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Dambach, Otto bis Damentuch (Bd. 4, Sp. 436)
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Artikelverweis Dambach, Otto, Rechtsgelehrter, geb. 16. Dez. 1831 in Querfurt, gest. 18. Mai 1899 in Berlin, war anfangs im Justizdienst angestellt, bis er 1862 als Justitiarius in das Generalpostamt berufen ward, bei welcher Behörde er später die Stelle eines Geheimen Oberpostrats und ersten Justitiarius der Reichspost-und-Telegraphenverwaltung bekleidete. In dieser Stellung hat er an allen großen Entwickelungsphasen des deutschen Post- und Telegraphenwesens teilgenommen und namentlich das Reichspostgesetz vom 28. Okt. 1871 abgefaßt. 1873 wurde er zum außerordentlichen Professor der Rechte an der Universität Berlin, 1891 zum Wirklichen Geheimrat, Kronsyndikus und Mitglied des Herrenhauses ernannt. Er schrieb unter anderm: »Die Gesetzgebung des Norddeutschen Bundes, betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken« (Berl. 1871); »Das Telegraphenstrafrecht« (das. 1872; 2. Aufl. 1897; ins Französische übersetzt, Bern 1872); »Das Gesetz über das Postwesen des Deutschen Reichs vom 28. Okt. 1871 erläutert« (Berl. 1872, 6. Aufl. 1901); »Das Musterschutzgesetz vom 11. Jan. 1876« (das. 1876); »Das Patentgesetz für das Deutsche Reich« (das. 1877); »Der deutsch-französische Literarvertrag« (das. 1883). Mit Heydemann veröffentlichte er: »Die preußische Nachdrucksgesetzgebung, erläutert durch die Praxis des literarischen Sachverständigenvereins« (Berl. 1863); als Fortsetzung dazu gab D. heraus: »Gutachten des königlich preußischen literarischen Sachverständigenvereins über Nachdruck und Nachbildung aus den Jahren 18641873« (Leipz. 1874) und »in den Jahren 18741889« (das. 1891). Auch bearbeitete er in Holtzendorffs »Handbuch des deutschen Strafrechts« (Bd. 34, Berl. 187477) die Materie »Nachdruck und Nachbildung«.
 
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Damböck, Marie, s. Meyers Straßmann-Damböck.
 
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Dambose, soviel wie Inosit, findet sich im Kautschuk von Gabun in der Form des Dimethyläthers (Dambonit) C6H6 (OH)4 (OCH3)2, der farblose, in Wasser lösliche Prismen bildet, bei 195° schmilzt und bei 200210° sublimiert. Der Monomethyläther (Bornesit), im Kautschuk von Borneo, schmilzt und sublimiert leichter.
 
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Dambowitza, Fluß, s. Meyers Dimbowitza.
 
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Dame (franz.; ital. Dama, Donna, v. lat. domina, »Herrin«), Ehrentitel, der ursprünglich nur den adligen Franen zustand und als Notre Dame sogar der Mutter Gottes gegeben wurde. Später setzte man meist das zueignende Fürwort ma (Madame) davor. Die Königin von Frankreich wurde Madame angeredet (hier also gleichbedeutend mit Majestät), und die königlichen Prinzessinnen Frankreichs hießen Dames oder Mesdames de France (vgl. Madame). D. d'honneur ist Bezeichnung einer Hofdame, der diese Würde aus Rücksicht auf ihren Stand oder den ihres Mannes verliehen ist (s. Meyers Ehrendame), während D. de la cour jede D. genannt wird, die Zutritt bei Hofe hat. Unter Dames du palais (Palastdamen) verstand man am französischen Hofe früher alle Damen, die zum Hofstaate der Prinzessinnen gehörten und ihnen je nach der Art ihres Dienstes und gemäß ihrer Rangordnung aufwarten mußten. Den ersten Platz unter ihnen nahm die Oberhofmeisterin (D. d'honneur) ein; diejenige, die speziell mit der Toilette beauftragt war, hieß D. d'atours. Ironisch, aber allgemein nennt man schon seit langer Zeit die Fisch- und Hökerweiber der großen Pariser Markthalle, überhaupt sämtliche Marktweiber Damen (les dames de la halle), weil sie dem König bei gewissen Gelegenheiten gratulieren und einen Blumenstrauß überreichen durften. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. kam der Titel D. auch nach Deutschland, wurde anfangs nur in anrüchiger Bedeutung gebraucht und gelangte erst allmählich zu Ehren. Jetzt gebraucht man das Wort D., besonders in Frankreich, für Frauen der bessern Stände (vgl. Dietrich, Frau und D., Marb. 1864). In den französischen Spielkarten heißt D. die im Rang zwischen dem König und dem Buben stehende Figur, im Schachspiel die Königin; vgl. Damespiel.
 
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Damenbrett, s. Meyers Damespiel.
 
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Damenbrettartige Stoffe, Gewebe aus Seide, Wolle, Baumwolle, Leinen u. dgl., bei denen in quadratischen Formen Ketten- und Schußköper oder Ketten- und Schußatlas abwechseln.
 
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Damenfriede, der Friede von Cambrai (s. d.).
 
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Damenisation, s. Meyers Solmisation.
 
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Damenmeer, der tropische Teil des Atlantischen Ozeans, in dem die Damenwinde (s. d.) wehen.
 
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Damentuch, leichtes seines Wollentuch (1 m von 130 cm Breite wiegt ca. 300 g) mit 28 Ketten- und 32 Schußfäden auf 1 cm, Kette u. Schuß Streichgarn 22,000 m auf 1 kg, Bindung dreischäftiger Köper, auch mit 23/17 Fäden auf 1 cm mit Nr. 42 Kammgarnkette und Nr. 20 metr. Streichgarnschuß oder D., Atlas bindend, mit 34/22 Fäden auf 1 cm, Nr. 42 Kammgarnkette und Nr. 221/2 metr. Streichgarnschuß.

 

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