Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Darmmuskelblatt bis Darmschwindsucht (Bd. 4, Sp. 523 bis 524)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Darmmuskelblatt, s. Meyers Keimblätter.
 
Artikelverweis 
Darmnabel, s. Meyers Dottersack und Meyers Embryo.
 
Artikelverweis 
Darmnaht, chirurg. Operation, durch die Schuß-, Hieb-, Stichwunden des Darmes durch Anlegen von Catgut- oder Seidennähten geschlossen werden, oder durch die nach operativer Entfernung erkrankter (Krebs, Tuberkulose etc.), oder durch Einklemmung (bei Brüchen) brandig gewordener, oder endlich in größerer Ausdehnung verletzter ganzer Teile von Darmschlingen die beiden Enden des Darmes wieder vereinigt werden. In den letzten Jahren bedient man sich vielfach zur Vereinfachung oder gar als Ersatz der Naht des Murphyschen Knopf es, eines von Murphy in Chicago konstruierten Apparates aus Metall;. er besteht aus zwei Teilen, die, je in die Lichtung eines vollkommen (quer) durchtrennten Darmstückes eingeführt, ineinander geschoben werden (Federmechanismus); dabei werden die umgestülpten äußern Ränder der Darmlichtungen aneinander gedrängt und verwachsen, die innern, direkt gequetscht, sterben nach einiger Zeit ab, wodurch der Knopf frei wird und sich mit dem Kot entleert.
 
Artikelverweis 
Darmnetzbruch, s. Meyers Bruch, S. 472.
 
Artikelverweis 
Darmperforation, s. Meyers Darmgeschwüre.
 
Artikelverweis 
Darmresektion, Entfernung eines Darmstückes, wird besonders bei bösartigen Neubildungen des Darmes, bei Brand eingeklemmter Darmschlingen, bei Verletzungen etc. vorgenommen. Das durch Unterbindungen abgeschlossene Darmstück wird zuerst vom Gekröse, dann vom Darm getrennt, worauf die zurückbleibenden Darmenden durch Naht (s. Meyers Darmnaht) vereinigt werden. Es können Darmstücke von weit über 1 m Länge ohne Schaden entfernt werden.
 
Artikelverweis 
Darmsaft, ein von der Schleimhaut des Darmkanals, besonders von den Lieberkühnschen und den Brunnerschen Drüsen, geliefertes farbloses, alkalisch reagierendes Sekret, das bei manchen Tieren Fermente, insbes. zuckerbildende, enthalten soll. Eine hervorragende Bedeutung des Darmsaftes für die Verdauung, ist nicht nachgewiesen. Seine Menge ist sehr gering. Um ihn zu gewinnen, legt man bei Tieren Darmfisteln an. Das Sekret des Dickdarms besteht größtenteils aus Schleim.
 
Artikelverweis 
Darmsaiten, s. Meyers Saiten.
 
Artikelverweis 
Darmscheidenfistel, krankhafte Verbindung zwischen Scheide und Darm. Zwischen Dünndarm und Scheide entsteht eine Verbindung bei Durchbruch des Eiters von Beckenabszessen nach ausgebreiteter Peri- und Parametritis. Der Darminhalt nimmt dann teilweise oder vollständig seinen Weg durch die Scheide. Heilung ist nur durch Operation möglich. Viel häufiger ist Mastdarmscheidenfistel (s. d.).

[Bd. 4, Sp. 524]



 
Artikelverweis 
Darmschnitt (Enterotomie), die operative Eröffnung des Darmes zur Anlegung eines künstlichen Afters, zur Entfernung von Fremdkörpern, zur Beseitigung abgestorbener, z. B. in Brüchen eingeklemmt gewesener Darmschlingen, zur Entfernung krebsig erkrankter Darmteile.
 
Artikelverweis 
Darmschwindsucht (Darmtuberkulose, Phthisis meseraica, Enterophthisis, Phthisis oder Tabes intestinalis), die tuberkulösen Prozesse des Darmes und der zugehörigen Gekrösdrüsen. Es entstehen Schwellung, Verkäsung, Ausbruch und bald rascher, bald langsamer um sich greifende Verschwärung der lymphatischen Apparate der Darmwand, ferner Schwellung und Verkäsung der Gekrösdrüsen. Dazu gesellt sich oft, freilich meist als Teilerscheinung des allgemeinen Prozesses, Amyloidentartung der Schleimhaut. D. kommt selten und meist nur bei Kindern primär vor und ist dann die Folge einer Aufnahme von Tuberkelbazillen mit der Nahrung (z. B. roher Milch tuberkulöser Kühe); sekundär entwickeln sich tuberkulöse Geschwüre im Darm bei Lungenschwindsüchtigen (s. Meyers Darmgeschwüre 4). Das wichtigste Symptom bildet die Diarrhöe. Da die Verdauung daniederliegt, so hat die D. meist hochgradige Abmagerung zur Folge. Die meist erfolglose Behandlung beschränkt sich auf zweckmäßige Ernährung und Bekämpfung des Durchfalls.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: