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Damrosch bis Danaīden (Bd. 4, Sp. 472 bis 473)
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Artikelverweis Damrosch, Leopold, Musiker, geb. 22. Okt. 1832 in Posen, gest. 15. Febr. 1885 in New York, studierte in Berlin Medizin und promovierte 1854, bildete sich aber gleichzeitig unter Ries (Violine) und Dehn (Komposition) zum Musiker aus und wirkte als Violinspieler in Magdeburg (1855), Berlin (1856) und unter Liszt in Weimar. 1858 wurde er Dirigent des Philharmonischen Vereins in Breslau, wo er 1862 den Orchesterverein begründete und 1866 Kapellmeister am Stadttheater war. 1871 siedelte er nach New York über, zunächst als Dirigent des Männergesangvereins Arion, begründete 1873 die Oratorio Society und 1878 die New York Symphony Society und nahm als Dirigent, Schriftsteller, Violionspieler und Lehrer eine angesehene Stellung ein. 1884 rief er ein deutsches Opernunternehmen in New York ins Leben, das nach seinem Tode sein Sohn Walter weiterführte.
 
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Damster-Diep, Kanal in der niederländ. Provinz Groningen, wurde 1598 mit Benutzung des ehemaligen Flüßchens Fivel zur Verbindung der Hauptstadt Groningen über Appingedam (daher der Name D.) mit Delfzijl und der Ems angelegt, hat aber nach Vollendung dea Emskanals (s. d.) viel von seiner Bedeutung verloren.
 
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Damwild (Damhirsch), s. Meyers Hirsch.
 
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Dan, Fluß in Nordamerika, s. Meyers Roanoke.
 
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Dan, Stadt an der Nordgrenze Palästinas im Stamm Naphtali, Kolonie der Daniten (der Nachkommen Dans, s. folgenden Artikel), früher zu Sidon gehörig und Laïs genannt, war stets ein Sitz des Götzendienstes; jetzt Tell el Kâdi.
 
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Dan (hebr., »Nichter«), Sohn Jakobs und der nach ihm benannte israelitische Stamnt, vor der Einnahme Kanaans angeblich 62,700 Streiter stark. Sein Besitz in Palästina lag am Mittelländischen Meer, ward östlich von Ben jam in und Juda, nördlich von Ephraim, südlich von Simeon begrenzt. Seine Stadte sind Jos. 19,4146 verzeichnet. In der Richterzeit zou ein Teil dieses Stammes aus seinesu Gebiet nach dem äußersten Norden Palästinas, eroberte die phönikische Stadt Laïs oder Leschem und nannte sie D. (Josua 19,47; Ruh t. 18,29), jetzt Tell el Kâdi (Richterhügel). Nach dem Exil verschwindet der Stamm aus der Geschichte und den Geschlechtsregistern (1. Chron. 6).
 
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Dana, Fluß in Britisch-Ostafrika, s. Meyers Tana.
 
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Dana (spr. dénĕ), 1) Richard Henry, amerikan. Schriftsteller, geb. 15. Nov. 1787 in Cambridge (Massachusetts), gest. 2. Febr. 1879 in Boston, verließ die Harvard-Universität, wo er studiert hatte, wegen einer Studentenverschwörung, wurde Advokat, widmete sich aber dann der Schriftstellerei. Als Gründer und mehrere Jahre lang Redakteur der Monatsschrift »North American Review«, war er seinerzeit einer der hervorragendsten Publizisten und durch seine Vorträge über Shakespeare auch als Kritiker berühmt. Sein erster Gedichtband »Poems« (New York 1833) enthielt »The Buccaneer«, das durch seine prächtige Schilderung des Meeres ausgezeichnet und in allen lyrischen Anthologien zu finden ist. Seine gesammelten Schriften erschienen in demselben Jahre. »Poems and prose writings« (neue Ausg. 1850).
   2) James Dwight, Geolog, geb. 12. Febr. 1813 zu Utica im Staate New York, gest. 15. April 1895 in Newhaven (Connecticut), studierte Mathematik und Naturwissenschaft zu New hatten in Connecticut, wurde Lehrer der Mathematik bei der Flotte, bereiste 183335 dus Mittelmeer, war 1835 und 1836 Assistent Sillimans in Newhaven und begleitete 1838 als Geolog und Mineral og die Expedition von Wilkes zur Erforschung des laroßen Ozeans. Nach seiner Heimkehr 1842 bearbeitete er in Washington die wissenschaftlich sehr wertvollen Berichte über die Reise: »Report on Zoophytes«, mit Atlas (Washington 1846), »Report on the geology of the Pacific« (das. 1849), »Report on Crustacea« (das. 185254). Seit 1855 lebte D. als Professor der Naturgeschichte (seit 1864 der Mineralogie und Geologie) am Yale College in Newhaven. Er schrieb noch: »System of mineralogy« (1837; 6. Aufl. 1892, mit Brush), das vollständigste Lehrbuch, das aber leider in der Kristallbezeichnung keine der in Deutschland herrschenden

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Methoden angenommen hat; »Manual of mineralogy« (1848; 4. Aufl., mit Brush, 1886); »Geology of U. S. Exploring Expedition« (1849); »Corals and coral-islands« (1853,3. Aufl. 1890); »Manual of geology« (1863, 10. Aufl. 1880); »Manual of geology. Illustrated by a chart of the world« (1890); »Text book of geology« (1864, 4. Aufl. 1883); »The geological story briefly told« (1875); »Characteristics of volcanoes. Hawaïian islands, etc.« (1890). Auch gab er das von seinem Schwiegervater Silliman begründete »American Journal of Science« heraus. Vgl. Gilman, The life of. James Dwight D. (New York 1899). Sein Sohn Edward Salisbury D., geb. 16. Nov. 1849, lieferte kristallographische Arbeiten und schrieb zwei Nachträge zu seines Vaters »System of mineralogy« (1875 u. 1883), »Text book of mineralogy« (1877, 10. Aufl. 1883), »Text ba ok of elemenlary mechanics« (1881). Er ist seit 1875 Mitredakteur des »American Journal of Science«.
   3) Richard Henry, der jüngere, Sohn von D. 1) und ebenfalls Schriftsteller, geb. 1. Aug. 1815 in Cambridge (Massachusetts), gest. 7. Jan. 1882 in Rom, schilderte eine der Gesundheit halber unternommene Seereise in dem Buch »Two years before the mast« (1840), das seinen literarischen Ruf begründete. In seinem nächsten Buch: »The seaman's friend« (1841), zeigte er sich als außerordentlicher Kenner des internationalen Seerechts. Er praktizierte in Boston als Advokat, nahm regen Anteil an der Gründung der Bodenreformpartei und schrieb außer den oben genannten Werken ein Reisetagebuch: »To Cuba and back« (1859), »Letters on Italian unity« (1871), biographische Skizzen über Edward Channing, Washington Allston u. a. sowie mehrere völkerrechtliche Abhandlungen. Vgl. C. F. Adams, Life of Richard Henry D. jun. (Boston 1891).
 
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Danăë, im griech. Mythus Tochter des Königs Akrisios (s. d.) vonArgos, wurde von ihrem Vater wegen des Orakels, daß ihr Sohn ihn töten werde, in einen ehernen Turm eingeschlossen, hier aber von Zeus in Gestalt eines goldenen Regens besucht und von ihm Mutter des Perseus. Darauf von Akrisios mit ihrem Kind in einem Kasten ins Meer geworfen, wurde sie nach Seriphos getrieben und vom Fischer Diktys aus Land gerettet. Als dessen Bruder, König Polydektes, sie später zur Ehe zwingen wollte, ward sie von ihrem Sohne Perseus (s. d.) befreit und nach Griechenland zurückgeführt. Vgl. P. Schwarz, De fabula Danaeia (Halle 1881).
 
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Danăer, alter Name der Bewohner von Argos, nach Danaos (s. d.), der daselbst eine Herrschaft begründete. Da im Trojanischen Krieg der König von Argos, Agamemnon, den Oberbefehl hatte, so übertrug Homer den Namen D. auf die Hellenen überhaupt. Ein Danaergeschenk ist ein verdächtiges und unheilbringendes, von dem hölzernen Pferd her, das von den Griechen bei ihrem Scheinabzug vor Troja zurückgelassen war und dann die Eroberung der Stadt herbeiführte. Vor seiner Aufnahme läßt Vergil (Aen., II, 49) den Priester Laokoon vergebens warnen und legt ihm dabei die Worte in den Mund: »Ich fürchte die D., zumal wenn sie Geschenke bringen« (»Timeo Danaos et dona ferentes«).
 
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Danaīden (Danaidae), Gruppe der Tagfalter (Diurna), zu der die Gattung Danais Boisd, gehört. Sie umfaßt Schmetterlinge mit zu Putzpfoten verkümmerten Vorderbeinen, kurzen, divergierenden Tastern und undeutlichen Afterklauen an den Hintertarsen. Tropische Arten in allen Erdteilen, oft weit verbreitet, von sehr übereinstimmender Form und Färbung. Zur Gattung Hestia Hübn., mit riesigen Arten auf den Sundainseln, gehört H. Jasonia Hübn. auf Ceylon. S. Tafel Meyers »Schmetterlinge II«, Fig. 7

 

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