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Darmkrebs bis Darmsaiten (Bd. 4, Sp. 523)
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Artikelverweis Darmkrebs findet sich am häufigsten im untern Ende des Darmes von der Gegend der Bauhinschen Klappe an, besonders an den Biegungsstellen des Dickdarms, vor allem im Mastdarm, dann an der Flexura sigmoidea und im Blinddarm. D. tritt auf als isolierte fungöse Geschwulst, als zottige Wucherung oder als ringförmige Verdickung der Darmwand. Er ist sehr hart, kann aber auch sehr weich sein, sehr häufig ist die der Darmhöhle zugekehrte Seite geschwürig, und durch mechanische Verlegung der Höhle oder durch teilweise narbige Ausheilung geschwüriger Stellen kann Darmverengerung entstehen, die bisweilen durch erhebliche geschwürige Abstoßung wieder aufgehoben wird. Die Erkennung des Darmkrebses ist mit Ausnahme der leicht erreichbaren Mastdarmkrebse überaus schwierig. Die letztern verursachen Stuhlbeschwerden, Abgang von Blut und Eiter, dauernde nach dem Becken und Rücken ausstrahlende Schmerzen, bei tiefem Sitz Lähmung des Afterschließmuskels. Nur frühzeitige Erkennung des Darmkrebses und gründliche Entfernung des erkrankten Darmteils kann zur Heilung führen. Im andern Fall beschränkt sich die Behandlung auf Darreichung kräftigen der, narkotischer und mild abführender Mittel. Bisweilen legt man einen künstlichen After an, um durch Ableitung des reizenden Darminhalts möglichst schmerzlosen Verlauf zu erzielen. Der Tod erfolgt durch Kachexie, durch Verschwärung mit nachfolgender Durchbohrung des Darmes oder durch Metastasen in andern Organen, durch die Folgen von Darmverengerung etc.
 
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Darmlähmung, verminderte oder aufgehobene Darmbewegung, meist mit starker Erweiterung des Darmes, äußert sich in hartnäckiger Verstopfung, Aufblähung und eventuellem Erbrechen. D. kommt vor im Laufe von chronischen Darmentzündungen, bei langem Gebrauch von Abführmitteln, bei Bauchfellentzündung, nach Bauchoperationen und infolge von Gewalteinwirkung auf den Darm etc. Aber auch nervöse Einflüsse, z. B. bei gewissen Rückenmarkskrankheiten und bei habitueller Verstopfung hysterischer, neurasthenischer und melancholischer Personen, führen D. herbei. Die Behandlung richtet sich lediglich nach der Ursache.
 
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Darmlarve, s. Meyers Entwickelungsgeschichte.
 
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Darmmuskelblatt, s. Meyers Keimblätter.
 
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Darmnabel, s. Meyers Dottersack und Meyers Embryo.
 
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Darmnaht, chirurg. Operation, durch die Schuß-, Hieb-, Stichwunden des Darmes durch Anlegen von Catgut- oder Seidennähten geschlossen werden, oder durch die nach operativer Entfernung erkrankter (Krebs, Tuberkulose etc.), oder durch Einklemmung (bei Brüchen) brandig gewordener, oder endlich in größerer Ausdehnung verletzter ganzer Teile von Darmschlingen die beiden Enden des Darmes wieder vereinigt werden. In den letzten Jahren bedient man sich vielfach zur Vereinfachung oder gar als Ersatz der Naht des Murphyschen Knopf es, eines von Murphy in Chicago konstruierten Apparates aus Metall;. er besteht aus zwei Teilen, die, je in die Lichtung eines vollkommen (quer) durchtrennten Darmstückes eingeführt, ineinander geschoben werden (Federmechanismus); dabei werden die umgestülpten äußern Ränder der Darmlichtungen aneinander gedrängt und verwachsen, die innern, direkt gequetscht, sterben nach einiger Zeit ab, wodurch der Knopf frei wird und sich mit dem Kot entleert.
 
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Darmnetzbruch, s. Meyers Bruch, S. 472.
 
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Darmperforation, s. Meyers Darmgeschwüre.
 
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Darmresektion, Entfernung eines Darmstückes, wird besonders bei bösartigen Neubildungen des Darmes, bei Brand eingeklemmter Darmschlingen, bei Verletzungen etc. vorgenommen. Das durch Unterbindungen abgeschlossene Darmstück wird zuerst vom Gekröse, dann vom Darm getrennt, worauf die zurückbleibenden Darmenden durch Naht (s. Meyers Darmnaht) vereinigt werden. Es können Darmstücke von weit über 1 m Länge ohne Schaden entfernt werden.
 
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Darmsaft, ein von der Schleimhaut des Darmkanals, besonders von den Lieberkühnschen und den Brunnerschen Drüsen, geliefertes farbloses, alkalisch reagierendes Sekret, das bei manchen Tieren Fermente, insbes. zuckerbildende, enthalten soll. Eine hervorragende Bedeutung des Darmsaftes für die Verdauung, ist nicht nachgewiesen. Seine Menge ist sehr gering. Um ihn zu gewinnen, legt man bei Tieren Darmfisteln an. Das Sekret des Dickdarms besteht größtenteils aus Schleim.
 
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Darmsaiten, s. Meyers Saiten.

 

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