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Dammagruppe bis Dammerde (Bd. 4, Sp. 438 bis 440)
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Artikelverweis Dammagruppe, s. Meyers Dammastock.
 
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Dammann, Karl, tierärztlicher Lehrer und Schriftsteller, geb. 22. Okt. 1839 in Greifswald, studierte daselbst und in Berlin Medizin und Tierheilkunde, wurde 1863 Kreistierarzt in Kottbus, 1865 Professor an der landwirtschaftlichen Akademie zu Proskau, 1873 an der Akademie zu Eldena und 1877 an der Tierarzneischule in Hannover. 1880 wurde er zum Direktor derselben und zum Medizinalrat im Medizinalkollegium ernannt. 187481 war er Präsident des deutschen Veterinärrats, 187680 gehörte er als Mitglied der nationalliberalen Partei dem preußischen Abgeordnetenhaus an. D. ist der Schöpfer der mit dem vollen modernen Apparat ausgestatteten neuen tierärztlichen Hochschule in Hannover. Er schrieb: »Die Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere« (Berl. 188386, 2 Bde.; 3. Aufl. 1902).
 
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Dammar (Dhamar), Stadt in der arab. Landschaft Jemen, südlich von Sana, mit Hochschule, berühmter Pferdezucht u. 1012,000 Einw. (davon ein Drittel Juden), wurde 1879 von den Türken zerstört.
 
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Dammāra (Dammarafichte), s. Meyers Agathis.
 
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Dammāraharz (Dammar, malaiisch »Baumharz«, dann »Licht«, »Fackel«; Katzenaugenharz, Steinharz), ein aus dem Stamm einer noch nicht bekannten Dipterokarpazee (Shorea Wiesneri Schiffn.)

[Bd. 4, Sp. 440]


auf Sumatra ausfließendes Harz, bildet rundliche oder stalaktitische Massen oder kleinere Stücke, ist farblos oder gelblich, klar und durchsichtig, bisweilen mit bimssteinartiger Kruste überzogen, nicht hart, leicht zerreiblich, auf dem Bruche glasglänzend, riecht angenehm balsamisch, ist im Alter fast geruchlos, gibt beim Kauen ein weißes, an den Zähnen haftendes Pulver, spez. Gew. 1,041,05 (1,0971,123), erweicht bei 75°, wird bei 100° dickflüssig, bei 150° dünnflüssig, löst sich nicht vollständig in Alkohol, Äther, Aceton, wohl aber in Chloroform, Benzol, Schwefelkohlenstoff, fetten und ätherischen Olen. In 80proz. Chloralhydrat quillt es nur stark auf. Es besteht aus 23 Proz. Dammarolsäure, 40 Proz. α Dammarresen, 22,5 β Dammarresen etc. D. liefert einen Firnis, der zwar nicht so hart und dauerhaft wie Bernstein- oder Kopalfirnis, aber billig, farblos, klar und glänzend ist und zum Überziehen von Ölgemälden, Zeichnungen etc. sich sehr gut eignet. Auch wird er in der Photographie (Retouchieressenz, Mattoleïn, Grapholeïn) und zur Einschließung mikroskopischer Präparate benutzt. Hauptausfuhrplätze für D. sind Singapur und die Häfen von Niederländisch-Ostindien. Australisches D., Kauriharz, s. Meyers Kopal. Als schwarzes D. kommt das Harz mehrerer asiatischer Canarium-Arten in den Handel.
 
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Dammartin-en-Goële (spr. -täng-ang-goǟl'), Stadt im franz. Depart. Seine-et-Marne, Arrond. Meaux, an der Nordbahn, mit zwei Kirchen, Gipsbrüchen und (1901) 1589 Einw. Die ehemalige, nach D. benannte Grafschaft kam 1227 durch Heirat an Philipp Hurepel, Sohn König Philipps II., 1258 an die Herren von Tric, später an verschiedene Häuser, ward aber 1632 nach dem Tode des Marschalls von Montmorency, des letzten Besitzers, vom König eingezogen und dem Haus Bourbon-Condé geschenkt.
 
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Dammastock, höchster Gipfel in der Dammagruppe (Berner Alpen), 3633 m hoch, umgeben vom Galenstock (3597 m), Tierberg (3416 m), Sustenhorn (3512 m) u. a. Von den Lagern ewigen Schnees (Dammafirn etc.) steigen beträchtliche Eisströme in die Täler hinab, so der Rhonegletscher, der Tristgletscher, der Steingletscher (letztere zwei zum Gebiete des Gadmenwassers), der Wallebühlfirn, der Kehlegletscher und der Wintergletscher (diese drei zur Göschener Reuß) u. a. In dieser mächtigen Gruppe begannen die Ersteigungen mit dem Sustenhorn (G. Studer 7. Aug. 1841) und dem Galenstock (Desor und Dollfuß 18. Aug. 1845); es folgten 1864 der D. (Hoffmann 28. Juli), der Hintere Tierberg (Preiße 1. Aug.) u. a. 1868 wurde oberhalb des Tristgletschers am Thältistock eine Klubhütte (Trifthütte, 2515 m) errichtet. Oberhalb des über dem Urserntal hängenden Tiefengletschers entdeckten 1866 Bewohner von Guttannen (Hasli) eine Kristallhöhle, etwa 30 m über dem Gletscherrande. Die Untersuchung förderte eine Menge Rauchtopase (Morion) aus dem Schutt hervor, im ganzen gegen 150 metr. Ztr. Unter den bedeutendern Exemplaren ragen durch Größe und Schönheit hervor: der »Großvater« (133 kg), der »König« (127 kg), »Karl der Dicke« (105 kg) u. a. Der Fund bildete ein Seitenstück zu den ältern am Zinkenstock (s. Meyers Finsteraarhorn) und im Wallis.
 
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Dammbalken, vierkantig bearbeitete Balken, die, dicht auseinander gelegt, zur Herstellung von Abschlußbänden in Deichscharten (Deichdurchfahrten) beim Herannahen von Sturmfluten gebraucht werden. Auch bei Schleusen, Wehren und Sielen kommen sie für zeitweise Absperrungen in Anwendung. Die D. werden in eigens für diesen Zweck angebrachte, lotrechte Dammfalze eingeschoben und müssen so stark sein, daß sie dem einseitigen Wasserdruck widerstehen. D. müssen für den Fall der Not an Ort und Stelle vorrätig gehalten werden.
 
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Dammbruch, das Austreten von Eingeweide durch eine Spalte des Dammes (Mittelfleisches; s. Meyers Bruch, S. 472).
 
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Damme, 1) Flecken im Großherzogtum Oldenburg, am Fuß der 117 m hohen Dammerberge und an der Staatsbahnlinie Holdorf-D., hat eine kath. Kirche, Waisenhaus, Amt, Amtsgericht, Torfgräberei und (1900) 931 (als Gemeinde 5010) Einw. Die Umgegend ist reich an germanischen Altertümern. 2) Dorf in der belg. Provinz Westflandern, Arrond. Brügge, 6 km nordöstlich von dieser Stadt, einst befestigt und ein bedeutender Seehafen, mit der unvollendeten Liebfrauenkirche (12. Jahrh.), einem Denkmal des flämischen Dichters Jakob van Maerlant (seit 1860) und (1900) 1107 Einw.
 
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Dammerde, innige Vermengung der Humussubstanzen mit den Bodenkrümelchen; s. Meyers Boden, S. 119.

 

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