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Daisios bis Dakiki (Bd. 4, Sp. 421 bis 422)
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Artikelverweis Daisios, der achte Monat im makedonischen Kalender.
 
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Dajak (Olo- Ngadschu), zur malaiischen Rasse gehöriger Volksstamm auf Borneo, Hauptmasse und zugleich ältester Teil der Bevölkerung der Insel (s. Tafel Meyers »Asiatische Völker II«, Fig. 5), zerfallen in die Bladschu an der Südküste von Borneo (wozu die Olo-Pulopetak, Olo-Mengkatip, Olo-Sampit), die Ot- Danom im Innern an den Flüssen und die D.-Paré an der Ostseite. Sie sind mittelgroß, schlank, kräftig und unermüdliche Fußgänger. Ihre Hautfarbe ist ein helleres oder dunkleres Braun, das Haar ist schwarz und lang. Sie sind im allgemeinen ehrlich und zuverlässig, gereizt jedoch rachsüchtig und grausam. Ihre Zahl wird auf 21/2 Mill. geschätzt. Die Männer tragen einen schmalen Lendengurt (Tschawat) und einen Streifen um Stirn und Hinterkopf, die Frauen einen engen, bis zum Kniee reichenden Rock und einen großen, aus Stroh oder Nipablättern geflochtenen Hut. Hauptnahrungsmittel ist der sorgsam angebaute Reis. Haustiere sind Schweine, Hunde und Hühner; doch wird ihr Fleisch, wie das der Affen und Krokodile, nur bei festlichen Gelegenheiten gegessen. Die Verfassung der D. entspricht der der übrigen malaiischen Völker. An der Spitze der Stämme stehen erbliche oder gewählte Häuptlinge; doch werden alle wichtigern Angelegenheiten durch Volksversammlungen geregelt, und das Recht wird nach überlieferten Gesetzen gesprochen. Die D. sind kriegerisch, Hauptwaffen sind das dolchähnliche Parang, säbelartige Messer (Mandau, s. d.) und Blasrohr (Sipet, s. d.), aus dem sie hölzerne vergiftete Pfeile schießen. Blutrachefehden vererben sich von Geschlecht zu Geschlecht; dabei besteht als Ehrensache die Sitte des Koppensnellens, der Kopfjagd, indem man Wehrlosen beider Geschlechter den Kopf abschneidet, um ihn als Kriegstrophäe aufzubewahren. Wer noch keinen Kopf aufweisen kann, darf nicht heiraten, und nach der Zahl solcher Köpfe, deren manches Haus über 100 aufweist, richtet sich das Ansehen des Besitzers. Als Schutzwaffen dienen mit Baumwolle wattierte Jacken und eine Art Harnisch aus Fellen oder Baumrinde, außerdem hölzerne Schilde. Die Wohnungen sind bis 70 m lange, schuppenartige, auf 26 m hohen Pfählen ruhende Gebäude mit niedrigen Wänden und spitzem Dach, doch ohne Fenster. Darin wohnen meist mehrere Familien getrennt. Zur Verteidigung der Dörfer gegen feindliche Angriffe dienen kleine, gespitzte Bambuspfähle, die im hohen Gras in kleinen Abständen angebracht werden. Die D. verfertigen trotz ihrer unvollkommenen Werkzeuge gute Schwerter; das Eisen wird von ihnen selbst gegraben und geschmolzen. Ihre Arbeiten in Holz, Bambus, Knochen, ihre Gewebe, namentlich aber deren Verzierungen zeigen hohen Kunstsinn (s. Tafel Meyers »Geräte der Naturvölker I«, Fig. 3,11,16, Tafel II, Fig. 41; Tafel Meyers »Kunst der Naturvölker I«, Fig. 16 und 20, und »Malaiische Kultur I«, Fig. 11, Tafel II, Fig. 23,24 und 28). Die Frauen werden gut behandelt, und es herrscht durchweg Monogamie. Die Toten wurden früher verbrannt, jetzt werden sie in der Regel begraben, seltener in hölzernen Kisten im Wald über der Erde aufbewahrt. Den Verstorbenen werden Menschenopfer, den Geistern der Verstorbenen, die man in den hohen Bergen wohnend denkt, Speise- oder Hühneropfer dargebracht. Viele Stämme im O. verehren auch Sonne, Mond und Sterne. An den frühern Buddhismus erinnern Ruinen von Buddhatempeln, manche Inschriften und heilige antike Gefäße (Tapayan), von denen einzelne im Rufe besonderer Wunderkraft stehen, so daß förmliche Wallfahrten zu ihnen unternommen und blutige Kämpfe um ihren Besitz geführt werden. Auch verehrt man Talismane (Steine, Krokodilzähne); Gottesurteile sind noch Brauch. Eine große Rolle spielen die Balians, Frauen, die zugleich öffentliche Sängerinnen, Tänzerinnen, Priesterinnen, Wahrsagerinnen, Zauberinnen sowie Hebammen und Ärztinnen sind. Die Sprache der D. gehört nach Fr. Müller zur malaio-javanischen Gruppe der malaiischen Sprache und zerfällt in zahlreiche Dialekte; eine Grammatik derselben lieferte H. C. v. d. Gabelentz (Leipz. 1852), Grammatik und Wörterbuch Hardeland (1850). Schrift und Literatur fehlen; aber in mündlicher Überlieferung sind Geistesprodukte, z. T. Erzählungen aus alter Zeit, erhalten worden. Val. Perelaer, Ethnographische beschrijving der D. (Zalt-Bommel

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1870); Bock, Unter den Kannibalen auf Borneo (Jena 1882); Hein, Die bildenden Künste bei den D. (Wien 1890); auch die Verhandlungen des 5. Naturforscherkongresses zu Amsterdam 1895 und die wissenschaftlichen Zeitschriften für Niederländisch-Indien und die Literatur bei Art. »Borneo«.
 
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Dajarmur, Berg im Himalaja, s. Meyers Nanga Parbat.
 
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Dak (Dawk), in Ostindien Bezeichnung für Post.
 
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Dakaliëh (Dachalieh), ägypt. Provinz (Mudirieh) östlich vom Damiettearm des Nils, südlich vom Mensalehsee, hat 2411,2 qkm von unzähligen Kanälen durchschnittenes Kulturland und zählt (1897) 736,708 Einw. (367,643 männlich, 369,065 weiblich), darunter 2416 Ausländer und 660 nomadisierende Beduinen. Hauptprodukte sind Getreide, Baumwolle, Flachs, Indigo, Tabak. Hauptort ist Mansûra.
 
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Dakar, befestigte Hafenstadt in der franz. Kolonie Senegal, an der Südküste der Halbinsel des Kap Verde, von der gegenüberliegenden Insel Gorée durch einen 2 km breiten Meereskanal getrennt, durch Eisenbahn mit St. Louis verbunden, ist Sitz eines Bischofs, Missions- und Dampferstation (auch der deutschen Woermannlinie), hat ein Regierungsgebäude, Kasernen, bedeutende Faktoreien und mit der Besatzung (1889) 4986 Einw. Frankreich nahm 1857 von D. Besitz, seit 1862 arbeitet man an der Herstellung eines geräumigen Hafens.
 
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Daker, Volk, s. Dacien.
 
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Dak-Gari, vierräderiger Extrapostwagen in Britisch-Indien, ohne Sitze, aber mit einer Matratze zum Daraufliegen ausgestattet. Auf dem Kutscherbock nehmen Kutscher, Diener und Pferdewärter Platz. Früher das Hauptverkehrsmittel für Reisende, dient der D. seit Ausbreitung des Eisenbahnnetzes als Eilwagen zur Beförderung von Poststücken.
 
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Dakha (Dhaka), s. Meyers Dacca.
 
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Dakhma (»Türme des Schweigens«), s. Meyers Parsen.
 
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Dakiki, einer der namhaftesten persischen Dichter vor Firdosi, hat seinen Namen besonders dadurch verewigt, daß er im Auftrag des Samanidenfürsten Nûch ben Manßûr (976997) die erste dichterische Bearbeitung der altiranischen Königssagen begann, die später von Firdosi in vollendetster Weise zum Abschluß gebracht wurde. D. hatte 1000 Verse aus der Geschichte des Guschtâsp vollendet, als er durch die Hand seines Geliebten, eines Türkenknaben, einen jähen Tod fand. Er hat außerdem Kassiden (Lobgedichte) zum Preis der Samaniden gedichtet und in Ghaselen, die deutlich seine zoroastrische Gesinnung verraten, den Wein und die Liebe verherrlicht, Seine Gedichte finden sich, mit metrischer deutscher Übersetzung, in Ethés »Rûdagîs Vorläufer und Zeitgenossen« (in den »Morgenländischen Forschungen«, Leipz. 1875).

 

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