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Dancla bis Dandywalze (Bd. 4, Sp. 474 bis 476)
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Artikelverweis Dancla, Jean Charles, Violinspieler und Komponist, geb. 19. Dez. 1317 in Bagnéres-de-Bigorre, Schit ler Baillots, seit 1857 Lehrer des Violinspiels am Pariser-Konservatorium, ist geschätzt wegen seiner instruktiven Werke für Violine (»Méthode élémentaire et progressive de violon«, »École de l'expression«, »École de la mélodie« etc.), schrieb aber auch Violinkonzerte und Kammermusikwerke. Er veröffentlichte: »Notes et souvenirs« (2. Aufl., Par. 1898, mit Verzeichnis seiner Werke). Auch seine jüngern Brüder, Arnaud (gest. 1862) und Léopold D. (gest. 1895), haben sich, ersterer als Cellist, letzterer als Geiger, Ruf erworben.
 
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Dancourt (spr. dangkūr), eigentlich Floreut Carton, franz. Schauspieler und Bühnendichter, geb. 1. Nov. 1661 in Fontainebleau, ward Advokat, dann Schauspieler und zog sich 1718 auf sein Gut nach Courcelles (Indre-et-Loire) zurück, wo er 7. Dez. 1725 starb. Die besten seiner Lustspiele oder Possen, die amüsante Tagesgeschichten behandeln und sich durch lebendigen Dialog und nicht eben seine, aber meist glückliche Einfälle auszeichnen, sind: »Le chevalier à la mode« (1687), »Les vendanges de Suresnes«, »Mari retrouvé«, »Bourgeoises de qualité«, »Les trois cousines«, »Le galant jardinier«. Seine Werke erschienen am vollständigsten Parss 1760, 12 Bde. in Auswahl 1810, 5 Bde., 1822 und 1884. D. hat mit großer Geschicklichkeit und Naturtreue den Charakter des Dorfes und seiner Bewohner darzustellen gewußt, die er im Patois sprechen läßt; Voltaire räumt ihm nach Moliere den ersten Rang in der Posse ein. Seine Frau Thérèse Lenoir de la Thorilliere und ihre beiden Tochter waren namhafte Schauspielerinnen. Vgl. Ch. Barthélemy, La comédie de D. (Par. 1882); Lemaître, La comédie après Molière et le théâtre de D. (das. 1882).
 
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Dandenong, Ort im britisch-austral. Staat Victoria, 30 km südöstlich von Melbourne, Station der Gippsland-Eisenbahn, hat in dem nahen Staatsforst die höchsten Riesenbäume der Erde und in der Schlucht Ferntree-Gully prachtvolle Farnbäume.
 
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Dandin (franz., spr. dangdäng), der Held einer Molièreschen Komödie, ein reicher Bauer, der infolge seiner Heirat mit einer Adligen in allerlei Fatalitäten gerät. Sein Ausruf: »Vous l'avez voulu (nicht: Tu l'as voulu), George Dandin!« ist sprichwörtlich geworden für selbstverschuldete Widerwärtigkeiten. Das Wort D. bedeutet »alberner Mensch« (von dandiner, sich in den Hüften wiegen), daher das englische Danny (s. d.).

[Bd. 4, Sp. 475]



 
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Dandit, Ort im Distrikt Mit-Ghamr der ägypt. Provinz (Mudirieh) Dakalieh, mit (1897) 6718 Einw.
 
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Dändliker, Karl, schweizer. Historiker, geb. 6. Mai 1849 zu Rorbas im Kanton Zürich, studierte Geschichte in Zürich und München, wurde 1872 Geschichtslehrer am Züricher Lehrerseminar in Küßnacht, habilitierte sich 1875 als Privatdozent der Schweizergeschichte am eidgenössischen Polytechnikum und an der Hochschule Zürich und wurde 1883 zum außerordentlichen Professor daselbst ernannt. Er schrieb: »Die drei letzten Bücher Herodians« (in Büdingers »Untersuchungen zur römischen Kaisergeschichte«, Bd. 3, Leipz. 1880); »Lehrbuch der Geschichte des Schweizervolkes« (Zürich 1875; franz.: »Histoire du Peuple Suisse«, Par. 1879); »Ursachen und Vorspiel der Burgunderkriege« (Zürich 1876); »Hans Waldmanns Jugendzeit und Privatleben« (das. 1878); »Bausteine zur politischen Geschichte Hans Waldmanns« (»Jahrbuch für schweizerische Geschichte«, Bd. 5, das. 1880); »Die Eidgenossen und die Grafen von Toggenburg« (ebenda, Bd. 8, 1883); »Die Berichterstattungen und Anfragen der Zürcher Regierung an die Landschaft« (ebenda, Bd. 21 u. 23,1896 u. 1898); »Der Ustertag und die politische Bewegung der 1830er Jahre im Kanton Zürich« (das. 1881); »Geschichte der Schweiz mit besonderer Rücksicht auf die Entwickelung des Verfassungs- und Kulturlebens« (das. 188391, 3 Bde.; 4. Aufl. 1900ff.), die beste Darstellung der ganzen Schweizergeschichte; »Kleine Geschichte der Schweiz« (das. 1889); »Hans Waldmann und die Zürcher Revolution von 1489« (das. 1889); »Ortsgeschichte und historische Heimatkunde« (das. 1897). Mit J. I. Müller gab er ein »Lehrbuch der allgemeinen Geschichte« (3. Aufl., Zürich 1891) heraus.
 
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Dandŏlo, eine der zwölf vornehmsten venezianischen Familien, von deren Angehörigen besonders bemerkenswert sind:
   1) Enrico, Gründer der Herrschaft Venedigs über das Mittelmeer, geb. um 1108, gest. 1. Juni 1205, ward, als er 1172 als Gesandter nach Konstantinopel ging. auf Befehl Kaiser Manuels schmählich mißhandelt, so daß er beinahe erblindete. Er ward 1193 Doge. Unter seiner Regierung wurde ein Teil der dalmatischen Küste unterworfen, über Padua und andre Städte des venezianischen Festlandes die Schutzherrlichkeit erworben, das mächtige Pisa aber bei Modone 1195 geschlagen. Mit Hilfe der Kreuzfahrer eroberte er 1202 Triest, Zara, die Ionischen Inseln und 18. Juli 1203 Konstantinopel, sodann dieselbe Stadt nach der Ermordung des Kaisers Alexios IV. nochmals 12. April 1204. Bei der Errichtung des lateinischen Kaisertums erwarb er für Venedig drei Achtel des byzantinischen Gebietes: die Südwestspitze des Peloponnes, die wichtigsten Küstenplätze vom Schwarzen Meer bis Epirus, Korfu, Kreta und andre Inseln des Archipels und des Ionischen Meeres sowie ein Quartier der Stadt Konstantinopel, und verfügte Handelsfreiheit durch das ganze Reich. Als 1205 die Griechen im Bunde mit den Bulgaren sich gegen die Lateiner erhoben, eilte D. herbei, vermochte aber die Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht vom 15. April bei Adrianopel nicht zu verhindern.
   2) Francesco, Doge, 132939, bezwang das mächtige Haus della Scala (133438), wodurch Venedig, Treviso und Bassano freie Schiffahrt auf dem Po erlangten.
   3) Andrea, Doge 134354, schloß einen Bund mit dem Papste, dem König von Cypern und dem Johanniterorden gegen die Türken, stellte 1347 durch Verträge mit den Tataren die Handelsverbindungen Venedigs am Schwarzen Meer wieder her und unterwarf 1346 das abgefallene Zara und 1348 Capo d'Istria. D. schrieb eine wertvolle, von Muratori (»Scriptores rerum Italic.«, Bd. 12) herausgegebene Geschichte Venedigs. Vgl. Simonsfeld, Andrea D. und seine Geschichtswerke (Münch. 1876).
   4) Girolamo, Sohn des Silvestro D., des letzten Admirals der Republik Venedig (geb. 1766, gest. 1847 als österreichischer Vizeadmiral), geb. 26. Juli 1796, nahm 1848 an der Erhebung Venedigs teil, ward Direktor des großen Staatsarchivs dei Frari und starb 26. März 1866 als letzter seines Stammes. Er schrieb: »La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant' anni« (Vened. 1855).
 
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Dandŏlo, 1) Vincenzo, Graf, Chemiker und Agronom, geb. 26. Okt. 1758 in Venedig, gest. 12. Dez. 1818, studierte in Padua, errichtete in Venedig ein Lehrinstitut, war später Mitglied des Großen Rates der Zisalpinischen Republik, dann fünf Jahre Gouverneur von Dalmatien und lebte hierauf auf seinen Gütern bei Varese. D. verbesserte die Straßen, Acker- und Weinbau in der Lombardei und namentlich die Seidenraupenzucht. Er schrieb: »Fondamenti della fisico-chimica applicati alla formazione de' corpi e de' fenomeni della natura« (Vened. 1796, in 6. Aufl.); »Les hommes nouveaux, ou moyens d'opérer une régénération morale« (1799, 2. Aufl. 1801); »Enologia« (Mail. 1812, 2 Bde.); »Il buon governo de' bachi da seta« (das. 1816, 2 Bde.); »Storia de' bachi da seta« (das. 181819, 3 Bde.). Seine Memoiren gab Compagnoni heraus (Mail. 1820).
   2) Tullio, Graf, ital. Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. im September 1801, gest. 6. April 1870, studierte in Zara, Varese und Pavia und suchte dann seine Bildung durch Reisen zu erweitern, deren Eindrücke er in zahlreichen Schriften niederlegte. Hierher gehören: »Viaggio per la Svizzera occidentale« (Mail. 182935, 11 Bde.); »Schizzi di costumi« (1836); »Reminiscenze e fantasie« (1841, 2 Bde.) u. a. Später wendete er sich geschichtlichen Studien zu, während sich gleichzeitig in seinen Schriften ein streng kirchlicher Charakter immer entschiedener ausprägte. Wir erwähnen davon: »Studii sul secolo di Pericle« (1835); »Studii sul secolo d'Augusto« (1837); »Roma el'impero sino a Marco Aurelio« (1844), wovon das 6. Buch u. d. T.: »Cristianesimo nascente« (1854) besonders erschien; »San Francesco d'Assisi e due suoi discepoli« (1847); »I secoli de' due sommi italiani Dante e Colombo« (1852, 2 Bde.); »L'Italia nel secolo passato sino 1789« (1854, 2 Bde.); »Il pensiero pagano ed il pensiero cristiano ai giorni dell' impero« (1855, 3 Bde.); »Monachismo e leggende« (1856); »Storia del pensiero nel medioevo« (1857); »Roma pagana e Roma cristiana« (1860); »Il secolo di Leone X« (186168, 3 Bde.); »Storia del pensiero nei tempi moderni« (1864; 2. Aufl. 1870, 3 Bde.).
   3) Emilio, ital. Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 1831 in Varese, gest. 20. Febr. 1859, beteiligte sich 1848 an der Revolution zu Mailand, kämpfte dann gegen die Österreicher in der Lombardei und in Tirol, späterhin in Rom gegen die Franzosen und schrieb eine Geschichte dieser zweijährigen Kämpfe. Darauf bereiste er 185051 den Orient und legte seine Beobachtungen in »Viaggio in Egitto, nel Su-

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dan, in Siria ed in Palestina 18501851« (Mail. 1854) nieder. Seine Biographie schrieb G. Carcano (Turin 1872).
 
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Dandy (engl., spr. dänndĭ, Mehrzahl: Dandies, vom franz. Dandin, s. d.), ein seiner Herr der eleganten Welt, der sich auffallend kleidet und benimmt; dann soviel wie tonangebender Modeherr, Geck. Das deutsche »Stutzer« entspricht dem englischen D., als dessen Urtypus den Engländern George Brummel (s. d.) gilt, nur unvollkommen, mehr das wienerische »Gigerl« (s. d.). In neuerer Zeit ist es mehr und mehr durch den Ausdruck Swell und Masber, in Amerika außerdem durch Dude verdrängt worden.
 
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Dandy-fever (spr. -fīwer), soviel wie Denguefieber.
 
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Dandywalze, eine Walze der Papiermaschine zur Hervorbringung von Wasserzeichen, s. Meyers Papier.

 

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