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Danziger Willkür bis Daphnīn (Bd. 4, Sp. 510 bis 511)
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Artikelverweis Danziger Willkür, s. Meyers Danzig.
 
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Danzker, bei den Burgen des Deutschen Ordens großartige Abtrittsanlage, aus einem vorgeschobenen Turm bestehend, zu dem ein auf Mauerbogen ruhender Gang führt.
 
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Daonella, s. Meyers Muscheln.
 
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Daphne L. (Seidelbast; bei Homer Name des Lorbeers), Gattung der Thymeläazeen, Sträucher, seltener Bäumchen mit zäher, scharfer Rinde, ganzen und ganzrandigen, meist wechselständigen, lederigen und meist bleibenden oder krautigen, sommergrünen Blättern, weißen, gelben oder roten, stark riechenden Blüten in Köpfchen, seltener in kurzen Trauben, oft in rispigen Blütenständen und weichfleischigen, manchmal fast trocknen Beeren, wächst in etwa 40 Arten im gemäßigten Europa und Asien. D. Cneorum L. (Steinröschen), fast überall auf Gebirgen Europas, ist ein schöner Zierstrauch mit langen, niederliegenden Zweigen, bleibenden, länglich-spatelförmigen Blättern und sechs- bis zehnblütigen, wohlriechenden roten Blüten in Köpfchen; Blätter und Früchte wirken brechenerregend und abführend. D. Gnidium L., in den Mittelmeerländern, hat linien-lanzettförmige, sommergrüne Blätter und weiße oder rötliche wohlriechende Blüten in armblütigen Trauben. Die Rinde (französischer Seidelbast) wird in Südeuropa arzneilich angewendet. Die getrockneten Früchte, Purgierkörner, Keller- oder Brennwurzbeeren, wirken drastisch abführend und brechenerregend. D. Laureola L. (Zeiland, Zindelbast, Lorbeerkraut), ein kleiner Strauch auf den Gebirgen Mittel- und Südeuropas, mit bleibenden, elliptisch-spatelförmigen Blättern, hängenden, achselständigen Trauben, grünlichgelben Blüten und schwarzen Beeren, muß bei uns im Winter bedeckt werden. Die Rinde findet dieselbe Anwendung wie die der folgenden Art. D. Mezereum L. (gemeiner Seidelbast, Kellerhals, wil der Pfefferstrauch, Zeiland, s. Tafel Meyers »Giftpflanzen II«, Fig. 1), wächst in Wäldern von fast ganz Europa und vom Kaukasus bis zum Altai, ist ein bis 1,25 m hoher, vor dem Ausbruch der lanzettförmigen Blätter blühender Strauch, mit zu zwei und drei ansitzenden, roten wohlriechenden Blüten und roten Beeren. Die Rinde (Seidelbast, deutsche Pfefferrinde, Cortex Mezerei) ist außen graubraun, innen

[Bd. 4, Sp. 511]


schwach gelblichgrün, riecht frisch unangenehm, getrocknet gar nicht, schmeckt scharf, anhaltend brennend und zieht auf der Haut Blasen; sie enthält ein scharf wirkendes Harz und Daphnin (s. d.). Innerlich wirkt die Rinde giftig. Man benutzte sie früher arzneilich, jetzt nur noch zu Pflastern und Salben. Die sehr scharfen Früchte (Baccae Cocccgnidii, Piper germanicum, Damersamen, Ste ch- oder Rachbeeren) wurden ebenfalls arzneilich benutzt; in Sibirien dienen sie zum Schminken. D. odora Thunb., aus Japan, mit glänzenden, zugespitzt-eiförmigen Blättern und weißen oder roten, sehr wohlriechenden Blüten, wird in Gewächshäusern kultiviert. Von D. cannabina Lour., im Himalaja, wird der Bast zur Papierfabrikation verwendet.
 
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Daphne, im Altertum ein durch seine landschaftliche Szenerie berühmter Zypressen- und Lorbeerhain, etwa 6 km südlich vom syrischen Antiochia, hatte einen herrlichen Tempel des Apollon und der Artemis, der 362 n. Chr. abbrannte, sowie eine feste königliche Burg und war Lieblingsaufenthalt der Seleukiden, des Pompejus, des Commodus, der hier olympische Spiele einrichtete, und andrer vornehmer Römer, die jedoch den Ort durch ihre Üppigkeit in übeln Ruf brachten. Jetzt Bêt el Mâ (»Haus des Wassers«), ohne bedeutendere Altertümer.
 
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Daphne (»Lorbeer«), im griech. Mythus eine Nymphe, die, von Apollos Liebe verfolgt, auf ihr Gebet in den Lorbeer, den Apollo geheiligten Baum, verwandelt wurde (s. Meyers Taf. »Bildhauerkunst XI«, Fig. 4).
 
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Daphnephorĭen, ein in Delphi und Böotien, besonders Theben, begangenes Apollofest, bei dem Lorbeer in Prozession getragen wurde.
 
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Daphnetīn, s. Meyers Daphnin.
 
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Daphni, Kloster an der »Heiligen Straße« zwischen Athen und Eleusis, ist aus den Trümmern eines antiken Tempels gebaut. Südlich davon liegt der Berg D. (468 m). Vgl. Millet, Monuments de l'art byzantin. I: Le monastère de D. (Par. 1900).
 
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Daphnĭa, Wasserfloh (s. d.).
 
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Daphnīn C15H16O9, Glykosid in der Rinde von Daphne Mezereum, bildet farblose Kristalle, schmeckt bitter, löst sich wenig in kaltem Wasser, leichter in Alkohol, nicht in Äther, schmilzt bei 200°, zerfällt beim Behandeln mit verdünnten Säuren in Zucker und Daphnetin, ein Dioxykumarin C9H6O4, das auch beim Erhitzen von Pyrogallolaldehyd mit Essigsäureanhydrid und Natriumacetat entsteht. Es bildet gelbliche Nadeln, riecht kumarinartig, ist löslich in kochendem Wasser und in Alkohol, sublimierbar.

 

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