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Damiens bis Dammar (Bd. 4, Sp. 438)
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Artikelverweis Damiens (spr. damjäng), Robert François, bekannt durch den Mordversuch gegen Ludwig XV., geb. 9. Jan. 1715 in Tieuloy bei Arras, gest. 28. März 1757, war Schlosserlehrling, trieb aber in einem unordentlichen Leben vielerlei Gewerbe, wozu er in einem Jesuitenkollegium einige Kenntnisse gesammelt hatte. Der allgemeine Tadel, den die despotische und ruhmlose Regierung Ludwigs XV. erfuhr, versetzte D. in große Aufregung; in Versailles wartete er 5. Jan. 1757 die Ausfahrt des Königs nach Trianon ab und versetzte diesem, hinter einer Säule vorspringend, einen Messerstich in die rechte Seite. In den Verhören und unter der Folter leugnete er jede Mitwissenschaft andrer und blieb dabei, daß er den König nur auf bessere Gedanken habe bringen wollen. Er wurde auf dem Grèveplatz zu Paris hingerichtet.
 
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Damiette (arab. Dumyât), ägypt. Gouvernorat am Mittelmeer, begrenzt von den Provinzen (Mudiriehs) Gharbieh und Dakalieh, 904 qkm, wovon 11,71 qkm Kulturland, mit (1897) 43,751 Einw., darunter 114 Ausländer. Einteilung in 2 Distrikte. Der gleichnamige Hauptort, am rechten Ufer des phatnitischen Nilarmes, 8 km von dessen Mündung in das Mittelmeer (Mündung von D.), 4 km vom Mensalehsee, Endstation der Bahn Tanta-D., hat schöne Moscheen, mehrere Basare und Marmorbäder, Kasernen, ist Sitz eines koptischen Bischofs, eines deutschen Konsuls und eines Gerichtshofs und hat (1897) 31,288 Einw., die Weberei von groben Baumwollenstoffen, Töpferei und Kleingewerbe wie auch ansehnlichen Handel mit Reis aus der Umgebung, Salz und gesalzenen Fischen treiben. Die durch zwei Forts geschützte Flußmündung ist sehr seicht und gefährlich. In der Nähe von D. stand das alte Thamiatis (Damyat), das zur Zeit der Kreuzzüge, wo es als Schlüssel Ägyptens galt, mehrmals belagert, zuletzt 1249 von Ludwig dem Heiligen erobert, aber kurze Zeit darauf von den Mamelucken des Ejjubiden Saleh wieder genommen und später von dem Sultan Beibars völlig zerstört wurde. Die Stadt wurde darauf etwas südlicher an der jetzigen Stelle wieder aufgebaut. Die Franzosen eroberten D. 1798 und siegten hier 1. Nov. 1799 unter Kléber über die Türken; aber die Briten unter Sidney Smith entrissen es ihnen wieder und gaben es den Türken zurück, unter deren Botmäßigkeit es blieb, bis es 1833 Mehemed Ali erhielt.
 
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Damîri, Kamâl ald in Abul bakâ Mohammed ben Musa, Naturhistoriker und schafiitischer Rechtsgelehrter, geb. 1349 in Kairo, gest. im November 1405, war Professor der Traditionen an der Kapelle Ruknia und an der Moschee El Azhar (beide in Kairo) und machte mehrere Male die Pilgerfahrt nach Mekka. Er schrieb ein »Leben der Tiere« (»Hayât-alhaiwân«), das 931 Tiere eingehend beschreibt, und veranstaltete eine größere (Bulak 1867; Kairo 1887, 2 Bde.) und eine kleinere Ausgabe davon, von denen er erstere schon 1371 vollendet haben soll. Bochart in seinem »Hierozoicon« hat dieses Tierleben fleißig benutzt; Tychsen, de Sacy u. a. haben kleinere Texte daraus veröffentlicht. Eine persische Übersetzung des Werkes befindet sich in der Bibliothek des Arsenals zu Paris; eine ungedruckte französische Übersetzung hat Petit de la Croix angefertigt.
 
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Damiron (spr. -óng), Jean Philibert, franz. Philosoph, geb. 10. Jan. 1794 in Belleville (Rhone), gest. 11. Jan. 1862 in Paris, war Schüler Cousins, widmete sich dann dem Lehrfach und wurde zugleich Mitarbeiter am »Globe«, zu dem er zahlreiche Artikel beisteuerte, die er 1828 u. d. T.: »Essais sur I'histoire de la philosophie en France an XIX siècle« (3. Aufl., Par. 1834, 2 Bde.) herausgab. Kurz darauf wurde er zum Professor an der Sorbonne ernannt und später Mitglied der Akademie. Von seinen Werken sind die bedeutendsten: der »Cours de philosophie« (2. Aufl. 1842, 2 Bde.), der »Essai sur l'histoire de la philosophie en France an XVII. siècle« (1846, 2 Bde.) und die »Mémoires pour servir à l'histoire de la philosophie du XVIII. siècle« (185864, 3 Bde.).
 
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Damjanich (spr. -itsch), Johann, ungar. General im Revolutionskriege, geb. 1804 zu Stasa in der Militärgrenze, gest. 6. Okt. 1849 in Arad, serbischer Abkunft, trat als Hauptmann eines Grenzregiments 1848 mit Kossuth in Verkehr und suchte die Grenzregimenter zu gewinnen, organisierte beim Ausbruch der Unruhen in der Bácska und im Banat ein Bataillon mobilisierter Nationalgarde, die »Rotkäppler«, und zeichnete sich durch große Tapferkeit und Körperkraft bei den blutigen Kämpfen gegen die verhaßten Serben mehrfach aus. Bei dem Einmarsch von Windischgrätz wurde er zur Deckung der Theiß kommandiert und führte hier im März 1849 den Überfall von Szolnok aus, worauf er zum General befördert wurde. Bei den entscheidenden Bewegungen, die den Rückzug der Österreicher zur Folge hatten, focht er unter Görgei. Nach dem Einzug in Komorn übernahm er in der Festung Arad den Befehl, mußte sich aber nach der Katastrophe von Világos dem Russen Buturlin ergeben. Er wurde an die Österreicher ausgeliefert und endete in Arad mit zwölf andern ungarischen Generalen am Galgen.
 
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steinigen Massen für Verkehrswege hängt die Kronenbreite von der Art des Verkehrsweges ab, ihre Höhe ist durch örtliche Verhältnisse bedingt; über die seitlichen Begrenzungsflächen der Dämme, die Dammböschungen, s. Meyers Böschung. Vor Ausführung der Dämme müssen Lattenprofile hergestellt werden, die den vom D. einzunehmenden Raum angeben sollen. Gewöhnlich schlägt man in jedem wichtigern Dammquerschnitt zwei solche Profile, an jedem Böschungsfuß eins. Es besteht aus zwei Pfählen, mit einem gegenseitigen Abstand von etwa 1 m in die Querschnittsrichtung eingeschlagen, und einem, an diese seitlich angenagelten Lattenstück, dessen untere Kante die Richtung der herzustellenden Böschung und deren Schnitt mit dem Boden angibt. Außerdem werden auch noch Stangen errichtet, an denen wagerechte Lattenstücke befestigt sind, wodurch die Höhe der auszuführenden Aufschüttung angegeben wird. Da aufgeschüttete Massen sich im Laufe der Zeit zusammensetzen, so wird es nötig, die Dämme von vornherein höher und breiter, also ihre Böschungen steiler anzulegen, als in den Plänen angenommen war; dies ist schon beim Schlagen der Lattenprofile zu berücksichtigen. Das Maß der Überhöhung und Verbreiterung ist vor allem abhängig von der Höhe des Dammes und der Art und Beschaffenheit des Füllmaterials, dann auch von der Bodenform, der Art des Verfahrens bei der Anschüttung und den Witterungsverhältnissen während des Dammaufbaues. Alle Körper, die durch Verwesung zur Bildung von Hohlräumen Veranlassung geben könnten, werden aus den Auftragsmassen tunlich ferngehalten, und Hohlräume, die sich durch Übereinanderlagern von Steinbrocken bilden, sollen durch Auseinanderziehen und Zwischenfüllen feinern Materials ausgefüllt werden. Gefrorner Boden darf nicht zur Herstellung von Dämmen verwendet werden. Der eigentliche Aufbau der Dämme erfolgt in niedrigen, nahezu wagerechten Schichten, die durch die ganze Breite des Dammes reichen (Lagenschüttung), oder in wenigen hohen Schichten, zuweilen auch sofort auf die ganze Höhe des Dammes; hierbei unterscheidet man Kopfschüttung und Seitenschüttung, je nachdem die Entleerung der zur Beiführung des Dammaterials benutzten Fuhrwerke in der Richtung der Dammachse oder nach der Seite hin erfolgt. Bei Lagenschüttung, wobei die dünnen Schichten durch wiederholtes Verlegen der Bohlenbahnen und Gleise, oder auch durch besonderes Anstampfen gedichtet werden, läßt sich ein besonders gutes Arbeitsergebnis erzielen; deshalb findet die Lagenschüttung überall Anwendung, wo es sich um besonders sorgfältige Ausführung handelt, also z. B. bei Herstellung von Dämmen auf abschüssigem Boden, bei Überfüllung von Durchlässen u. dgl. Bei Kopf- und Seitenschüttung lagern sich die ausgestürzten Massen nach natürlichen Böschungsflächen übereinander. Werden große Dämme sofort auf ihre ganze Höhe hergestellt, so kommen öfters besondere Schüttgerüste zur Verwendung, welche die Gleise für die Transportwagen tragen. D. der Schmelzöfen heißt derjenige Teil des Sammlungsraumes für die geschmolzene Masse, der von Zeit zu Zeit durchstochen wird, um dieselbe abzulassen.
 
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Damm (Mittelfleisch, griech. Perinäum), bei Säugetieren der Raum zwischen After und Geschlechtsteilen, ist im weiblichen Geschlecht kürzer als im männlichen; er ist mit einigen Muskeln für den After und die Geschlechtsteile versehen. Verwundung, Verletzung, Zerreißung des Dammes, die unter Umständen sogar Harnröhre und Harnblase in ihren Bereich ziehen, kommen bei Sturz oder Sprung aus größerer Höhe und unglücklichem Aufprallen mit der Dammgegend auf einen harten Gegenstand vor und sind durch die drohende Gefahr der Harninfiltration und der damit verbundenen Verjauchung der umgebenden Gewebe gefährlich. Beim Geburtsakt entstehen häufig Dammrisse, die nur die Haut oder auch die darunter gelegene Muskulatur des Dammes betreffen. Sehr viel seltener setzt sich der Riß auch in den After und einen Teil der vordern Mastdarmwand fort. In den letztern Fällen (komplette Dammrisse) kann diarrhöischer Stuhl nicht zurückgehalten werden. Die Behandlung der Dammrisse besteht in der Vereinigung der Wundränder durch die Naht, die sofort nach beendeter Geburt zu erfolgen hat. Andernfalls können Dammrisse nicht nur im Wochenbette durch Wundinfektion Störungen verursachen, sondern auch später noch zu mancherlei Genitalerkrankungen (z. B. Vorfall) Anlaß geben. Für die Operation veralteter Dammrisse kommt eine ausgedehnte plastische Wiederherstellung in Betracht, für die vielfache Methoden angegeben sind (Perineoplastik).
 
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Damm, 1) (Altdamm, ehemals Damba) Stadt im preuß. Regbez. Stettin, Kreis Randow, an der Mündung der Plöne in den 4 km langen und 2 km breiten Dammschen See, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Stettin- Belgard und Altdamm-Swinemünde, hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Fabrikation von Papierstoff, Papier, Chemikalien, Stärkemehl und Sirup, Dampffärberei, Fischerei, Holzbearbeitungsanstalt, Dampfsägewerke, Dampfmahlmühle und (1900) mit der Garnison (ein Trainbataillon Nr. 2) 6863 meist evang. Einwohner. D. war schon 1121 unter dem Namen Vadam stark befestigt, ward aber bald darauf nebst der Umgegend von den Polen gänzlich verheert. 1249 erhielt es von Herzog Barnim I. Stadtrecht und 1276 eine Stadtmauer, die nach 1880 abgetragen wurde. Der Große Kurfürst ließ die Stadt 1676 besetzen; doch fiel sie erst 1720 an Preußen. 2) Früher Dorf, seit 1901 in Aschaffenburg einverleibt. 3) Dorf bei Neudamm (s. d.).
 
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Dammagruppe, s. Meyers Dammastock.
 
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Dammann, Karl, tierärztlicher Lehrer und Schriftsteller, geb. 22. Okt. 1839 in Greifswald, studierte daselbst und in Berlin Medizin und Tierheilkunde, wurde 1863 Kreistierarzt in Kottbus, 1865 Professor an der landwirtschaftlichen Akademie zu Proskau, 1873 an der Akademie zu Eldena und 1877 an der Tierarzneischule in Hannover. 1880 wurde er zum Direktor derselben und zum Medizinalrat im Medizinalkollegium ernannt. 187481 war er Präsident des deutschen Veterinärrats, 187680 gehörte er als Mitglied der nationalliberalen Partei dem preußischen Abgeordnetenhaus an. D. ist der Schöpfer der mit dem vollen modernen Apparat ausgestatteten neuen tierärztlichen Hochschule in Hannover. Er schrieb: »Die Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere« (Berl. 188386, 2 Bde.; 3. Aufl. 1902).
 
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Dammar (Dhamar), Stadt in der arab. Landschaft Jemen, südlich von Sana, mit Hochschule, berühmter Pferdezucht u. 1012,000 Einw. (davon ein Drittel Juden), wurde 1879 von den Türken zerstört.

 

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