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Darjiling bis Darling (Bd. 4, Sp. 517 bis 519)
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Artikelverweis Darjiling, Ort, s. Meyers Dardschiling.
 
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Darkau, Badeort, s. Meyers Freistadt 2).
 
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Darkehmen, Kreisstadt im preuß. Regbez. Gumbinnen, an der Angerapp und der Staatsbahnlinie Allenstein-Insterburg, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Amtsgericht, treibt Messingwaren- und Maschinenfabrikation, Getreidehandel, Vieh- und Pferdemärkte und zählt (1900) mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 45) 3534 meist evang. Einwohner. D. ist erst 1725 gegründet. In der Nähe liegt Schloß Klein-Beynuhnen mit wertvollen Kunstsammlungen und schönem Park.
 
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Dar Kuti, Landschaft in Nordafrika, s. Meyers Dar Runga.
 
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Darlaston (spr. dārlast'n), Stadt in Staffordshire (England), bei Wednesbury (s. d.), mit Kohlengruppen, Eisenwerken und (1901) 15,391 Einw.
 
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Darlehen (lat. Mutuum), die Hingabe vertretbarer Sachen (Geld, Wertpapiere, Getreide etc.) zum Eigentum mit der Verpflichtung, daß der Darlehnsempfänger das Empfangene in Sachen von gleicher Art, Güte und Menge zurückerstatten muß. Außerdem versteht man unter D. auch den Gegenstand selbst, der hingegeben wird. Ein D. kann außer durch direkte Hingabe einer Sache auch dadurch zustande kommen, daß eine Sache mit der Bestimmung übergeben wird, dieselbe zu verkaufen und den Erlös als D. zu behalten, oder daß eine andre Schuld, z. B. aus einem Kaufe, vereinbarungsgemäß in Zukunft als Darlehnsschuld gelten soll. Zinsen sind nur zu zahlen, wenn sie vereinbart wurden, in diesem Fall aber spätestens nach Ablauf eines Jahres oder bei Rückzahlung des Darlehns. Sind mehr als 6 Proz. vereinbart, so kann der Darlehnsempfänger nach Ablauf von 6 Monaten halbjährlich kündigen (§ 247). Die Rückgabe des Darlehns hat zur vereinbarten Zeit oder bei D. von unter 300 Mi. nach einmonatlicher, bei solchen von über 300 Mk. nach dreimonatlicher vorhergehender Kündigung zu erfolgen, nur wenn keine Zinsen bedungen wurden, kann der Schuldner auch ohne Kündigung zahlen. Ein Darlehnsversprechen ist klagbar, jedoch kann man von demselben zurücktreten, wenn nach dem gegebenen Versprechen sich die Vermögensverhältnisse des Darlehnsempfängers wesentlich verschlechterten. Waren dieselben schon vorher schlecht, ohne daß der Versprechende dies wußte, so kann der Vertrag angefochten werden (§ 119). Wie ein D. wird die Hinterlegung einer vertretbaren Sache dann behandelt, wenn das Eigentum auf den Verwahrer übergeht und dieser gegen Rückgewährung von Sachen gleicher

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Art, Güte und Menge zum Verbrauche dieser Sachen berechtigt sein soll (§ 700). Während bisher der Darlehnsempfänger nur dann Eigentümer der Sache wurde, wenn der Dahrlehnsgeber Eigentümer derselben war, wird er dies nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 929, 932, 925, Absatz 2) bereits durch die Übergabe derselben, falls er in »gutem Glauben« (s. d.) ist; war dies nicht der Fall, so kommt auch kein D. zustande. Zinsbare D. auf nicht länger als drei Monate gegen bewegliche Pfänder (Wertpapiere, Kostbarkeiten, im Inlande lagernde Kaufmannswaren) heißen nach § 13 des Bankdepotgesetzes Lombarddarlehen. Über Seedarlehen vgl. Bodmerei. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist das D. in den § 607 bis mit 610 geregelt.
 
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Darlehnskassen, die in Deutschland mehrfach zu dem Zwecke geschaffenen Kreditanstalten, einem augenblicklichen Notstand durch Gewährung von Darlehen auf kurze Zeit (36 Monate) zu mäßigem Zins und gegen Hinterlegung von Sicherheiten abzuhelfen. Sie unterscheiden sich von den Raiffeisenschen D. (s. unten) und ähnlichen Kreditanstalten dadurch, daß sie nur vorübergehend Dienste leisten, keinen geschäftsmäßigen Charakter tragen und darum auch nur vom Staat ins Leben gerufen wurden. Solche D. wurden 1848 in Berlin und in größern Provinzialstädten Preußens zur »Beförderung des Handels und des Gewerbebetriebs« errichtet und der Preußischen Bank in Verwaltung gegeben. Die nötigen Mittel wurden durch Ausgabe eines Papiergeldes, Darlehnskassenscheine genannt, beschafft, das keinen Zwangsumlauf hatte und den Betrag von 10 Mill. Tlr. nicht überschreiten sollte. 1852 wurden diese D. wieder geschlossen. Auch 1866 wurden in Preußen und andern deutschen Ländern, dann 1867 aus Veranlassung des ostpreußischen Notstandes, ferner 1870 bei Ausbruch des französischen Kriegs im Gebiete des Norddeutschen Bundes solche Kreditanstalten hergestellt. 1866 sollten in Preußen bis zu 25 Mill. Tlr., 1870 bis zu 30 Mill. Tlr. an Darlehnskassenscheinen ausgegeben werden dürfen. Eine ähnliche Einrichtung bestand auch zur Zeit der Handelskrisis in Hamburg.
 
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Darlehnskassenvereine, ländliche (Raiffeisensche Darlehnskassen, Raiffeisenvereine oder Darlehnsvereine), auf solidarischer Haftung beruhende Personalkreditgenossenschaften, die in ähnlicher Weise dem Kredit kleiner Landwirte dienen wie die Schulze-Delitzschen Genossenschaften (s. d.) dem von Gewerbtreibenden, sich von diesen aber dadurch unterscheiden, daß sie hauptsächlich für ländliche Verhältnisse bestimmt sind. Die D. tragen ihren Namen nach ihrem Begründer Raiffeisen (s. d.), der 1849 den Flammersfelder Hilfsverein zur Bekämpfung des Viehwuchers, 1854 den Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein ins Leben rief, der 1864 in einen Darlehnskassenverein umgewandelt wurde. Die D. sind Spar- und Darlehnskassen, besorgen aber auch in Untergenossenschaften den gemeinschaftlichen Bezug von Wirtschaftsbedürfnissen (Dünger und Futtermittel, Saatgut, landwirtschaftliche Maschinen etc.) und den gemeinschaftlichen Verkauf von Wirtschaftserzeugnissen. Neben der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder bezwecken sie auch deren sittliche Hebung. Sie sollen in erster Linie Wohlfahrts- und nicht Erwerbsgesellschaften sein, und danach ist ihre Organisation eingelichtet. Ihre Betriebsmittel verschaffen sie sich durch Annahme von Spareinlagen von Mitgliedern und Nichtmitgliedern, Aufnahme von Anleihen und zum kleinern Teil durch Bildung von Geschäftsanteilen (Mitgliederanteilen). Sie gewähren ihren Mitgliedern Darlehen gegen Schuldschein unter solidarischer Bürgschaft auf längere, den landwirtschaftlichen Verhältnissen angepaßte Fristen (unter Umständen bis zu 10 Jahren und mehr) und unter entsprechenden Rückzahlungsbedingungen. In Notfällen, oder wenn das Darlehen gefährdet erscheint, behalten sie sich dreimonatliche Kündigung vor. Bezüglich der erst später eingeführten (übrigens kleinen) Geschäftsanteile ist bestimmt, daß kein Mitglied mehr als einen Anteil besitzen und der Zins nicht höher als der für Kapitaleinlagen übliche sein dürfe. Hierdurch sollte die Gewinnsucht der Mitglieder verhindert und verhütet werden, daß die Geschäftsanteile einen hohen Bruchteil vom Betriebskapital ausmachten. Der Reingewinn wird zur Bildung eines unteilbaren Vereinsvermögens (Stiftungsfonds) angesammelt, das in erster Linie zur Deckung von Verlusten, dann für Herabsetzung der Provision und zur Förderung gemeinnütziger Zwecke dienen soll. Der Vereinsbezirk soll möglichst klein sein, in der Regel nur eine Gemeinde (Kirchspiel) und nur Personen umfassen, die innerhalb des Bezirks wohnen. Hierdurch wird nicht allein ermöglicht, daß die Mitglieder einander kennen, sondern auch die Verwaltung vereinfacht. Diese umfaßt den Vorstand als ausführendes, den Verwaltungsrat als kontrollierendes und die Generalversammlung als leitendes Organ. Letztere bestimmt den Höchstbetrag der zu gewährenden Kredite, die Höhe der aufzunehmenden Anleihen etc. Mühewaltungen für die D. werden mit Ausnahme derjenigen des Rechners nicht bezahlt. Zur gegenseitigen finanziellen Unterstützung der einzelnen D. und zur Ausgleichung von Mangel und Überfluß an Mitteln wurden 1872 drei Zentralkassen gegründet, anderen Stelle die 1876 errichtete Landwirtschaftliche Zentraldarlehnskasse mit dem Sitz in Neuwied getreten ist. Zur Verbreitung, Beratung und Förderung der D. besteht der Generalanwaltsverband ländlicher Genossenschaften für Deutschland in Neuwied. Die Zahl der diesem Verein zugehörigen D. betrug Ende 1901 ca. 3850, der Geldumschlag der Zentralkasse mit Filialen 453 Mill. Mk., der Warenumschlag rund 39 Mill. Mk. Von der preußischen Rheinprovinz aus verbreiteten sich die D. zunächst in Westfalen, Hessen, Nassau, dann auch in Bayern, Baden und Württemberg, noch später in Mitteldeutschland und in den letzten Jahren auch im nordöstlichen Deutschland. Neben dem Neuwieder Verband sind noch einige andre Verbände mit eignen Zentralkassen für den Geldausgleich entstanden (s. Meyers Landwirtschaftliche Genossenschaften). Auf die gewaltige Ausbreitung der D. in der letzten Zeit in Preußen ist die Unterstützung der preußischen Zentralgenossenschaftskasse (s. d.) von Einfluß gewesen. Außer in Deutschland haben sich die D. auch verbreitet in der Schweiz, Italien seit 1882, in Siebenbürgen und Österreich, Frankreich, England, Rußland etc. Insbesondere wurde in Niederösterreich den Darlehnskassen große Aufmerksamkeit zugewendet. Am 21. Jan. 1887 wurde durch den niederösterreichischen Landtag eine Förderung der D. beschlossen. Neu entstehende D. werden aus Landesmitteln subventioniert, außerdem kann ihnen ein Darlehen bis zu 2000 Gulden auf 2 Jahre zu 3 Proz. gewährt werden. Vgl. Raiffeisen: Die D. (5. Aufl. Neuwied 1887); Anleitung zur Gründung von Darlehnskassenvereinen (8. Aufl., das. 1893) und Instruktion zur Geschäfts- und Buchführung der D. (4. Aufl., Leipz. 1883); Th. Kraus, Die Raiffeisenschen D. in der Rheinprovinz (Bonn

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187577); L. Löll, Die bäuerlichen D. nach Raiffeisen etc. (2. Aufl., Würzb. 1890); Märklin, Die ländlichen D. (Karlsr. 1880); H. Schulze-Delitzsch, Die Raiffeisenschen Darlehnskassen etc. (Leipz. 1875); F. Schmid, Die Genossenschaftssysteme von Schulze-Delitzsch und Raiffeisen (Wien 1888); Faßbender, Die ländlichen Spar- und Darlehnskassen nach Raiffeisen (2. Aufl., Münster 1890); Layer, Handbuch für D. (2. Aufl., Stuttg. 1902); Derselbe, Der Aufsichtsrat der D. (das. 1902); Schmid, Anleitung zur Geschäfts- und Buchführung für landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften etc. (2. Aufl., Karlsr. 1892); Rieger, Die Organisation der Spar- und Darlehnskassenvereine nach Raiffeisen in Mittel- und Westdeutschland (Berl. 1895); Jahresbericht des Generalverbandes ländlicher Genossenschaften Raiffeisenscher Organisation etc. (Neuwied). Organ der Raiffeisen-Organisation ist das »Landwirtschaftliche Genossenschaftsblatt« (Neuwied).
 
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Darlehnsvereine, s. Meyers Darlehnskassenvereine.
 
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Darley (spr. dārlĭ), Felix, nordamerikan. Zeichner und Illustrator, geb. 23. Juni 1822 in Philadelphia, gest. im März 1888, wuchs ohne Unterricht in der Kunst auf und machte sich zuerst durch Holzschnitte für das Saturday-Museum bekannt. 1848 ging er nach New York und wurde hier mit Illustrationen für Washington Irvings Werke beauftragt. Dann zeichnete er Illustrationen zu den Werken von Cooper, Dickens, Hawthorne und andern Schriftstellern, aber auch freie Kompositionen, z. B. Washingtons Einzug in New York, das erste Aufblühen der Freiheit, ein räuberischer Einfall in Virginia u. a. Später bereiste er Europa und brachte zahlreiche Zeichnungen aus dem Volksleben und Architekturbilder heim. Zu seinen letzten Arbeiten gehören: die von Indianern überfallenen Puritaner, der Schulknabe, die Wanderung zum Meer, der Kavallerieangriff bei Fredericksburg in Virginia, ein Zyklus von Zeichnungen zu Lossings »Geschichte der Vereinigten Staaten« (deutsche Ausg., Stuttg. 1878), Illustrationen zu Longfellows »Evangeline« und zu Shakespeares Dramen.
 
Artikelverweis 
Darling (engl.), Liebling.

 

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