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Dampfdroschke bis Dämpfer (Bd. 4, Sp. 446)
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Artikelverweis Dampfdroschke, s. Meyers Motorwagen.
 
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Dampfdruckregulator, s. Meyers Reduzierventil.
 
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Dampfdruckwasserheber, Apparat zum Heben von Flüssigkeit, bei dem gespannter Wasserdampf unmittelbar zur Förderung benutzt wird. Wird der Dampf nach Ausübung der Druckwirkung kondensiert, so entsteht in dem D. ein Vakuum, das durch Nachdringen von Flüssigkeit unter dem Atmosphärendruck wieder ausgefüllt wird. Die D. wirken also in diesem Falle wie Pumpen, abwechselnd drückend und saugend, und durch Vereinigung zweier einfach wirkender D. wird eine Doppelwirkung erzielt. Sollen die D. vollkommen selbsttätig wirken, so bedürfen sie einer selbsttätigen Steuerung, die den Dampf abwechselnd zutreten läßt und absperrt. Andernfalls muß die Steuerung von Hand besorgt werden. Unselbständige D. sind Saverys Aspirationsmaschine (s. Meyers Dampfmaschine, S. 457) und der Druckkopf (Montejus), selbsttätige das Pulsometer und das Syphonoid. Als D. sind auch gewisse (wenig benutzte) Dampfkesselspeiseapparate (s. d.) anzusehen.
 
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Dampfdusche, s. Meyers Dampfbad.
 
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Dampfdynamomaschine, eine Dynamomaschine, deren Anker auf der Dampfmaschinenwelle sitzt.
 
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Dämpfen, die Behandlung von Substanzen mit Wasserdampf, wird meist in der Weise ausgeführt, daß man die zu dämpfenden Gegenstände (Spinnfasern, Garne, Gewebe, Holz etc.) in Kasten (Dämpfkasten) bringt und Dampf zuleitet. Das D. soll z. B. Holz auslaugen, rohe Baumwolle lockern, Garnen und Geweben größere Weichheit geben. In der Zeugdruckerei das Behandeln der Gewebe mit Dampf zur Befestigung der ausgedruckten Farben (Dampffarben); auch soviel wie Dekatieren, s. Meyers Tuch. In der Kochkunst heißt D. (Schmoren, Dünsten, franz. dauber, étuver) Fleisch (besonders Rindfleisch) im verschlossenen Gefäß mit Butter oder Fett und Bouillon gar werden lassen.
 
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Dämpfen von Viehfutter, s. Meyers Futterbereitung.
 
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Dampfentwässerungsapparate (im weitern Sinne des Wortes), Vorrichtungen, durch die das im Wasserdampf in Nebelform enthaltene Wasser von ersterm getrennt wird (Wasserabscheider, s. d.), und solche, die das abgeschiedene Wasser abführen (Kondensationswasserableiter, s. d.).
 
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Dampfer, soviel wie Dampfschiff.
 
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Dämpfer, Vorrichtung, die behufs leichterer und schärferer Beobachtung die Schwingungen einer Magnetnadel oder eines Magnetstabes vermindert oder unterdrückt. Töpler versieht die Magnetnadel mit einem Plättchen (Flügel) aus Glimmer od. Aluminiumblech, auf das der Luftwiderstand wirkt (mechanische Dämpfung). Reicht dieser nicht aus, so kann man den Flügel in einemehr oder minder zähe Flüssigkeit eintauchen lassen (Flüssigkeitsdämpfung). Häufiger benutzt man einen die Magnetnadel umgebenden geschlossenen Kupferbügel (s. Abbildung), dessen Wirkung auf der Erregung von Induktionsströmen beruht, welche die schwingende Magnetnadel in entgegengesetzter Richtung zu drehen suchen (elektrische Dämpfung). Diese D. wirken um so stärker, aus je besser leitendem Metall und je massiger sie hergestellt werden; auch die Form und die Annäherung an die Magnetnadel ist von Einfluß. Bei einem derartigen Apparat von Siemens u. Halske schwingt ein glockenförmiger Magnet in der sich eng anschließenden zylindrischen Höhlung einer massiven Kupferkugel. Bei den regulierbaren Dämpfern können Metallmassen dem Magnet beliebig genähert und zurückgeschoben werden. Wendet man den D. auf astatische Nadeln an, so können diese ohne Schwingungen (aperiodisch) sofort die neue Gleichgewichtslage annehmen. Werden die Schwingungen der Nadel nur durch eine starke Dämpfung beeinflußt, so zeigt der Apparat nur geringe Empfindlichkeit; er wird dagegen sehr empfindlich, wenn man neben schwacher Dämpfung eine Astasierung anbringt. Dämpfungsverhältnis heißt das Verhältnis zweier aufeinander folgender Schwingungsbogen (Amplituden), logarithmisches Dekrement die Differenz der Logarithmen derselben.
 
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Dämpfer (ital. Sordino, franz. Sourdine), Vorrichtungen, mittels deren man die Stärke des Tones der Saiten-, Blas- und Schlaginstrumente vermindert (gefordert durch die Bezeichnung con sordino) und zugleich den Klangcharakter verändert, demselben etwas Verschleiertes, Gedrücktes, in manchen Fällen (Trompete) etwas Skurriles verleiht. Die

[Bd. 4, Sp. 447]


ältern Tafelklaviere und Pianinos haben zweierlei Dämpfervorrichtungen, nämlich die allen Klavieren, auch den Flügeln, gemeinsamen D., die nach Loslassen der Taste den Ton sofort ersticken, und eine zweite Art, die durch ein besonderes Pedal regiert wird und nur ausgiebige Schwingungen der Saiten verhindert, kleine dagegen zuläßt. Diese letztere Art der Dämpfung ersetzt die Verschiebung der Flügel, gibt aber einen durchaus abweichenden Effekt. Die D. der Streichinstrumente sind ähnlich wieder Steg geformte Holzkämmchen mit gespaltenen Zinken, die auf den Steg fest aufgeklemmt werden. Das Timbre des gedämpften Klanges der Streichinstrumente hat etwas an den Klang der Oboe Gemahnendes, ein wenig Näselndes. Für die Blechblasinstrumente gebraucht man als D. durchbohrte Holzkegel, die in die Stürze eingeschoben werden; ihre Anwendung ist darum eine mißliche, da sie die Tonhöhe etwas verändern, und man hat neuerdings kompliziertere D. konstruiert. Das Stopfen der Horn- und Trompetentöne mit der Hand ist auch Dämpfung und die dadurch hervorgebrachte Veränderung des Timbre dem entsprechend. Der Klang der Trommeln wird gedämpft durch Einschaltung eines Tuchstreifens od. dgl. zwischen die Schnarrseite und das Fell, der Klang der Pauken durch Berührung des Felles mit der Hand.

 

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