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Daibutsu bis Daimyo (Bd. 4, Sp. 420 bis 421)
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Artikelverweis Daibutsu (spr. daibutz, »großer Buddha«), japan. Name für Kolossalstatuen Buddhas. Die berühmtesten D. sind die etwas über 16 m hohen D. von Nara und Kamakura.
 
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Daillé (spr. dajé, Dalläus), Jean, reform. Theolog, geb. 1594 zu Châtellerault in Poitou, gest. 1670 in Paris, ward 1625 Prediger zu Saumur, 1626 zu Charenton bei Paris und präsidierte als solcher 1659 auf der letzten reformierten Nationalsynode. Unter seinen vielen Werken hat besonders der gegen die Annahme einer dogmatischen Übereinstimmung der Kirchenväter gerichtete »Traité de l'emploi des saints pères pour le jugement des différents de la religion« (Genf 1632) bleibenden Wert.
 
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Daily Chronicle (spr. dēlĭ krónnĭkl), große Londoner Morgenzeitung, erhielt durch Lloyd, der sie 1876 erwarb, ihre jetzige Bedeutung als unabhängiges liberales Organ. Sie wendet besondere Aufmerksamkeit der Arbeiterfrage zu und wird auch wegen ihrer literarischen Beiträge und guten Illustrationen geschätzt.
 
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Daily Graphic, s. Meyers Graphic.
 
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Daily Mail (spr. dēlĭ mēl, »Tagespost«), ein 1896 von Alfred C. Harmsworth gegründetes, den entschiedensten Imperialismus vertreten des Londoner 1/2 Penny-Morgenblatt, das wegen seines schnellen Nachrichtendienstes im In- und Ausland eine große Auflage erreicht hat (über 600,000).
 
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Daily News (engl., spr. dēlĭ njūs, »Tägliche Nachrichten«), Titel einer in London seit 1846 erscheinenden politischen Tageszeitung liberaler, insbes. Gladstonescher Richtung, deren Auflage etwa 130,000 Exemplare beträgt. Ihr erster Herausgeber war Ch. Dickens. Vgl. Me Carthy u. Robinson, The »Daily News« Jubilee (Lond. 1896).
 
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Daily Telegraph (engl., spr. dēlĭ, »Täglicher Telegraph«), Titel einer in London seit 1855 erscheinenden politischen Tageszeitung liberaler Richtung, deren Auflage etwa 260,000 Exemplare beträgt. Der D. T. rüstete zusammen mit dem »New York Herald« Stanleys zweite Reise nach Afrika aus.
 
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Daimiat, s. Meyers Daimyo.
 
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Daimiel, Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Ciudud Real, in der Mancha, an der Eisenbahn Ciudad Real-Manzanares, mit (1900) 11,825 Einw., die Weinbau, Woll- und Leinweberei, Ziegel-, Drainageröhren- und Seifenfabrikation und Branntweinbrennerei betreiben. 10 km nordöstlich von D. entspringen die sogen. Ojos de Guadiana.
 
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Daimler, Gottlieb, Maschinenbauer, geb. 17. März 1834 in Schorndorf, gest. 6. März 1900 in Kannstatt, besuchte 185759 die polytechnische Schule in Stuttgart, arbeitete 186163 in England, wurde dann Werkstättenvorsteher der Karlsruher Maschinenbaugesellschaft und übernahm 1872 die technische Leitung der neugegründeten Gasmotorenfabrik Deutz bei Köln, der er Weltruf verschaffte. Unter seiner Leitung entstand in Dentz der erste Gasmotor mit einer Kraft von 100 Pferdekräften. 1882 ging D. nach Kannstatt und widmete sich der Konstruktion eines Automobilmotors, der bei geringstem Eigengewicht, einfacher Bauart, großer Kraft und billigem Betrieb Fahrzeuge jeder Gattung auf Land- und Wasserstraßen vorteilhaft bewegen sollte. Nach Erfindung des Motors und der Antriebsvorrichtungen begann D. den Bau von Fahrzeugen, die er unablässig zu vervollkommnen suchte. Besonders große Verbreitung fanden die Motordroschken und Motorboote. 1891 ging der Geschäftsbetrieb und das Eigentum der Erfindungen an die Daimler Aktiengesellschaft über.

[Bd. 4, Sp. 421]



 
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Daimyo (»großer Name«) hießen in Japan unter der Regierung der Tokugawa-Shogune die dem Shogun (s. d.) untertänigen Territorialfürsten. Hervorgegangen waren die D. aus den Shugo, den vom Shogun Yoritomo (118590) und den Ashikaga-Shogunen (13381573) eingesetzten Militärstatthaltern. Während der Fehden, die das Ende der Ashikaga-Herrschaft herbeiführten, benutzten diese Statthalter die Ohnmacht des kaiserlichen Hofes und des Shoguns, um sich unabhängig zu machen (um 1500), und nannten sich nun D. Die Schlacht bei Sekigahara 1600 brachte sämtliche D. unter die Herrschaft der Tokugawa, deren Shogunat bis 1868 bestand. Zur Zeit der Tokugawa gab es etwa 260270 D. (bei der Aufhebung der Daimiate 1871: 270), darunter 50 mit einem jährlichen Einkommen von über 100,000 Koku Reis (1 Koku = 180 Lit.). Diesen allein kam ursprünglich der Titel »D.« zu; die kleinern hießen ursprünglich »Shomyo«, d. h. »kleiner Name«. Die größten D., die Herren einer ganzen Provinz waren, hießen Kokushu. Der reichste D. war der D. von Kaga (Haus Maëda) mit 1,022,700 Koku Einkünften; dann folgten Satsuma und Sendai mit 770,800 und 625,600 Koku. Eine Anzahl D. (bei der Aufhebung 179) waren direkte Vasallen des Tokugawa-Hauses. Sie hießen Fudai-D.; die übrigen Tozama. Erstere hatten unter den Tokugawa alle höhern Regierungs- (Bakufu-) Ämter inne. Von den Fudai-D. waren 23 Mitglieder des Tokugawa-Hauses (Kamon). Die an Rang vornehmsten D. waren die Fürsten von Owari, Kii (aus diesen Häusern sollte bei Aussterben der direkten Shogun-Linie der Shogun genommen werden) und der D. von Mito (der Fuku oder Vizeshogun). Sie stammten von drei Söhnen des Shoguns Jyeyasu ab und bildeten das Go-san-ke. Die D. bildeten in der Feudalzeit die Buke oder den Schwertadel im Gegensatze zur Kuge, dem Hofadel am kaiserlichen Hofe zu Kyoto; sie übten die Militär-, Justiz- und Zivilverwaltung in ihren Daimiaten aus, waren aber dem Shogun pflichtig.

 

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