteine (Kotsteine), harte, steinähnliche Körper von sehr verschiedener Form und Größe, die sich zuweilen im Darmkanal bilden. Sie entstehen oft durch schichtweise Ablagerung von Kot um andersartige Fremdkörper und können durch Imprägnierung mit Kalksalzen eine besondere Härte erlangen. Beim Menschen finden sich solche D. am häufigsten in dem wurmförmigen Anhang des Blinddarms und verursachen nicht selten Blinddarmentzündung (s. d.). Bei gewissen Tieren, namentlich bei Pferden, sind D. im Blinddarm sehr häufig, meist mehrere zugleich und bis zu einem Gewicht von vielen Pfunden. Diese D. bestehen zu 90 Proz. aus phosphorsaurer Ammoniakmagnesia, außerdem aus phosphorsaurem und kohlensaurem Kalk etc., sind rundlich oder facettiert, außen glatt, innen geschichtet und enthalten als Kern gewöhnlich einen zufällig mit dem Futter verschluckten fremden Körper. Auch kommen Zusammenballungen unverdaulicher Stoffe vor, die sich nur mit einer Schicht von Kalksalzen umhüllt haben (falsche D.). Die D. bedingen oft tödliche Verstopfung. Vgl. Haarballen.

 

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