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Dalldorf bis Dallwitz (Bd. 4, Sp. 427 bis 428)
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Artikelverweis Dalldorf, Dorf im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Niederbarnim, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Berlin-Oranienburg und Schönholz-Kremmen, hat eine evang. Kirche, Standbilder der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III., eine Irren- und Idiotenanstalt der Stadt Berlin, Dampfkessel- und Schraubenfabrikation und (1900) 5413 Einw. Dabei das Kaiser Alexander-Heim. Zu D. gehört die Kolonie Borsigwalde. S. Karte »Umgebung von Berlin«.
 
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Dallen, s. Meyers Dukdalben.
 
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Dalles (richtiger Dalluth, hebr.), Armut.
 
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Dalles, Stromenge des Columbiaflusses (s. d.) und nahe dabei gelegener Hauptort der Grafschaft Wasco in Oregon, mit katholischer Akademie, Münze und (1900) 3542 Einw.
 
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Dalling and Bulwer, William Henry Lytton Earle Bulwer, Lord, engl. Diplomat und Schriftsteller, geb. 13. Febr. 1801, gest. 24. Mai 1872, älterer Bruder des nachmaligen ersten Lord Lytton, war seit 1827 Attaché der englischen Gesandtschaften in Berlin, Wien, Brüssel und im Haag, ward 1835 Legationssekretär in Brüssel und 1837 in Konstantinopel, wo er einen Handelsvertrag mit der Pforte zustande brachte, 1839 Botschaftssekretär in Paris, 1843 bevollmächtigter Minister am spanischen Hof, wo er 1844 den Frieden zwischen Marokko und Spanien vermittelte. Im Mai 1848 mußte er wegen eines gegen die Gewaltakte des Ministeriums Narvaez erhobenen Protestes und wegen angeblicher Begünstigung republikanischer Aufstände Madrid verlassen. Das Unterhaus billigte Bulwers Benehmen, der in den Ritterstand erhoben ward, und später erkannte das spanische Kabinett seine Übereilung an. Im August 1848 ging Bulwer in geheimer Mission nach Paris, ward 1849 Gesandter in Washington, wo er den sogen. Clayton-Bulwer-Vertrag schloß (s. Meyers Clayton), fungierte 185255 als Gesandter in Toskana und seit Ende 185766 als Botschafter in Konstantinopel, wo er großen Einfluß auf den Sultan Abd ul Asis gewann. Im März 1871 wurde er als Baron Dalling and Bulwer zum Peer erhoben. Als Schriftsteller hat D. sich einen geachteten Namen erworben durch die Schriften: »France, social, literary, political« (Lond. 1833, 2 Bde.; deutsch 183536, 2 Bde.); »The monarchy of the middle classes« (1836, 2 Bde.; deutsch, Aachen 1836, 3 Bde.); »Historical characters« (1867, 2 Bde.; 5. Aufl. 1875; deutsch, Leipz. 1871. Bd. 1 Talleyrand; Bd. 2: Mackintosh, Cobbett, Canning), eine Biographie Palmerstons (bis 1846 reichend; 3. Aufl., 1871, 2 Bde.; deutsch [nur Bd. I] von Ruge, Berl. 1871), die von Ashley (Bd. 35,187479) beendet wurde, und eine Biographie Sir Robert Peels (1874).
 
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Dallmann, Eduard, deutscher Seefahrer, geb. 18. März 1830 in Blumenthal an der Unterweser, gest. daselbst 23. Dez. 1896, wurde 1855 Steuermann auf einem Walfischfänger in der Südsee, betrieb seit 1860 als Kapitän den arktischen Walfischfang und führte im Auftrag der in Hamburg gegründeten Polarfischereigesellschaft mit dem Schiff Grönland 1873 bis 1874 die erste deutsche Fahrt ins Südpolarmeer aus, auf der er besonders im Südshetland-Archipel mehrere Entdeckungen machte und zwischen Palmer- und Grahamland die Bismarckstraße fand. Von 1877 bis 1883 unternahm D. mehrere Fahrten durch das Karische Meer zum Jenissei. Im Dienste der Neuguinea-Kompagnie führte D. 188485 auf dem Dampfer Samoa die Expedition von Finsch (s. d.) nach Neuguinea, welche die deutschen Besitzergreifungen daselbst zur Folge hatte. Zwei weitere Reisen im Dienste derselben Gesellschaft führte er auf dem Dampfer Ysabel aus und kehrte 1894 in die Heimat zurück.
 
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Dallmannhafen, Hafen an der Hansemannküste des deutschen Kaiser Wilhelms-Landes (Neuguinea). Ihm sind die Gressien- u. die Metainsel vorgelagert, zwischen denen die Dallmannstraße hindurchführt.
 
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Dalloah, s. Meyers Palmzucker.
 
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Dall' Oca Bianca, Angelo, ital. Maler, geb. 1853 in Verona als Sohn eines Lackierers, der ihn erst zu einem Holzschnitzer und dann zu einem Dekorationsmaler in die Lehre gab. Später besuchte er die Akademie zu Verona, und schnell gelang es ihm, dank seiner glücklichen Beobachtungsgabe und seinem keinen

[Bd. 4, Sp. 428]


Farbensinn, sich in die erste Reihe der italienischen Genremaler emporzuschwingen. Venedig und Verona sind seine beliebtesten Studienplätze, auf denen er sich die Motive zu seinen anmutigen, meist von liebenswürdigem Humor erfüllten Bildern aus dem Volksleben sucht. Am meisten bevorzugt er Darstellungen in vollem Licht, auf denen er trotz der grellsten Wirkungen der Sonne die leuchtenden Lokalfarben zu einem Bukett von feinstem koloristischen Reiz zusammenzustimmen weiß. Seine Hauptwerke sind die (mehrfach wiederholten) beiden Waisen, Ave Maria (in der Brera zu Mailand), ein Kuß im Fluge, zwischen Ja und Nein, der Vortrab des Tages, die Lästermäuler, das erste Licht (im Museum zu Triest), zur ersten Messe, der Reigentanz, Frühling (Blumenmarkt in Verona) und das moderne Parisurteil.
 
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Dall' Ongăro, Francesco, ital. Dichter und Patriot, geb. 1808 in Mansuè (Provinz Treviso), gest. 10. Jan. 1873 in Neapel, studierte Theologie, wurde Priester und ließ sich 1836 in Triest nieder, wo er eine große literarisch-patriotische Tätigkeit entwickelte, bis er 1847 infolge einer freisinnigen Rede aus Triest ausgewiesen wurde. Von nun an führte D. das Leben eines Verbannten und lebte in Siena, Florenz, Mailand, Turin, Rom, Venedig. Hier gab er 1848 eine kleine populäre Zeitung: »Fatti e non Parole«, heraus (das Priestergewand hatte er längst abgelegt) und war der Haupturheber der Bewegung vom 11. Aug. Dann wurde er in Rom Mitglied der Konstituierenden Versammlung und organisierte als Garibaldis Kommissar die »erste italienische Legion«. Nach Roms Fall weilte er in der Schweiz, in Belgien und Paris, bis ihm das Jahr 1859 die Rückkehr nach Italien eröffnete. Er wurde Professor der Literatur in Florenz und folgte 1869 einem Ruf an die Universität Neapel. Dall' Ongaros zahlreiche Schriften sind alle von demselben edlen, liberalen und patriotischen Geiste durchdrungen. Wir nennen: »Poesie« (1840, 2 Bde.); die Dramen »Il Fornaretto«, »I Dalmati« und »Marco Cralievic« (1834), »Bianca Capello« und »L'ultimo de' baroni« (1864); die Lustspiele »Fasma« und »Il Tesoro«, ein glücklicher Versuch der Wiederherstellung zweier Menanderscher Stücke; ferner: »Novelle vecchie e nuove« (Flor. 1869); »Fantasie drammatiche e liriche« (das. 1866); »Racconti« (das. 1870); die sehr populär gewordenen »Stornelli italiani« (Mail. 1863), eine Art Volkslieder; »Alghe della laguna«, Lieder im venezianischen Dialekt; »Poesie e scene vernacole« und »Storia del diavolo«, eine Dante-Studie. Ein Band »Scritti d'arte« erschien nach seinem Tode (Mail. 1873). Biographien schrieben Barbiera (Vened. 1873), Mongeri (Mailand 1873) und De Gubernatis (Flor. 1875).
 
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Dallwitz, Dorf in Böhmen, Bezirksh. Karlsbad, am linken Ufer der Eger, an der Lokalbahn D.-Merkelsgrün, hat ein Schloß, Braunkohlenbergbau, Porzellanfabrik, Bierbrauerei und (1900) 2066 deutsche Einwohner. Dabei die von Th. Körner besungenen »Dallwitzer Eichen«.

 

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