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Dalfinger bis Dálja (Bd. 4, Sp. 425 bis 427)
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Artikelverweis Dalfinger (Alfinger, eigentlich Ehinger), Ambrosius, geb. in Ulm, gest. 1532, war seit 1526 Faktor der Welser (s. d.) in Santo Domingo, erwirkte aber 27. März 1528 von Karl V. für sich, seine Brüder und den Welserschen Agenten Hieronymus Sailler eine Belehnung mit dem spätern Venezuela (Klein-Venedig) und landete 23. Febr. 1529 mit 400 Mann bei der 1527 von Spaniern gegründeten Stadt Coro. Kraft seines Privilegs wurde D. Statthalter, siedelte unter Ernennung Saillers zum Statthalter nach Maracaibo über und drang bis zum 7.° nördl. Br.

[Bd. 4, Sp. 426]


ins Innere vor. Im ganzen über den Reichtum des Landes enttäuscht und von geringem Erfolge begleitet, mußte er seine Rechte an die Welser abtreten, wurde 17. Febr. 1531 deren Statthalter, fiel aber im Jahr darauf im Kampfe mit Eingebornen. Vgl. V. Hantzsch, Deutsche Reisende des 16. Jahrhunderts (Leipz. 1895).
 
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Dalgamun, Ortim Distrikt Kasr el Zayat der ägypt. Provinz (Mudirieh) Gharbieh, mit (1897) 8807 Einw.
 
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Dalhousie (spr. dälhūsĭ), Gesundheitsstation in einer im Vasallenstaate Tschamba gelegenen Exklave des Distrikts Gurdaspur der britisch-ind. Provinz Pandschab, 2343 m ü. M., auf den Gipfeln und Abhängen von drei Bergen des Himalaja, hat mit Garnison 1610 ständige Einw., im Sommer oft mehr als das Doppelte.
 
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Dalhousie (spr. dälhūsĭ), 1) Fox Maule Ramsay, Lord Panmure, Graf von, geb. 22. April 1801, gest. 6. Juli 1874, diente bis 1831 in der Armee, trat 1835 ins Parlament, schloß sich den Whigs an und wurde nacheinander Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, Vizepräsident des Handelsamtes und 1846 Kriegsminister. 1852 verlor er dies Amt durch die Auflösung des Ministeriums Russell, erhielt es 1855 unter Palmerston wieder und führte dasselbe während der letzten Zeit des Krimkrieges und der Kämpfe mit Persien und China.
   2) James Andrew Broun-Ramsay, Marquis von, Generalgouverneur von Britisch-Indien, Vetter des vorigen, geb. 22. April 1812, gest. 19. Dez. 1860, studierte in Oxford, gelangte 1837 ins Unterhaus und 1838 nach seines Vaters Tod ins Oberhaus. 1845 ward er Vizepräsident, 1841 Präsident des Handelsamtes und Mitglied des Geheimen Rates, verteidigte die Aufhebung der Kornzölle und widmete den Eisenbahnfragen besondere Aufmerksamkeit. Unter dem Ministerium Russell wurde er 1847 zum Generalgouverneur von Ostindien ernannt, wo er im Januar 1848 eintraf. Seine Regierung ist epochemachend für Indien geworden. Bald nach seiner Ankunft brach der zweite Pandschabkrieg aus, der 1849 mit Einverleibung des bisherigen Sikhstaats endete. Auch mit Birma wurde ein glücklicher Krieg geführt, der die Erwerbung des mittlern Teiles der jetzigen britischen Provinz Birma zur Folge hatte. D. erhielt dafür 1849 den Dank des Parlaments und wurde zum Marquis ernannt. Andre Erweiterungen des britischen Gebiets in Indien bewirkte D. ohne Kampf durch Einziehung mehrerer von eingebornen Fürsten beherrschter Vasallenstaaten; am wichtigsten war 1856 die Annexion des Königreichs Audh, dessen Radschahs durch ihre Mißregierung jeden Anspruch auf fernere Duldung verwirkt hatten. Besonders folgenreich war Dalhousies Verwaltung für die innere Entwickelung des Landes. Wesentlich auf seine Veranlassung entstand das meist durch Aktiengesellschaften erbaute Eisenbahnnetz; 4000 Meilen Telegraphenleitungen und 2000 Meilen Landstraßen wurden unter ihm angelegt. Auch die Errichtung von Gesundheitsstationen für Truppen wie Beamte sowie die Organisation einer geordneten Verwaltung im Pandschab wie in Birma war sein Verdienst. Aus Gesundheitsrücksichten legte D. im März 1856 sein Amt nieder und lebte seitdem zurückgezogen in England. Vgl. Edwin Arnold, History of the Marquis of Dalhousie's administration of British India (Lond. 186364, 2 Bde.); Trotter, Life of the Marquis of D. (das. 1889).
 
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Dalías, Stadt in der span. Provinz Almeria, Bezirk Berja, am Südwestfuß der Sierra de Gador gelegen, mit Bleischmelzhütte und (1900) 7136 Einw.
 
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Dalibor von Kozojed, ein böhm. Ritter, ward 1498 wegen Bauernaufwiegelung in einen an der Nordostseite des Hradschin zu Prag gelegenen Festungsturm gesetzt, der bis 1720 als Staatsgefängnis diente und noch heute den Namen Daliborka führt. Da D. mit einem Folterwerkzeuge, genannt »Geige«, und mit Stricken, genannt »Saiten«, gepeinigt wurde, entstand später die Sage, er habe im Kerker eine Geige gefunden und ohne Unterricht es zu einer außerordentlichen Fertigkeit gebracht; daher das Sprichwort »Etiam Daliborem fames musicam docet«. D. wurde später hingerichtet.
 
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Dalimil, böhm. Dichter und Geschichtschreiber des 15. Jahrh., aus Meseritsch gebürtig, Domherr zu Altbunzlau, angeblich Verfasser der ältesten tschechischen Reimchronik, die von Čechs Ankunft in Böhmen bis 1314 reicht und sich durch ihren antigermanischen Charakter auszeichnet. Sie erschien zuerst gedruckt in Prag 1620 u. d. T.: »Kronyka stará kláštera Boleslawského etc.« (neue Ausg. von Hanka, Prag 1849,1851,1876, und auf Grund einer ältern, in Cambridge gefundenen Handschrift von I. Jireček in den »Památky staré literatury české«, II, das. 1877, sowie in den »Fontes rerum bohemicarum«, das. 1878; von der Cambridger Handschrift erschien ein Abdruck von Mourek, das. 1892); eine ältere deutsche gereimte Übersetzung wurde 1859 durch den Literarischen Verein (Bd. 48) in Stuttgart von Hanka und 1878 in Prag von Jireček herausgegeben.
 
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Dalimilsche Chronik, s. Meyers Dalimil.
 
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Dalin, Ort, s. Idalion.
 
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Dalīn, Olof von, schwed. Dichter und Historiker, geb. 29. Aug. 1708 in der Provinz Halland, gest. 12. Aug. 1763 auf Drottningholm, studierte in Lund erst Medizin, dann Philosophie und Geschichte, trat in Stockholm, wo er seit 1731 bei verschiedenen Behörden tätig war, in nähere Beziehungen zur Aristokratie, ward 1737 Bibliothekar des Königs und erfreute sich wegen seiner literarischen Begabung und seines royalistischen Eifers seit Mitte der 1740er Jahre der Gunst der Kronprinzessin Luise Ulrika (s. d.), der Schwester Friedrichs d. Gr., die als Königin ihn 1751 zum Lehrer des Kronprinzen Gustav und 1753 zum Sekretär der von ihr gestifteten Akademie der schönen Wissenschaften berief. 1751 geadelt, seit 1755 Reichshistoriograph, unterstützte D. durch seine literarische Tätigkeit die königlichen Machterweiterungspläne, deren Scheitern 1756 aber seine Verbannung vom Hofe zur Folge hatte. Nach Aufhebung des Verbannungsurteils ward D. 1761 von neuem Mitglied der Hofgesellschaft und 1763 zum Hofkanzler ernannt. Seinen literarischen Ruf erwarb D. durch die moralisch-satirische Wochenschrift »Den Svenska Argus« (Stockh. 173334, 2. Aufl. 1754) sowie durch das epische Gedicht »Svenska kr iheten« (das. 1742, 2. Aufl. 1755). Von seinen dramatischen Arbeiten sind besonders die Tragödie »Brynilda« (1738) und das Lustspiel »Den afundsjuke« (1738) zu nennen. Sein im Auftrag der Reichsstände verfaßtes Geschichtswerk »Svea rikes historia« (bis 1611 reichend, das. 1747 bis 1762, 3 Bde.; deutsch, Wism. 175664) zeichnet sich durch meisterhafte Behandlung der Sprache und des Stoffes aus. Eine Auswahl seiner kleinern Schriften hat sein Halbbruder Bökman als »Vitterhetsarbeten« (Stockh. 1767, 6 Bde.), besser Rudin als »Poetiska arbeten« (das. 178283, 2 Bde.), neuerdings auch E. W. Lindblad als »Valda skrifter« (Örebro 1872) herausgegeben. Vgl. Warburg, Olof v. D. (Stockh. 1884).

[Bd. 4, Sp. 427]



 
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Dálja (kroat. Dalj), Großgemeinde im kroatisch-slawon. Komitat Veröcze, am rechten Donauufer, Dampfschiffstation und Knotenpunkt der Bahnen nach Maria-Theresiopel, Essek und Brod, mit (1901) 5900 kroatischen und serb. Einwohnern. Unweit der sogen. Donautrajekt (s. d.).

 

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