Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Danăë bis Danby (Bd. 4, Sp. 473 bis 474)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Danăë, im griech. Mythus Tochter des Königs Akrisios (s. d.) vonArgos, wurde von ihrem Vater wegen des Orakels, daß ihr Sohn ihn töten werde, in einen ehernen Turm eingeschlossen, hier aber von Zeus in Gestalt eines goldenen Regens besucht und von ihm Mutter des Perseus. Darauf von Akrisios mit ihrem Kind in einem Kasten ins Meer geworfen, wurde sie nach Seriphos getrieben und vom Fischer Diktys aus Land gerettet. Als dessen Bruder, König Polydektes, sie später zur Ehe zwingen wollte, ward sie von ihrem Sohne Perseus (s. d.) befreit und nach Griechenland zurückgeführt. Vgl. P. Schwarz, De fabula Danaeia (Halle 1881).
 
Artikelverweis 
Danăer, alter Name der Bewohner von Argos, nach Danaos (s. d.), der daselbst eine Herrschaft begründete. Da im Trojanischen Krieg der König von Argos, Agamemnon, den Oberbefehl hatte, so übertrug Homer den Namen D. auf die Hellenen überhaupt. Ein Danaergeschenk ist ein verdächtiges und unheilbringendes, von dem hölzernen Pferd her, das von den Griechen bei ihrem Scheinabzug vor Troja zurückgelassen war und dann die Eroberung der Stadt herbeiführte. Vor seiner Aufnahme läßt Vergil (Aen., II, 49) den Priester Laokoon vergebens warnen und legt ihm dabei die Worte in den Mund: »Ich fürchte die D., zumal wenn sie Geschenke bringen« (»Timeo Danaos et dona ferentes«).
 
Artikelverweis 
Danaīden (Danaidae), Gruppe der Tagfalter (Diurna), zu der die Gattung Danais Boisd, gehört. Sie umfaßt Schmetterlinge mit zu Putzpfoten verkümmerten Vorderbeinen, kurzen, divergierenden Tastern und undeutlichen Afterklauen an den Hintertarsen. Tropische Arten in allen Erdteilen, oft weit verbreitet, von sehr übereinstimmender Form und Färbung. Zur Gattung Hestia Hübn., mit riesigen Arten auf den Sundainseln, gehört H. Jasonia Hübn. auf Ceylon. S. Tafel Meyers »Schmetterlinge II«, Fig. 7
 
Artikelverweis 
Danaīden, s. Danaos.
 
Artikelverweis 
Danaīt, Mineral, ein kobalthaltiger Arsenkies.
 
Artikelverweis 
Danakil (Einzahl: Dankali), der arabische und allgemein gebräuchliche Name für die zahlreichen Nomaden- und Fischerstämme, welche die Küstenstrecken und Inseln am Ostrand Afrikas südlich von der Adulisbai bis zum Tadschurragolf und von da nach SW. bis gegen Schoa bewohnen. Sie nennen sich selbst Afer (Einzahl: Afri), d. h. Freie, und werden in Abessinien Adâl, in Tadschurra Adali, Adaiel genannt. Die D. gehören zu den äthiopischen Hamiten, sind wohlgebaut, hager und mittelgroß, weizengelb oder kaffeebraun. Das krause Haar wird in der Mitte hoch emporgekämmt und hängt an den Seiten herab; die Weiber flechten es in zahlreiche Strähnen. In Brust und Magengrube werden drei- und viereckige Figuren eingeschnitten. Als Bewohner eines wasser- und vegetationsarmen Landes sind die D. Nomaden, halten Kamele, Schafe und Ziegen und beschäftigen sich mit Karawanentransport und Sklavenhandel, auf den Dahlakinseln mit Fischfang; nur im seenreichen Aussatal wird Ackerbau betrieben. Sie sind fanatische Mohammedaner und in etwa 40 Stämme zersplittert, die zwei Hauptstämme bilden: die Adahianmara, zu denen die Damholta, Dahimela und Modeito gehören, und die Asahianmara mit den Debenei-Uéma, Adali und Hadarem. Ihre Sprache gehört zu der äthiopischen Gruppe der hamitischen Sprachen und ist daher mit dem Altägyptischen, entfernt auch mit den semitischen Sprachen verwandt; zuerst wurde sie lexikalisch und grammatisch bearbeitet von Salt (»Voyage to Abyssinia«, Lond. 1814), dann von Isenberg (»Vocabulary on the Dankali language«, das. 1840) und L. Reinisch (»Die Afarsprache«, Wien 188687, 3 Tle.). Vgl. Scaramucci und Giglioli, Notizie sui D. (1884); Licata, Assab ei Danàchili (Mail. 1885); Paulitschke, Ethnographie Nordostafrikas (Berl. 189396, 2 Bde.).
 
Artikelverweis 
Danăos, im griech. Mythus Sohn des Bel os und der Anchinoë, Zwillingsbruder des Ägyptos, floh vor dessen Nachstellungen aus Libyen mit seinen 50 Töchtern, den Danaiden, über Rhodos nach Argos, der Heimat seiner Ahnmutter Jo (s. d.), und gewann hier die Herrschaft. Er lehrte die Bewohner des wasserarmen Landes Brunnen zu graben; auch seine Töchter machten sich durch Auffindung von Quellen verdient (der Amymone zuliebe ließ Poseidon den unerschöpflichen Quell von Lerna hervorsprudeln) sowie durch Einführung der Thesmophorien (s. d.). Da kommen die 50 Söhne des Ägyptos und zwingen D., ihnen seine Töchter zu vermählen. In der Brautnacht erdolchen diese auf D. ' Geheiß ihre Verlobten; Hypermnestra allein verschont den Lynkeus und verhilft ihm zur Flucht. Da sich für die übrigen keine Freier wieder fanden, so stellte D. Wettkämpfe an und teilte den Siegern die Töchter ohne Brautkauf zu. Später gibt D. dem Lynkeus, wenn auch widerwillig, Gattin und Herrschaft, oder dieser erobert sich beide und tötet D. und die Töchter, die in der Unterwelt verdammt wurden, beständig Wasser in ein durchlöchertes Faß zu schöpfen (daher Faß der Danaiden, ein Bild nie endender, vergeblicher Arbeit). Die Sage von D. und den Danaiden behandelt Äschylos' Drama »Die Schutzflehenden«.

[Bd. 4, Sp. 474]



 
Artikelverweis 
Danapur, Stadt in Britisch-Indien, s. Meyers Dinapur.
 
Artikelverweis 
Danastris, antiker Name des Dnjestr (s. d.).
 
Artikelverweis 
Danbury (spr. dännbörĭ), Stadt in Connecticut, Grafschaft Fairfield, am Still River, mit Hut-, Hemden- und Nähmaschinenfabrikation und (1900) 16,537 Einw. Es wurde im Befreiungskampf 27. April 1777 von den Engländern verwüstet und der amerikanische General Wooster dabei tödlich verwundet.
 
Artikelverweis 
Danby (spr. dännbĭ), s. Meyers Leeds (Herzöge).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: