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Dahlen bis Dahn (Bd. 4, Sp. 416 bis 418)
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Artikelverweis Dahlen, 1) Stadt in der sächs. Kreish. Leipzig, Amtsh. Oschatz, an der Staatsbahnlinie Leipzig-Riesa-Dresden, 153 m ü. M., hat eine alte evang. Kirche, ein Schloß, Eisengießerei, Wagenbau, Zementwaren- und Zigarrenfabrikation, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und (1900) 2865 fast nur evang. Einwohner. 7 km von D. der Kollmberg (314 m) mit dem Albertsturm. D. wird urkundlich schon 1210 erwähnt. 2) Stadt, s. Meyers Rheindahlen.
 
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Dahlfuß, s. Meyers Klumpfuß.
 
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Dahlgrēn, 1) Carl Fredrik, schwed. Dichter und Humorist, geb. 20. Juni 1791 in Ostgotland, gest. 2. Mai 1844, studierte in Upsala Theologie und wirkte seit 1815 als Prediger zu Stockholm. Er dichtete in Bellmanns Art frohe, idyllisch-burleske Szenen und Naturschilderungen. Viele seiner Lieder sind ins Volk gedrungen. Wir nennen von seinen Schriften: »Aurora« (Stockh. 1815, 2 Tle.); »Mollbergs Briefe« (das. 181920, 2 Bde.): »Das Bauernweib« (das. 1829); »Der Abendstern« (das. 1832) und den humoristischen Roman »Nahum Fredrik Bergströms Chronik« (das. 1831). Eine Gesamtausgabe seiner Werke besorgte Arvidsson (Stockh. 184752, 5 Bde.; 3. Aufl. 1875)

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2) John Adolf, Seemann, geb. 13. Nov. 1809 in Philadelphia, gest. 12. Juli 1870, ward 1826 Midshipman, 1837 Leutnant und 1855 Kommandeur in der Marine der Vereinigten Staaten. Er erfand schwere gußeiserne Schiffsgeschütze, die sich aber im Sezessionskrieg schlecht bewährten. Beim Ausbruch des Bürgerkriegs ward D. Befehlshaber des Washingtoner Kriegshafens, 1862 Chef des Geschützwesens und löste Admiral Dupont nach dessen vergeblichen Angriff auf Fort Sumter 7. April 1863 ab. D. schrieb: »Report on the 32 pounders of 32 cwt.« (1850); »Naval percussion locks and primers« (1852); »Shells and shell guns« (1856). Vgl. M. V. Dahlgren, Memoir of John A. D. (Boston 1882).
   3) Erik Wilhelm, schwed. Geograph und Bibliograph, Sohn des Dichters u. Schriftstellers Fredrik August D. (181695), geb. 7. Juni 1848 in Stockholm, ward hier 1870 Bibliotheksassistent, 1893 Bibliothekar der Akademie der Wissenschaften und 1903 Chef der königl. Bibliothek, gab 188194 im Auftrag der Schwedischen Gesellschaft für Anthropologie und Geographie die Zeitschrift »Ymer« heraus, war bei zahlreichen Schriften A. Nordenskiölds (s. d.), S. Hedins (s. d.) sowie andrer Entdeckungsreisenden als Mitarbeiter tätig, redigierte das amtliche Werk »Stockholm. Sveriges hufvudstad« (Stockh. 1897, 2 Bde.) und veröffentlichte die wertvolle Bibliographie »Sveriges offentliga bibliotek. Tioårsregister 18861895« (1897). Von seinen größern geographischen Beiträgen seien genannt: »Bidrag till Nordens äldsta kartografi« (1892); »De franska sjöfärderna till Söderhafvet i början af 18de seklet« (1900).
 
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Dahlhausen, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Hattingen, an der Ruhr, Knotenpunkt an der Staatsbahnlinie Steele-Witten, hat eine neue kath. Kirche, eine Bismarcksäule, Bergrevier, Steinkohlenbergbau, Fabrikation feuerfester Steine, ein Stahl- und Eisenwerk und (1900) 9165 Einw.
 
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Dahlĭa, Pflanzengattung, s. Georgina.
 
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Dahlĭa, violette Anilinfarbe, s. Meyers Hofmanns Violett.
 
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Dahlīn, soviel wie Inulin.
 
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Dahlmann, Friedrich Christoph, Geschichtschreiber und Staatsmann, geb. 13. Mai 1785 in Wismar, gest. 5. Dez. 1860 in Bonn, studierte seit 1802 in Kopenhagen, seit 1804 in Halle unter Friedr. Aug. Wolf Philologie. Nach längerm Aufenthalt in Wismar ging er 1809 nach Dresden, wo er mit Heinrich v. Kleist Freundschaft schloß. In Wittenberg erwarb er 1810 mit einer Abhandlung über Ottokar von Böhmen den philosophischen Doktorgrad; 1811 habilitierte er sich in Kopenhagen für Philologie, erhielt aber 1812 den Auftrag, in Kiel Geschichte zu lesen, und wurde 1813 daselbst außerordentlicher Professor. In der Festrede (Kiel 1815), die er bei der von der Universität veranstalteten Feier der Schlacht bei Waterloo hielt, mahnte er zuerst öffentlich zur Arbeit an der politischen Wiedergeburt Deutschlands. Als Sekretär der schleswig-holsteinischen Ritterschaft geriet er in eine oppositionelle Stellung zur dänischen Regierung, wurde deshalb nicht ordentlicher Professor und folgte daher 1829 einem Ruf nach Göttingen als Ordinarius der deutschen Geschichte und der Staatswissenschaften. Hier war er wieder politisch tätig: nach der sogen. Göttinger Revolution (Januar 1831) als Deputierter der Universität an den Generalgouverneur Herzog von Cambridge abgesandt, gewann er dessen Vertrauen, wurde bei Feststellung der Verfassung zu Rate gezogen und von der Universität zu ihrem Vertreter in der Zweiten Kammer gewählt. Aber sowohl seine Reden als auch seine Artikel in der »Hannöverschen Zeitung« erregten durch ihren rücksichtslosen Freimut und ihr nach allen Seiten selbständiges Urteil Anstoß, so daß er sich mit seinen politischen Ansichten isoliert fühlte. Eine Frucht seiner damaligen Studien in der Politik war: »Die Politik auf den Grund und das Maß der gegebenen Zustände zurückgeführt«, wovon nur der 1. Band (Götting. 1835; 3. Aufl., Berl. 1847) erschienen ist. Nach dem Verfassungsbruch des Königs Ernst August (1837) verfaßte D. den Entwurf einer Protestation, die das Verfahren des Königs für einen Staatsstreich erklärte, der niemand von dem auf das Staatsgrundgesetz geleisteten Eid entbinden könne; sechs von Dahlmanns Kollegen (s. Meyers Göttinger Sieben) unterschrieben diese Erklärung. Ihre Absetzung und Ausweisung war die Folge davon. D., der über die Verfassungsfrage noch das klassische Pamphlet »Zur Verständigung« schrieb, begab sich nach Leipzig, von da nach Jena, wo er seine vortreffliche »Geschichte von Dänemark« schrieb (Hamb. 184043, 3 Bde., nur bis zur Reformation), die von D. Schäfer (Bd. 4 u. 5, Gotha 18931902) fortgesetzt wurde. Nach der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. 1842 nach Bonn berufen, ward er einer der beliebtesten akademischen Lehrer. Weithin galt er als politische Autorität, und auch die Regierung holte in wichtigen Universitätsangelegenheiten seinen Rat ein. Die Vorlesungen über die englische u. französische Revolution besaßen hohe politische Bedeutung; als Bücher (»Geschichte der englischen Revolution«, Leipz. 1814; 7. Aufl. 1885; »Geschichte der französischen Revolution«, das. 1845; 3. Aufl. 1864) bestimmten sie das politische Urteil der gebildeten Mittelklassen. Bei Beginn der nationalen Bewegung des Jahres 1848 wurde D. von dem neu ernannten Minister Grafen Schwerin zur Teilnahme an den Beratungen über die preußische Verfassung aufgefordert, bald nachher als preußischer Vertrauensmann zum Bundestag nach Frankfurt geschickt, aber die Ernennung zum eigentlichen Bundestagsgesandten lehnte er ab. Der von Einheitsgedanken belebte Verfassungsentwurf der 17 Vertrauensmänner ist hauptsächlich Dahlmanns Werk. In der Frage der Hegemonie war er für die Einigung unter Preußens Führung mit Ausschluß Österreichs, fand aber damit weder beim König von Preußen noch bei der Mehrheit des Parlaments Beifall, wie er überhaupt für praktisch politische Arbeit sich wenig brauchbar erwies. Noch 1849 forderte er entschieden das preußische Kaisertum, nur widerwillig unterstützte er die preußischen Unionsbestrebungen, nahm aber am Erfurter Parlament teil und trat im Sommer 1850 in die preußische Erste Kammer ein, wo er den überstürzten Restaurationsbestrebungen mutig, aber erfolglos entgegentrat. Mehr und mehr vereinsamt, schöpfte er erst seit der Wendung der Dinge in Preußen 1858 neuen Mut. Sein Einfluß auf die politische Erziehung der Gebildeten ist von nachhaltiger Wirkung gewesen. Von seinen Schriften sind neben der Ausgabe von Neocorus' »Geschichte der Dithmarschen«, in sächsischer Sprache (Kiel 1827), noch zu erwähnen: »Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte« (Bd. 1, Altona 1821; Bd. 2: »Herodot«, 1824); »Quellenkunde der deutschen Geschichte« (Göttingen 1830; seit der 3. Aufl., 1869, bearbeitet von Waitz; 6. Aufl. 1894, besorgt von E. Steindorff). Seine 1826 in Kiel gehaltenen Vorlesungen über die Geschichte Dithmarschens gab Kolster (Leipz. 1873), seine »Kleinen Schriften und Neden« Varrentrapp (Stuttg. 1886) heraus. Vgl. A. Springer, Friedr. Christ. D. (Leipz. 187072, 2 Bde.).

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Dahme (Wendische Spree), linker Nebenfluß der Spree in der preußischen Provinz Brandenburg, entspringt im SO. der Stadt Dahme auf dem Fläming, wird unterhalb Golßen schiffbar, durchfließt mehrere Seen und mündet bei Köpenick. Mit dem Scharmützelsee ist sie durch den Storkowkanal, mit dem Teupitzer See durch den Körisschen Schiffahrtsgraben verbunden; von links fließt ihr bei Königswusterhausen die Notte zu.
 
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Dahme, 1) Stadt im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Jüterbog-Luckenwalde, an der Dahme, der Eisenbahn D.-Uckro und der Jüterbog-Luckenwalder Kreisbahn, hat 2 evang. Kirchen, Landwirtschaftsschule, agrikulturchemische Versuchsstation, Amtsgericht, Tuch-, Schuh-, Tabak- und Zigarrenfabrikation, Bierbrauerei und (1900) 5657 fast nur evang. Einwohner. Hier siegten 7. Sept. 1813 die Preußen über die Franzosen. 2) Dorf im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Oldenburg, an der Ostsee, hat einen Hafen, ein Seebad und 600 Einw. Südlich der Leuchtturm Dahmeshöft.
 
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Dahn, Flecken im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Pirmasens, an der Lauter, in einem romantischen Tale der Vogesen, 204 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Burgruine, Amtsgericht, Forstamt, Sägemühlen und (1900) 1588 Einw. Nahebei der Felsen Jungfernsprung mit Aussicht (s. Tafel Meyers »Bergformen II«, Fig. 3, beim Art. »Berg«).

 

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