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Dapper bis Darboy (Bd. 4, Sp. 511 bis 512)
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Artikelverweis Dapper, Olfert, Arzt und geograph. Schriftsteller, lebte meist in Amsterdam und starb 1690. Er lieferte (nach teilweise sehr selten gewordenen Quellen) Beschreibungen von Syrien und Palästina (Rotterd. 1667; deutsch, Amsterd. 1681), von Ägypten, Libyen, Guinea, Äthiopien und Abessinien (das. 1668, deutsch 1670), von Amerika (Augsb. 1671), vom Reich des Großmoguls (Amsterd. 1672), von Persien (das. 1672; deutsch, Nürnb. 168188), von Vorderasien (Rotterdam 1677; deutsch, Nürnb. 1681), von den Inseln des Mittelländischen Meeres (Amsterd. 1688; deutsch, Augsb. 1688) und von Morea (Amsterd. 1688). Einen Auszug seiner Werke gab Mannling in »Dapperus exoticus curiosus« (Frankf. 1717, 2 Tle.).
 
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Dapsang (Mount Godwin Austen, auch als K 2 bezeichnet), mit 8620 m höchster Gipfel der Karakorumkette (Zentralasien), liegt unter 35°28' nördl. Br. und 77°10' östl. L.
 
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Dâr, in der Nubasprache soviel wie Land, Gebiet, kommt in Namen von Landschaften in Nubien und im östlichen Sudân häufig vor.
 
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Darab (Darabdschird), Stadt in der pers. Provinz Farsistan, 186 km südöstlich von Schiraz, in fruchtbarer, von Bergen umschlossener Ebene mit saubern Straßen, vielen Gärten und 4000 Einw., darunter vielen Juden. Südlich davon steht die Ruine von Alt-D. mit einem Relief aus der Sasanidenzeit. Am nahen Kuh i Mumijeh quillt schwarzes Erdöl hervor, das erhärtet als Belessun (Balsam) oder Mum als kostbare Arznei verhandelt wird.
 
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Darada, Land in Asien, s. Meyers Dardistan.
 
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Darányi (spr. darānji), Ignaz von, ungar. Politiker, geb. 15. Jan. 1849 in Budapest, studierte daselbst die Rechte und wurde 1874 Advokat. Er widmete sich hauptsächlich wirtschaftlicher Tätigkeit und wurde 1878 zum Sekretär der Theißtalgesellschaft gewählt. Seit 1881 Mitglied des Reichstags, wurde er Vizepräsident der liberalen Partei und später auch des Abgeordnetenhauses. Im November 1895 übernahm er im Kabinett Bánffy das Ackerbauministerium und behielt seine Stelle auch im Ministerium Széll. In den letzten Jahren kam er den Agrariern entgegen Er ist seit 1902 auch Oberkurator der reformierten Kirche.

[Bd. 4, Sp. 512]



 
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Darazi (Darasi), Mohammed ibn Ismaïl, Stifter der Sekte der Drusen (s. d.), trat 1017 in Ägypten mit der Lehre hervor, der regierende Kalif Hâkim sei eine Inkarnation Gottes (s. Ismaeliten). Gegen diese Übertreibung des ohnehin in Ägypten unbeliebten Ismaelitismus erhob sich das Volk, und D. mußte fliehen. Von Hâkim unterstützt, ging er nun nach Syrien, wo er viele Anhänger gewann, die Darazi (Plural Durûz, daher Drusen) genannt wurden. D. soll 1020 im Kampf gefallen sein.
 
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Dar Banda, Landschaft in Zentralafrika, mitten durchschnitten vom 7.° nördl. Br. und 23.° östl. L., bildet die Wasserscheide zwischen dem Flußgebiete des Schari und dem des Uëlle, wird von Niam-Niam bewohnt.
 
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Darbhangah, Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts (8637 qkm mit [1891] 2,801,955 Einw.) der Provinz Bihar der britisch-ind. Präsidentschaft Bengalen, mit prächtigem Palast des Maharadscha von D., betreibt starke Ausfuhr von Ölsaat, Ghi (flüssige Butter) und Bauholz und zählt (1901) 65,990 Einw. (meist Hindu).
 
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Darboux (spr. -bū), Jean Gaston, Mathematiker, geb. 14. Aug. 1842 in Nimes, besuchte seit 1861 die Pariser Normalschule, wurde 1873 Maître de conferences an dieser Anstalt und Professeur suppléant an der Sorbonne, 1881 Professor der höhern Geometrie ebenda und ist seit 1900 ständiger Sekretär der Pariser Akademie. Sein Hauptwerk sind die »Leçons sur la théorie générale des surfaces« (Par. 188796, 4 Bde.), das den gegenwärtigen Stand der Flächentheorie erschöpfend darstellt und auch viele eigne Untersuchungen von ihm enthält. Eine Fortsetzung dieses Werkes sind die »Leçons sur les systèmes orthogonaux« (Par. 1898, Bd. 1). Auch lieferte er eine Ausgabe der Werke von Fourier (1890, 2 Bde.). Von 18701902 gab er das »Bulletin des sciences mathématiques« heraus.
 
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Darboy (spr. -bŭa), Georges, Erzbischof von Paris, geb. 16. Jan. 1813 in Fayl-Billot (Obermarne), gest. 24. Mai 1871, wurde 1836 Pfarrgehilfe von St.-Dizier, 1840 Professor an dem Seminar in Langres und, nachdem er sich durch eine treffliche Übersetzung der Werke des Dionysius Areopagita (Par. 1845) bekannt gemacht, 1846 Almosenier des Collège Henri IV und Titularkanonikus der Metropole. 1855 wurde er zum Titulargeneralvikar von Paris, 1859 zum Bischof von Nancy, 10. Jan. 1863 zum Erzbischof von Paris befördert. Auch wurde er 8. Jan. 1864 Großalmosenier des Kaisers, 5. Okt. 1864 Senator, im August 1866 Mitglied des öffentlichen Unterrichtsrats. Er war von gemäßigter Haltung und ein Feind der jesuitischen Richtung, weswegen sich Pius IX. auch hartnäckig weigerte, dem vom kaiserlichen Hof sehr begünstigten Bischof die Kardinalswürde zu verleihen. Auf dem vatikanischen Konzil bestritt D. offen das Unfehlbarkeitsdogma, doch nach dessen Proklamierung fügte er sich stillschweigend. Nach seiner Rückkehr nach Paris im Juli 1870 blieb er sowohl während der Belagerung als nach dem Aufstande der Kommune auf seinem Posten. Am 4. April wurde D., um als Geisel für gefangene Kommunisten zu dienen, verhaftet und später nebst dem Präsidenten Bonjean, dem Pfarrer Deguerry und drei andern Geistlichen in dem Hofe des Gefängnisses von La Roquette erschossen. Am 5. Juni ward das feierliche Leichenbegängnis Darboys gehalten. Unter seinen Schriften sind noch zu erwähnen: »Les femmes de la Bible« (8. Aufl., Par. 1876); »Les saintes femmes« (4. Aufl. 1877); »La vie de saint Thomas Becket« (1860); »Œuvres pastorales« (1876, 2 Bde.). Seine Biographie schrieben Guillermin (Par. 1889) und Foulon (das. 1889).

 

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