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Dares bis Dargo (Bd. 4, Sp. 515 bis 516)
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Artikelverweis Dares (D. der Phrygier, D. Phrygius), bei Homer Priester des Hephästos, soll angeblich noch vor Homer eine griechische »Ilias« geschrieben haben. Als von Cornelius Nepos verfaßte und Sallust gewidmete lateinische Bearbeitung derselben gibt sich die »Historia de excidio Troiae« aus dem 5. Jahrh. n. Chr. aus. Wie Diktys (s. d.), war diese Schrift für das Mittelalter Hauptquelle der Sagen vom Trojanischen Krieg. Neuere Ausgaben von Dederich (Bonn 1835; mit Diktys, das. 1837) und Meister (Leipz. 1873). Vgl. Dunger, Die Sage vom Trojanischen Krieg in den Bearbeitungen des Mittelalters (Dresd. 1869); Meister, Über D. (Bresl. 1871); Körting, Diktys und D. (Halle 1874).-
 
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Dar es Salām (»Haus des Friedens«), 1) alter Beiname der Stadt Bagdad.
   2) Hauptort von Deutsch-Ostafrika, unter 6°49' südl. Br. und 39°10' östl. L. (s. Karte »Deutsch-Ostafrika«), mit vorzüglichem Hafen, dessen 250300 m breite Einfahrt den größten Schiffen Zugang gestattet, liegt halbmondförmig an hohem Strand, ist Station der deutschen Ostafrika-Linie, Sitz des kaiserl. Gouverneurs, hat eine befestigte Militärstation der Schutztruppe (s. Tafel Meyers »Tropengebäude I«, Fig. 1 u. 2), Zollamt, Krankenhaus, protestantische und kath. Mission, Moschee, Schwimmdock, große Wohn- und Warenräume der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, eine mächtige Ruine des vom Sultan Seyyid Said begonnenen, aber unvollendet gebliebenen Palastes und in der Umgebung große Reisfelder und Pflanzungen mit 50,000 Kokospalmen. Die Stadt zählt 327 Steinhäuser und 1500 Makutihütten mit 20,000 Einw., darunter 400 Europäer. D. ist vornehmlich Stapelplatz für Kautschuk und Kopal aus dem Süden. Die der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft 1885 vom Sultan von Sansibar überlassene Stadt wurde während des Araberaufstandes von der deutschen Besatzung unter Beihilfe deutscher Kriegsschiffe gehalten und nach der Übernahme der Kolonie durch das Deutsche Reich zum Regierungssitz bestimmt. Karawanenstraßen führen von D. nach Mpapua (Pugustraße) und nach Kisaki ins Innere. Das gleichnamige Bezirksamt umfaßt die Landschaften Usaramo, Chutu und den südlichen Teil von Ukami mit 120,000 Einw. Wichtigere Orte des Bezirks sind die Küstenplätze Kondutschi mit 250 Einw., Kivumangao mit 300 Einw., Kissidja mit 3600 Hütten, im Innern die evangelischen Missionsstationen Kisserawe (Hoffnungshöhe) und Maneromango und die katholische Tununguo. Vgl. Leue, Dar-es-Salaam. Bilder aus dem Kolonialleben (Berl. 1903).
 
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Dareste de la Chavanne (spr. darést' dö la schawann'), Cléophas, franz. Historiker, geb. 28. Okt. 1820 in Paris, gest. 6. Aug. 1882, ward 1847 Professor der Geschichte an der Fakultät in Grenoble, 1849 in Lyon, 1871 Rektor der Akademie in Nancy, dann in Lyon. Einer der eifrigsten Klerikalen, ward D. 6. Dez. 1878 wegen ultramontaner Intoleranz gegen Studenten in Lyon zur Disposition gestellt. Er schrieb: »Eloge de Turgot« (Par. 1846); »Histoire de l'administrationen France depuis le règne de Philippe-Auguste« (1848); »Histoire des classes agricoles en France« (1854, 2. Aufl. 1858), welche beiden Werke von der Akademie gekrönt wurden; ferner eine vortreffliche »Histoire de France« (186579, 9 Bde.; 2. Aufl. 1877), die zweimal den Preis Gobert erhielt, und »Histoire de la Restauration« (1879, 2 Bde.). Sein Bruder Rodolphe, geb. 1824, seit 1877 Rat am Kassationshof und seit 1878 Mitglied des Instituts, schrieb verschiedene rechtsgeschichtliche Werke.
 
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Dar Fertit, Landschaft in Zentralafrika, zwischen 61/2 und 81/2° nördl. Br., südlich von Dar Für, von wo zahlreiche Flüsse zum Ubangi (Kongo), Bahr el Gazal (Nil) und Schari abfließen. Das Land wird von einer großen Laterit- u. Toneisensteindecke verhüllt, die von Granitkuppen inselartig durchbrochen wird. Die Pflanzenwelt besteht aus einer Mischung oft- und westafrikanischer Typen. Trockne Steppen wechseln ab mit überfeuchten Ufer- und Galeriewäldern. Die sehr gemischte Bevölkerung besteht aus Bongo oder Dor, Ssêre, Golo, Kredsch, Niam-Niam und im N. Baggara-Arabern. D. ist als eine der wichtigsten Domänen des Sklavenhandels stark entvölkert. Von ihren festen Niederlassungen (Seriben) aus durchstreifen die ansässigen Dschellaba (Sklaven- und Elfenbeinhändler) verwüstend das Land. Da der Elfenbeinhandel stark im Abnehmen begriffen ist, so erscheinen die nach Kordofan, Dar Für etc. ausgeführten Sklaven als das Hauptprodukt des Landes. Zuerst wurde

[Bd. 4, Sp. 516]


es 187071 von Schweinfurth durchreist und 1878 von Gessi erobert, ging aber durch den Aufstand des Mahdi zeitweilig an diesen verloren. S. Karten »Ägypten« und »Äquatorialafrika«.
 
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Dar Für (Dar For, »Land der For«), Provinz des ägypt. Sudân (s. Karte »Ägypten etc.«), zwischen 1014° nördl. Br. und 2228° östl. L., wird im O. von Kordofan, im S. von Dar Fertit, im W. von Wadai, im N. von der Libyschen Wüste begrenzt und ist 452,000 qkm groß. Durch den nordwestlichen Teil, der am besten bewässert und daher am dichtesten bevölkert ist, zieht von NO. nach SW. eine Reihe vulkanischer Gebirgsmassen mit erloschenen Kratern (Dschebel Medob bis 1100 m, Dschebel Marra bis 1830 m hoch, dazwischen Dschebel Tagabo und Wanda). Von hier kommen alle Gewässer; die im N. und NO. den Gebirgen entströmenden vereinigen sich zum Wadi el Melk, der bei Debbeh in den Nil mündet; im W. führen Wadi Sunot, später Kadja, und Wadi Asum zum Bahr el Salamat, nach SW. ziehen zahlreiche Wadis (Ibra, Gendi) zum Bahr el Arab. In der Regenzeit bildet der Süden einen großen See, in der Trockenzeit ist der fette Boden von Spalten zerrissen. Der Osten (Gize) und Westen sind sandig, im mittlern Teil werden Weizen, Duchn, Durra, Sesam, Baumwolle, Tabak gebaut, im S. gedeiht die Delebpalme und an der Ostgrenze noch der Affenbrotbaum. An Metallen (Gold, Kupfer, Antimon, Blei, Eisen) scheint D. reich zu sein, doch werden nur Kupfer (in den einst berühmten Gruben von Hofrahen Nahas) und Cisen gewonnen. Salz wird meist eingeführt. Überall sieht man ungeheure Herden, im N. ausschließlich von Kamelen, im S. von Rindern und Schafen. Ziegen gibt es überall, die wenigen Pferde sind klein, aber ausdauernd. Die Waldungen am Bahr el Arab beherbergen Elefanten, Nashörner, Giraffen, Büffel, die Steppen des Nordens sind von Antilopen, Gnus und Straußen bevölkert. Die Einwohner, auf höchstens 11/2 Mill. geschätzt, bestehen zur Hälfte aus For, den Bewohnern der gebirgigen Mitte, 500,000 Arabern, im übrigen aus Tukruri und Fulbe. Die For (s. Tafel Meyers »Afrikanische Völker I«, Fig. 11), ein Negervolk und der herrschende Stamm, sind reinlich und fleißig und fanatische Mohammedaner von weit höherer Bildung als die Nubier. Sie fertigen Baumwollenzeuge, Zierate aus Kupfer- und Eisendraht, Glaswaren, Messer, Beile, Lanzen und sind geschickte Fechter (s. Tafel Meyers »Afrikanische Kultur III«, Fig. 17). D. war vor dem Aufstande des Mahdi der Stapelplatz zwischen Zentralafrika und Ägypten. Hier trafen die zahlreichen Karawanen zusammen, die Elfenbein, Rhinozeroshörner, Straußfedern, Gummi, Natron, Alaun und früher namentlich Sklaven aus Innerafrika brachten und, nachdem sie sich im nördlichen Teil des Landes vereinigt hatten, oft 15,000 Kamele stark, ihren Weg nach Ägypten nahmen. Die Hauptstadt El Fascher, 720 m ü. M., ist, wie alle andern Orte, eine weitläufige Ansammlung von Lehmhütten und hat wie das nordwestlich gelegene Kobeh, einst der wichtigste Handelsplatz des Landes, von dem Karawanenstraßen nach Sint und Dongola, nach Wadai und Bornu gingen, durch die Mahdiherrschaft an Bedeutung verloren.
   Die Ureinwohner von D., die Dadscho, stark mit Arabern vermischte Neger, wurden durch den jetzt herrschenden Stamm der For, die zunächst unter der Dynastie der Tundscher, seit 1450 etwa unter der der Kêra standen, zurückgedrängt. Der Islam wurde erst unter Solemon Solon (15961637) hier eingeführt; unter seinem Nachfolger Musa (163782) erkannte Kordofan u. auch Wadai die Oberherrschaft Dar Furs an. Unter dem Vorwande, daß entflohene Mamelucken in Kordofan Zuflucht gefunden, sandte Mehemed Ali von Ägypten 1821 seinen Schwiegersohn Mohammed Bei el-Defterdar gegen D., das sich ihm nach einer mörderischen Schlacht unterwarf. Ein Versuch jenes, Abû 'l Medîna (Abu Madian), einen jüngern Bruder des Sultans Mohammed el-Fadl (17991839), der von diesem in Hast gehalten worden war, auf den Thron von D. zu setzen (1833), scheiterte durch eine Meuterei der rumelischen Hilfstruppen, und D. sperrte sich nun streng ab. Mit Ägypten blieb D. auch unter dem friedliebenden Mohammed el-Nasin (183973) auf gespanntem Fuß. Nachdem Sultan Ibrahim Koiko (Brahim) 1873 mit dem im Bahr el Gazal stationierten ägyptischen Bei Sobehr (s. d.) in Kampf geraten war, rückte von Kordofan aus ein ägyptisches Korps unter Ismail Pascha in D. ein, schlug Sultan Ibrahim bei Menawatschi (Oktober 1874) und eroberte D. für Ägypten; nur im Marragebirge hielten sich Nachkommen der Keradynastie bis 1879 gegen die Ägypter. Kurz zuvor war das Land, das Browne und Cuny schon früher besucht hatten, durch Nachtigal gründlich erforscht worden; der ägyptische Generalstab machte 1875 und 1876 genaue Aufnahmen eines großen Teiles Dar Furs, namentlich in Bezug auf seinen Metallreichtum. 1884 unterwarf der »Mahdi« Mohammed Ahmed das Land, nachdem der Österreicher Slatin, Gouverneur von Dara, 23. Dez. 1883 zur Kapitulation gezwungen worden war. Erst durch die Vernichtung des »Kalifen« Abdullahi (24. Nov. 1899) ist dem britisch-ägyptischen Einfluß wieder die Tür von D. geöffnet, nicht ohne daß allerdings der Scheich der Senusi (s. d.) von Westen her drohende Ansprüche erhöbe. Vgl. Pfund, Reisebriefe aus Kordofan und D. (Hamb. 1878); »Petermanns Mitteilungen« 1875,1880 u. 1884; Schurtz im 3. Band von Helmolts »Weltgeschichte« (Leipz. 1901).
 
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Darg, Lokalname für Torf in Ostfriesland.
 
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Dargainensee, s. Meyers Mauersee.
 
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D'Argen., bei Tiernamen Abkürzung für Anton Joseph Dezallier d'Argenville (spr. darschangwil'), geb. 1680, gest. 1765 in Paris als Maitre de Comptes. Weichtiere.
 
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Dargilan (spr. darschilāng), Tropfsteinhöhle in den Causses, im franz. Depart. Lozère, unweit der Jonte beim Weiler D., aus vielen Galerien bestehend, die sich 2,8 km weit erstrecken, mit prachtvollen Tropfsteingebilden; wurde 1880 entdeckt.
 
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Darginscher Bezirk, Teil der russisch-kaukas. Provinz Daghestan, 1652 qkm mit (1897) 82,463 Einw. (sunnitische Lesghier). Hauptort ist das Dorf Lewaschi.
 
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Dargo, 1) Gemeinde im Darginschen Bezirk der russisch-kaukas. Provinz Daghestan, am Kara Koissu. 2) Dorf im Kreis Grosnyj der russisch-kaukas. Provinz Terek, am Aksai, Nebenfluß des Terek, noch 1839 Residenz Schamyls, wurde 1845 von den Russen genommen.

 

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