Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dalimil bis Dalläus (Bd. 4, Sp. 426 bis 427)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Dalimil, böhm. Dichter und Geschichtschreiber des 15. Jahrh., aus Meseritsch gebürtig, Domherr zu Altbunzlau, angeblich Verfasser der ältesten tschechischen Reimchronik, die von Čechs Ankunft in Böhmen bis 1314 reicht und sich durch ihren antigermanischen Charakter auszeichnet. Sie erschien zuerst gedruckt in Prag 1620 u. d. T.: »Kronyka stará kláštera Boleslawského etc.« (neue Ausg. von Hanka, Prag 1849,1851,1876, und auf Grund einer ältern, in Cambridge gefundenen Handschrift von I. Jireček in den »Památky staré literatury české«, II, das. 1877, sowie in den »Fontes rerum bohemicarum«, das. 1878; von der Cambridger Handschrift erschien ein Abdruck von Mourek, das. 1892); eine ältere deutsche gereimte Übersetzung wurde 1859 durch den Literarischen Verein (Bd. 48) in Stuttgart von Hanka und 1878 in Prag von Jireček herausgegeben.
 
Artikelverweis 
Dalimilsche Chronik, s. Meyers Dalimil.
 
Artikelverweis 
Dalin, Ort, s. Idalion.
 
Artikelverweis 
Dalīn, Olof von, schwed. Dichter und Historiker, geb. 29. Aug. 1708 in der Provinz Halland, gest. 12. Aug. 1763 auf Drottningholm, studierte in Lund erst Medizin, dann Philosophie und Geschichte, trat in Stockholm, wo er seit 1731 bei verschiedenen Behörden tätig war, in nähere Beziehungen zur Aristokratie, ward 1737 Bibliothekar des Königs und erfreute sich wegen seiner literarischen Begabung und seines royalistischen Eifers seit Mitte der 1740er Jahre der Gunst der Kronprinzessin Luise Ulrika (s. d.), der Schwester Friedrichs d. Gr., die als Königin ihn 1751 zum Lehrer des Kronprinzen Gustav und 1753 zum Sekretär der von ihr gestifteten Akademie der schönen Wissenschaften berief. 1751 geadelt, seit 1755 Reichshistoriograph, unterstützte D. durch seine literarische Tätigkeit die königlichen Machterweiterungspläne, deren Scheitern 1756 aber seine Verbannung vom Hofe zur Folge hatte. Nach Aufhebung des Verbannungsurteils ward D. 1761 von neuem Mitglied der Hofgesellschaft und 1763 zum Hofkanzler ernannt. Seinen literarischen Ruf erwarb D. durch die moralisch-satirische Wochenschrift »Den Svenska Argus« (Stockh. 173334, 2. Aufl. 1754) sowie durch das epische Gedicht »Svenska kr iheten« (das. 1742, 2. Aufl. 1755). Von seinen dramatischen Arbeiten sind besonders die Tragödie »Brynilda« (1738) und das Lustspiel »Den afundsjuke« (1738) zu nennen. Sein im Auftrag der Reichsstände verfaßtes Geschichtswerk »Svea rikes historia« (bis 1611 reichend, das. 1747 bis 1762, 3 Bde.; deutsch, Wism. 175664) zeichnet sich durch meisterhafte Behandlung der Sprache und des Stoffes aus. Eine Auswahl seiner kleinern Schriften hat sein Halbbruder Bökman als »Vitterhetsarbeten« (Stockh. 1767, 6 Bde.), besser Rudin als »Poetiska arbeten« (das. 178283, 2 Bde.), neuerdings auch E. W. Lindblad als »Valda skrifter« (Örebro 1872) herausgegeben. Vgl. Warburg, Olof v. D. (Stockh. 1884).

[Bd. 4, Sp. 427]



 
Artikelverweis 
Dálja (kroat. Dalj), Großgemeinde im kroatisch-slawon. Komitat Veröcze, am rechten Donauufer, Dampfschiffstation und Knotenpunkt der Bahnen nach Maria-Theresiopel, Essek und Brod, mit (1901) 5900 kroatischen und serb. Einwohnern. Unweit der sogen. Donautrajekt (s. d.).
 
Artikelverweis 
Dalkeith (spr. dälkith), Stadt in Edinburghshire (Schottland), am Zusammenfluß von North und South Esk hoch gelegen, hat Fabrikation von Eisenwaren, Teppichen und Bürsten, Getreidehandel und (1901) 6753 Einw. Dabei Dalkeith House, Sitz des Herzogs von Buccleuch, und Newbattle Abbey (s. Meyers Newbattle). In der Umgegend Steinkohlen- und Eisengruben.
 
Artikelverweis 
Dall (spr. daol), 1) Roderick, einer der wandernden Harfner, die in Schottland bis Ende des 18. Jahrh. die alten Volksballaden sangen, vielfach auch variierten oder neu dichteten (vgl. Paul, Grundriß der germanischen Philologie, Bd. 2, S. 582). Er lebte noch 1740 bei Blair in Perthshire.
   2) William Healey, Naturforscher und Reisender, geb. 21. Aug. 1845 in Boston, studierte an der Harvard-Universität Zoologie und erforschte 18651868 im Anschluß an die russisch-amerikanische Telegraphenexpedition Alaska. 187173 untersuchte er im Dienste der Coast and Geodetic Survey die Alëuten, um 1874 und 1880 seine Forschungen in Alaska wieder aufzunehmen. Außer zahlreichen kleinern, meist konchyliologischen und ethnographischen Abhandlungen veröffentlichte er: »Alaska and its resources« (Boston 1870); »Tribes of the extreme Northwest« (Washingt. 1876); »Pacific Coast Pilot, Alaska« (Teil 1,1883); »On masks, labrets etc.« (1884).
 
Artikelverweis 
Dallas (spr. dälläs), Hauptstadt der Grafschaft D. im nordamerikan. Staat Texas, am obern Trinity River, in fruchtbarer Gegend, mit Ackergerätfabriken, Sattlerei und starkem Handel in Korn, Baumwolle, Wolle, Häuten u. Vieh und (1900) 42,638 Einw.
 
Artikelverweis 
Dallas (spr. dälläs), George Mifflin, nordamerikanischer Staatsmann, geb. 10. Juli 1792 in Philadelphia, gest. 31. Dez. 1864, studierte Rechtswissenschaft, wurde Mitglied der Legislatur von Pennsylvanien und wirkte 1828 für die Wahl Jacksons zum Präsidenten. Bald darauf wurde er Bundessenator und 1841 Vizepräsident der Republik, trat jedoch 1846 zurück und hielt sich eine Zeitlang von der Politik völlig fern, bis ihn Buchanan 1856 zum Gesandten in England ernannte. Am 16. Mai 1861 kehrte er nach Amerika zurück und sprach sich in dem Bürgerkrieg entschieden für Erhaltung der Integrität der Union aus.
 
Artikelverweis 
Dallastypīe, ein 1873 von dem Engländer Duncan Dallas angewendetes Ätzverfahren zur Herstellung von auf der Buchdruckpresse druckbaren erhabenen Gravierungen.
 
Artikelverweis 
Dalläus, Joh., s. Meyers Daillé.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: