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Dämpfen bis Dampffässer (Bd. 4, Sp. 446 bis 447)
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Artikelverweis Dämpfen von Viehfutter, s. Meyers Futterbereitung.
 
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Dampfentwässerungsapparate (im weitern Sinne des Wortes), Vorrichtungen, durch die das im Wasserdampf in Nebelform enthaltene Wasser von ersterm getrennt wird (Wasserabscheider, s. d.), und solche, die das abgeschiedene Wasser abführen (Kondensationswasserableiter, s. d.).
 
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Dampfer, soviel wie Dampfschiff.
 
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Dämpfer, Vorrichtung, die behufs leichterer und schärferer Beobachtung die Schwingungen einer Magnetnadel oder eines Magnetstabes vermindert oder unterdrückt. Töpler versieht die Magnetnadel mit einem Plättchen (Flügel) aus Glimmer od. Aluminiumblech, auf das der Luftwiderstand wirkt (mechanische Dämpfung). Reicht dieser nicht aus, so kann man den Flügel in einemehr oder minder zähe Flüssigkeit eintauchen lassen (Flüssigkeitsdämpfung). Häufiger benutzt man einen die Magnetnadel umgebenden geschlossenen Kupferbügel (s. Abbildung), dessen Wirkung auf der Erregung von Induktionsströmen beruht, welche die schwingende Magnetnadel in entgegengesetzter Richtung zu drehen suchen (elektrische Dämpfung). Diese D. wirken um so stärker, aus je besser leitendem Metall und je massiger sie hergestellt werden; auch die Form und die Annäherung an die Magnetnadel ist von Einfluß. Bei einem derartigen Apparat von Siemens u. Halske schwingt ein glockenförmiger Magnet in der sich eng anschließenden zylindrischen Höhlung einer massiven Kupferkugel. Bei den regulierbaren Dämpfern können Metallmassen dem Magnet beliebig genähert und zurückgeschoben werden. Wendet man den D. auf astatische Nadeln an, so können diese ohne Schwingungen (aperiodisch) sofort die neue Gleichgewichtslage annehmen. Werden die Schwingungen der Nadel nur durch eine starke Dämpfung beeinflußt, so zeigt der Apparat nur geringe Empfindlichkeit; er wird dagegen sehr empfindlich, wenn man neben schwacher Dämpfung eine Astasierung anbringt. Dämpfungsverhältnis heißt das Verhältnis zweier aufeinander folgender Schwingungsbogen (Amplituden), logarithmisches Dekrement die Differenz der Logarithmen derselben.
 
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Dämpfer (ital. Sordino, franz. Sourdine), Vorrichtungen, mittels deren man die Stärke des Tones der Saiten-, Blas- und Schlaginstrumente vermindert (gefordert durch die Bezeichnung con sordino) und zugleich den Klangcharakter verändert, demselben etwas Verschleiertes, Gedrücktes, in manchen Fällen (Trompete) etwas Skurriles verleiht. Die

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ältern Tafelklaviere und Pianinos haben zweierlei Dämpfervorrichtungen, nämlich die allen Klavieren, auch den Flügeln, gemeinsamen D., die nach Loslassen der Taste den Ton sofort ersticken, und eine zweite Art, die durch ein besonderes Pedal regiert wird und nur ausgiebige Schwingungen der Saiten verhindert, kleine dagegen zuläßt. Diese letztere Art der Dämpfung ersetzt die Verschiebung der Flügel, gibt aber einen durchaus abweichenden Effekt. Die D. der Streichinstrumente sind ähnlich wieder Steg geformte Holzkämmchen mit gespaltenen Zinken, die auf den Steg fest aufgeklemmt werden. Das Timbre des gedämpften Klanges der Streichinstrumente hat etwas an den Klang der Oboe Gemahnendes, ein wenig Näselndes. Für die Blechblasinstrumente gebraucht man als D. durchbohrte Holzkegel, die in die Stürze eingeschoben werden; ihre Anwendung ist darum eine mißliche, da sie die Tonhöhe etwas verändern, und man hat neuerdings kompliziertere D. konstruiert. Das Stopfen der Horn- und Trompetentöne mit der Hand ist auch Dämpfung und die dadurch hervorgebrachte Veränderung des Timbre dem entsprechend. Der Klang der Trommeln wird gedämpft durch Einschaltung eines Tuchstreifens od. dgl. zwischen die Schnarrseite und das Fell, der Klang der Pauken durch Berührung des Felles mit der Hand.
 
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Dampferlinien, s. Meyers Dampfschiffahrt.
 
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Dampferwege, zumeist die kürzesten Seewege zwischen zwei Häfen, die indessen von Witterungs-, Strömungs- und Eisverhältnissen, von Fahrwassertiefen in Küsten- und Inselgewässern sowie auch von der Dampfkraft der Schiffe beeinflußt werden; große Schiffe mit starken Maschinen laufen z. B. nur durch die Magalhãesstraße nach Valparaiso, während mittlere Dampfer mit schwachen Maschinen besser tun, auch den Smithkanal bis zum Golf von Peñas zu benutzen, wodurch ihre Reise zwar länger, aber sicherer wird. Vgl. Atlantischer Ozean, S. 47, u. Textbeilage zum Art. »Dampfschiffahrt«, II.
 
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Dampffähre, s. Meyers Fähre und Eisenbahnfähre.
 
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Dampffahrkunde, Hilfswissenschaft der Seetaktik, umfaßt die Kenntnis vom Einfluß der Schrauben auf die Steuerfähigkeit der Schiffe und vom Einfluß des Ruders und der Maschinenkraft auf das Manövrieren (Drehen, Vor- und Rückwärtsgehen, Stoppen) mit dem Schiffe; ferner die Kenntnis der Sogwirkung in engen Flüssen und Kanälen, sowie des Einflusses der Wassertiefe auf die Schiffsgeschwindigkeit und des Windes und Seeganges auf die Manövrierfähigkeit der Schiffe verschiedener Formen. Bei Doppel- und Dreischraubenschiffen untersucht die D. die Schraubenwirkung bei verschiedenartigem Gang der Maschinen, z. B. auf Drehfähigkeit, wenn eine Schraube vorwärts, die andre rückwärts arbeitet. Vgl. Fahrtmoment, Drehkreis, Derivationswinkel.
 
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Dampffarben, s. Meyers Zeugdruckerei.
 
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Dampffässer, in verschiedenen Industriezweigen benutzte Koch- und Dampfapparate. Der preußischen Polizeiverordnung vom 1. April 1899 unterliegen Gefäße, deren Beschickung der mittelbaren oder unmittelbaren Einwirkung von anderweit erzeugtem gespannten Wasserdampf oder von Feuer ausgesetzt wird, sofern im Innern der Gefäße oder ihren den Beschickungsraum umgebenden Hohlwandungen ein höherer als der atmosphärische Druck herrscht oder erzeugt wird. Ausgenommen sind Dampfkessel, Gefäße für gas- oder dampfförmige Füllung, Wasservorwärmer sowie Heizkessel und Heizkörper der Heizungen, ferner D. unter 150 Lit. Inhalt und solche, bei denen das Produkt aus dem Inhalt in Litern und der in dem Dampffaß herrschenden Spannung in Atmosphärenüberdruck weniger als 300 beträgt; endlich auch D., die mit einem unverschließbaren Rohr oder mit einer solchen Sicherheitsvorrichtung versehen sind, daß im Dampffaß keine höhere Spannung als ein halber Atmosphärenüberdruck entstehen kann. Die Einrichtung der D. ist je nach dem bestimmten Zweck verschieden, alle aber bilden erfahrungsmäßig wie die Dampfkessel einen Gegenstand steter Explosionsgefahr. Die Regelung der amtlichen Beaufsichtigung des Baues und Betriebes der D. ist den einzelnen Bundesstaaten überlassen geblieben. Nach der in Preußen geltenden Polizeiverordnung vom 1. April 1899 darf zu Dampffässern Holz und Gußeisen nur verwendet werden, wo es nicht zu vermeiden ist, und wo Gefahren ausgeschlossen sind. Umlegbare Verschlußschrauben, Schlitzschrauben und Klammern müssen gegen Abrutschen gesichert sein. Eingelegte einseitige Hakenschrauben sind nicht zulässig. Gefäße von mehr als 80 cm Durchmesser sollen Mannlöcher von bestimmter Größe besitzen. Jedes Dampffaß muß einzeln von der Dampfleitung abzusperren oder vor dem Feuer ohne weiteres zu schützen sein. Ein Sicherheitsventil, ein Manometer oder Thermometer und ein Druckverminderungsventil ist (in der Dampfleitung) erforderlich, wenn das oder die an der Leitung liegenden D. für weniger Druck genehmigt sind als der den Druck liefernde Kessel. Auch muß jedes Dampffaß einen Lufthahn haben und eine Manometerkontrollflansche. Jedes Dampffaß muß vor Inbetriebnahme einer Druckprobe und Abnahme unterzogen werden. Die Druckprobe muß vor der Einmauerung oder Ummantelung

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mit dem anderthalbfachen Genehmigungsdruck erfolgen. Jedes Dampffaß ist regelmäßig zu revidieren, solange es nicht gänzlich außer Betrieb gesetzt ist. Innere Untersuchungen finden vierjährlich (Etatjahre), Wasserdruckproben achtjährlich statt. Nach Hauptreparaturen sind amtliche Druckproben und Bescheinigungen im Buch erforderlich.
   Für die D. hat die Form und Bauart keine so hervorragende Bedeutung wie bei den Dampfkesseln, doch sind sieben verschiedene Hauptformen vorhanden: kugelförmige, zylindrische, kegelförmige, kastenartige, birnenförmige, tonnenförmige, zylindrisch-kegelförmige (Fig. 18, S. 447); von diesen überwiegen die zylindrischen und vor allem die zylindrisch-kegelförmigen D. Das Material der D. ist vorwiegend Eisen (Schweiß-, Fluß-, Gußeisen). Andres Material oder wenigstens eine Ausfütterung des Eisenmantels mit anderm Material (Kupfer, Blei) wird nur dann gewählt, wenn das Eisen von den zu verarbeitenden oder den bei der Verarbeitung hinzuzusetzenden Stoffen angegriffen wird. Zur luftdichten Abschließung der Öffnungen der D., die zur Füllung, Entleerung und Reinigung dienen, benutzt man Bügelverschlüsse, Verflanschungen, Deckelverschlüsse, Verflanschungen mit Bügelverschluß, Keilverschlüsse etc.

 

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