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Dannemarie bis Danrémont (Bd. 4, Sp. 499 bis 500)
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Artikelverweis Dannemarie (spr. dann'marī'), 1) Dorf im franz. Depart. Doubs, Arrond. Besançon, 13 km südwestlich von Besançon an der Straße und Eisenbahn nach Dôle gelegen, mit (1901) 180 Einw. Hier fand 23. Jan. 1871 ein Gefecht zwischen der deutschen 14. Division und dem französischen 20. Korps auf dem Rückzug von Belfort (s. d.) statt. 2) Stadt im Oberelsaß, s. Meyers Dammerkirch.
 
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Dannemōra, Kirchspiel im schwed. Län Upsala, nördlich von Upsala, durch Zweigbahn mit der Station Örbyhus an der Linie Upsala-Gefle verbunden, umfaßt 71,3 qkm mit (1898) 1300 Einw. und ist berühmt durch sein Eisenerzlager. Die Minen, gegen 80 an der Zahl, von denen jetzt jedoch nur 10 bearbeitet werden, liegen auf einem 2,1 km langen, 150210 m breiten, ziemlich ebenen Grund und bilden eine sogen. offene Pinge, einen Abgrund von mehr als 160 m Tiefe. Das Erz gibt eine Ausbeute von 4050 Proz. Roheisen und ist von so guter Beschaffenheit, daß es großenteils ohne allen Zusatz geschmolzen wird. Die Ausbeute beläuft sich jährlich auf 6070,000 Ton. Eisenerz, die zum großen Teil in mehreren naheliegenden Eisenwerken, unter denen Österby und Löfsta die größten sind, verschmolzen werden. In Bearbeitung sind die Minen von D. bereits seit 1480; sie sind im Privatbesitz einer Gewerkschaft. Bei D. findet sich auch der Dannemora-Granat, eine Abart des braunen Granats mit Streifungen auf den Kernflächen.
 
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Dannenberg, Kreisstadt im preuß. Regbez. Lüneburg, an der schiffbaren Jeetzel und der Staatsbahnlinie Wittenberge-Lüneburg, ist altertümlich gebaut, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Schloß, einen alten Turm (Waldemarturm), ein Denkmal für die im Gefecht bei der Göhrde 16. Sept. 1813 verwundete und hier beerdigte Eleonora Prohaska, den Körnerstein,

[Bd. 4, Sp. 500]


auf dem Theodor Körner sein »Gebet vor der Schlacht« dichtete, Amtsgericht, betreibt Branntweinbrennerei, Möbelfabrikation und zählt (1900) 1899 Einw. In der alten Burg D. wurde König Waldemar II. von Dänemark 122325 durch den Grafen Heinrich von Schwerin in strenger Hast gehalten. Burg und Herrschaft D. gehörten seit dem 12. Jahrh. einem Grafengeschlechte, das 1306 die Grafschaft an den Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg verkaufte. Bereits im 13. Jahrh. ist die Stadt D. nachzuweisen. Bei der Länderteilung unter den Söhnen Ernsts des Bekenners kamen Stadt und Amt D. 1559 als Fürstentum an Herzog Heinrich von Braunschweig und fielen 1671 an die Linie Celle.
 
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Dannenberg, Hermann, Numismatiker, geb. 4. Juli 1824 in Berlin, wo er als Landgerichtsrat a. D. lebt, bearbeitete die Münzen des deutschen Mittelalters in zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften und schrieb das für die Münzkunde Deutschlands epochemachende Werk »Die deutschen Münzen der sächsischen und fränkischen Kaiserzeit« (Berl. 187698, 3 Bde.), ferner: »Grundzüge der Münzkunde« (2. Aufl., Leipz. 1899) und die »Münzgeschichte Pommerns im Mittelalter« (Berl. 1893, Nachtrag 1896).
 
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Danner, Luise Christine, Gräfin von, geb. 21. April 1815 in Kopenhagen als uneheliches Kind, gest. 6. März 1874 in Genua, hieß nach ihrer Mutter ursprünglich Rasmussen. 183042 Mitglied des Kopenhagener königlichen Ballettkorps, war sie zuerst die Geliebte des spätern Kammerherrn und königlichen Privatsekretärs Berling, mit dessen Beihilfe sie einen Putzladen eröffnete, dann die des Kronprinzen Friedrich, der als König 7. Aug. 1850 eine morganatische Ehe mit ihr einging und sie zur Lehnsgräfin erhob. Bei den dänischen Parteikämpfen spielte sie bis zum Tode Friedrichs VII. (1863) zeitweise eine Rolle. Ihr großes Vermögen vermachte sie dänischen Wohltätigkeitsanstalten.
 
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Danno (ital.), Schade, Verlust.
 
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Dannreuther, Edward, Klavierspieler, geb. 4. Nov. 1844 in Straßburg, wuchs in Cincinnati auf, wo ihn Fr. L. Ritter in der Musik ausbildete, besuchte 185963 das Leipziger Konservatorium (Moscheles, Richter) und ließ sich 1863 in London nieder, wo er als Lehrer und Virtuos bald eine hervorragende Stellung errang. D. machte sich durch sein energisches Eintreten für Wagner schnell bekannt, begründete 1872 den Londoner Wagner-Verein und trat auch als Schriftsteller fortschrittlicher Richtung hervor, übersetzte Wagners Schriften ins Englische etc. Eine vortreffliche Studie ist sein Werk über die musikalischen Verzierungen (»Musical ornamentation«, Lond. 189395, 2 Bde.).
 
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Dannsensteine (Danzelsteine), s. Meyers Gräber, vorgeschichtliche.
 
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D'Annúnzio, Gabriele, s. Annunzio.
 
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Dan oranja, serb. Feldmaß zu 1000 Wiener OKlaster, = 35,97 Ar.
 
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Danrémont (spr. dang-remóng), Charles Marie Denis, Graf de, franz. General, geb. 8. Febr. 1783 in Chaumont (Obermarne), gest. 12. Okt. 1837, stieg in den Napoleonischen Feldzügen bis zum Obersten auf. Nach der Restauration ward er 1821 Maréchal de Camp und führte 1823 eine Abteilung des 5. Korps der Armee mich Spanien und kommandierte 1880 bel der Expedition nach Algier die 1. Brigade der 2. Infanteriedivision. Nach der Julirevolution erklärte er sich für die neue Dynastie und ward zum Generalleutnant befördert. 1833 ward er Generalinspektor der Infanterie, 1835 Pair und 1837 nach dem unglücklichen Ausgang der ersten Expedition gegen Konstantine zum Generalgouverneur von Algerien ernannt. Dort wußte er die eingeborne Bevölkerung durch Energie und Versöhnlichkeit im Zaum zu halten und unternahm eine zweite Expedition gegen Konstantine, fiel aber bei einer Erkundung.

 

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