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Daltonismus bis Daman (Bd. 4, Sp. 431 bis 432)
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Artikelverweis Daltonismus, s. Meyers Farbenblindheit.
 
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Daltonsches Gesetz, von Dalton (s. d. 1) 1802 aufgestelltes Gesetz, nach dem in einer Mischung verschiedener chemisch nicht auseinander wirkender Gase der gesamte auf die Gefäßwände ausgeübte Druck gleich ist der Summe der Einzeldrucke, die jedes Gas für sich allein ausüben würde. Für gesättigte Dämpfe lautet das Daltonsche Gesetz: Die Spannkraft des gesättigten Dampfes einer Flüssigkeit in einem mit Gas erfüllten Raum ist derjenigen im leeren Raume gleich. Von diesem Gesetz zeigen sich ähnlich wie bei dem Mariotte-Gay-Lussacschen Gesetz kleine Abweichungen. Die Summe der Partialdrucke zweier Gase in getrenntem Zustand ist meist größer als der von ihrer Mischung ausgeübte Gesamtdruck, und bei hohen Drucken kann der Unterschied ziemlich beträchtlich sein. Nachdem für einen bestimmten Druck ein Maximum des Unterschiedes erreicht ist, beginnt der Unterschied bei weiterer Verminderung des Volumens abzunehmen und verschwindet sogar für ein gewisses sehr kleines Volumen, bei dem sonach das Daltonsche Gesetz streng richtig ist. Wird das Volumen noch mehr verkleinert, so ergibt sich der Gesamtdruck größer als die Summe der Partialdrucke, d. h. der Unterschied wird negativ und erreicht bald beträchtliche Werte. Aus diesem Verhalten kann man schließen, daß beim Zusammendrücken von Gasgemischen die Molekularkräfte und die räumliche Ausdehnung der Moleküle eine Rolle spielen. Die Spannkraft des gesättigten Dampfes einer Flüssigkeit in einem Gas ist im allgemeinen kleiner als die entsprechende Spannkraft im leeren Raum. Doch wird für sehr starke Kompressionen der weniger flüchtige Bestandteil (z. B. die Kohlensäure

[Bd. 4, Sp. 432]


in einem Gemisch von Stickstoff und Kohlensäure) unter dem normalen Druck seines gesättigten Dampfes sich nicht mehr verflüssigen, weil unter Umständen seine kritische Temperatur unter dem Einfluß des beigemischten Gases sich erheblich erniedrigt. Vgl. Absorption.
 
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Dalwigk, Karl Friedrich Reinhard, Freiherr von, hess. Minister, geb. 19. Dez. 1802 in Darmstadt, gest. daselbst 28. Sept. 1880, trat 1828 in den großherzoglich hessischen Staatsdienst, wurde 1845 Provinzialkommissar von Rheinhessen und 1848 Territorialkommissar in der Bundesfestung Mainz (vgl. über seine damalige Tätigkeit: »Einige Bemerkungen zu den Denkwürdigkeiten des Generals v. Hüser, von R. Freiherrn v. D.«, Darmst. 1878) und nach kurzer Tätigkeit als Bundestagsgesandter 1. Juli 1850 Ministerpräsident und Minister des großherzoglichen Hauses, des Äußern und des Innern. Seine innere Politik war durchaus bureaukratisch und reaktionär, besonders förderte er die orthodoxen Richtungen beider Konfessionen. In den deutschen Angelegenheiten war D. entschiedener Partikularist und fast fanatischer Gegner Preußens. Im Verein mit Beust (s. d. 4) und mit v. d. Pfordten (s. d.) wollte er die deutsche Trias (s. d.) verwirklichen und vertrat deshalb stets das Interesse der Mittelstaaten gegenüber den Großmächten. 1866 schloß er sich Österreich an, flüchtete vor dem Anmarsch der preußischen Mainarmee mit dem Großherzog nach München und rief die Hilfe Frankreichs an, mußte aber den Frieden nach Preußens Wunsch schließen. Obwohl er nun die Militärkonvention mit Preußen und 1870 den Vertrag über den Eintritt Hessens in das Deutsche Reich abschloß, erhielt er 6. April 1871 doch auf Wunsch des Berliner Hofes seine Entlassung.
 
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Daly, großer Fluß im Nordterritorium (Südaustralien), entspringt als Katharine auf dem Tafelland der Carpentariahalbinsel, nimmt nach Aufnahme des Flora River den Namen D. an, erhält eine nordwestliche Richtung und ergießt sich in die Ansonbai des Timormeers. Er ist 160 km aufwärts mit großen Booten befahren worden.
 
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Dalziel, s. Meyers Telegraphenbureaus.
 
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Dam, Wegemaß in Anam zu 2 Li, = 890,38 m.
 
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Dama, der Damhirsch, s. Meyers Hirsch.
 
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Dama, südafrikan. Volk, s. Herero.
 
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Damalas, Nikolaus M., der bedeutendste griech. Theolog der Gegenwart, geb. 1842 auf Chios, gest. im Februar 1892 in Athen, studierte in Athen, Erlangen, München, Halle, Leipzig und Berlin, erlangte 1863 in Erlangen die Doktorwürde und wurde 1866 außerordentlicher, 1871 ordentlicher Professor in Athen. Als die Altkatholiken römischer Konfession eine Vereinigung mit der griechischen Kirche planten, war D. einer der drei Theologen, die 1885 in Bonn im Namen des heiligen Synods von Athen die Verhandlungen führten. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: »Über die Prinzipien«; »Katechese«; »Über die Beziehungen der griechischen und anglikanischen Kirche«; »Einleitung in das Neue Testament« (Athen 1870); »Erklärung der Evangelien« (das. 189294).
 
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Daman, s. Meyers Klippschliefer.
 
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Daman (portug. Damão), portug. Enklave in der Provinz Gudscharat der britisch-indischen Präsidentschaft Bombay, besteht aus D. Grande nebst D. Pequeno, am Golf von Cambay, 98 qkm, und dem östlich davon gelegenen, durch einen 10 km breiten Landstreifen getrennten Distrikt Nagar Hawili, 285 qkm. Der gesamte Besitz umfaßt 383 qkm mit (1894) 64,248 Einw. (meist Hindu). Der fruchtbare, aber wenig angebaute Boden erzeugt Reis, Weizen, Tabak, die Wälder enthalten große Bestände von Tiekholz. Die Stadt D., an der schiffbaren Daman-Ganga, hat 2 Forts, 9 Kirchen, Kasernen, Hospital, ist Sitz des Gouverneurs (unter dem Generalgouverneur von Goa), eines Bischofs, hat einen guten Hafen, bedeutende Seefischerei, die 150 Fahrzeuge mit 4500 Mann beschäftigt, Baumwollweberei, Korb- und Mattenflechterei und einigen, früher weit bedeutendern Handel. Die Portugiesen besitzen Stadt und Gebiet seit 1558, Nagar Hawili seit 1780.

 

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