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Dampfgebläse bis Dampfjacke (Bd. 4, Sp. 448)
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Artikelverweis Dampfgebläse, s. Meyers Gebläse.
 
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Dampfgeschütz, ein Geschütz, bei dem das Geschoß durch die Expansionskraft hochgespannter Wasserdämpfe fortgetrieben wird. Nach Leonardo da Vinci soll Archimedes vorgeschlagen haben, die Spannkraft des Dampfes zum Fortschleudern eines Geschosses aus einem kurzen Rohr zu benutzen. Bald nach der Erfindung der Dampfmaschine machte J. Watt (1805) dahingehende Versuche, aber alle für Kanonen wie Flinten (Dampfkanone, Dampfflinte) hergestellten Einrichtungen (Girard 1814, Perkins 1823, Bessemer) blieben praktisch wertlos, weil es nicht gelang, Dampf von gleichmäßig hoher Spannung in genügender Menge zu entwickeln (s. Dynamitkanone).
 
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Dämpfgordinge, die Geitaue der Gaffelsegel.
 
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Dampfgummi, s. Meyers Dextrin.
 
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Dampfhammer, s. Meyers Hammer.
 
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Dampfhaspel, s. Meyers Haspel.
 
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Dampfheizung, s. Meyers Heizung.
 
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Dampfhemd (Dampfmantel), s. Meyers Dampfmaschine, S. 456.
 
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Dämpfigkeit, ein mit 14tägiger Gewährfrist belegter Hauptmangel der Pferde. Nach der kaiserlichen Verordnung, betreffend die Hauptmängel und Gewährfristen im Viehhandel, ist als D. anzusehen: die Atembeschwerde, die durch einen chronischen, unheilbaren Krankheitszustand der Lungen oder des Herzens verursacht wird. Nach dem Sitz des Leidens zerfällt die D. demnach in Lungen- und Herzdämpfigkeit, deren praktische Unterscheidung jedoch nicht immer möglich und auch nebensächlich ist, da es allein auf ihre gleiche Wirkung, die den Gebrauch der Pferde beeinträchtigende Atembeschwerde, ankommt. Die D. wird durch verschiedenartige Krankheitszustände veranlaßt, durch Emphysem (Asthma des Menschen), chronischen Bronchialkatarrh und chronische Verdichtungen des Lungengewebes sowie durch Herzklappenfehler und sonstig-die normale Herztätigkeit beeinträchtigende Verhältnisse. Alle diese Zustände bewirken eine Atembeschwerde, die Herzfehler deshalb, weil die Atmung von gleichmäßigem Zusammenwirken des Herzens mit der Lunge abhängt. Die Atembeschwerde zeigt sich in der Regel erst bei der Bewegung, weil diese größere Ansprüche an Herz und Lunge stellt. Zur Untersuchung auf D. muß daher das Pferd geritten oder gefahren werden. Je nach dem Grade der Anstrengung steigert sich dabei die Zahl der Atemzüge auch beim gesunden Pferd, um jedoch beim Stillstehen ziemlich rasch wieder auf die Norm (12 in der Minute) zu sinken. Bei D. ist die Steigerung bedeutender, und die Beruhigung verzögert sich viel länger. Auch erscheinen die Atemzüge mühsam, und infolge starker Zusammenziehung der Bauchmuskeln (Flanken) bildet sich bei der Ausatmung eine Rinne (Dampfrinne) unterhalb der Rippen. Die D. kann nur von einem Sachverständigen gültig festgestellt werden. Bei der Untersuchung, die zur Sicherheit an mehreren Tagen wiederholt wird, muß das Pferd frei von Fieber und Katarrh der obern Luftwege sein. Mit der D. hat das Kehlkopfpfeifen wesentliche Eigenschaften gemeinsam, wird aber als ein besonderer Fehler auch in den gesetzlichen Bestimmungen unterschieden. Veraltete Benennungen für D. sind Keuchen, Engbrüstigkeit, Bauchschlägigkeit (wegen der starken Bauchbewegung beim Atmen), auch Schlagebauch (Schlebäuchen), Hartschlägigkeit (soviel wie Herzschlagen), Herzschlechtigkeit (dasselbe), Heuschlechtigkeit (weil angeblich schlechtes Heu D. erzeugt), Dampf, Dumpfigkeit (wahrscheinlich die ursprüngliche Bezeichnung, von dumpf entlehnt). Hartschnaufigkeit und Rohren, s. Meyers Kehlkopfpfeifen. Vgl. Dieckerhoff, Gerichtliche Tierarzneikunde (3. Aufl., Berl. 1901).
 
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Dampfjacht (Lustjacht), jeder elegant eingerichtete Vergnügungsdampfer, der nur zu Sportzwecken benutzt wird. Die größte deutsche D. ist die Hohenzollern, die kaiserliche Jacht (s. Meyers Deutschland, Meyers Liste der Kriegsschiffe). Seit 1901 besitzt die Hamburg-Amerikalinie für Gesellschaftsreisen die D. Prinzessin Viktoria Luise von 5800 Ton. Größe und 3600 Pferdekraft, mit Raum für 200 Reisende.
 
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Dampfjacke (Dampfmantel), s. Meyers Dampfmaschine, S. 456.

 

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