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Dahlak bis Dahlĭa (Bd. 4, Sp. 416 bis 417)
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Artikelverweis Dahlak (Dahalak), zur ital. Kolonie Erythräa gehörige Inselgruppe, Massaua gegenüber, umfaßt die Hauptinsel Groß-D. (52 km lang, 30 km breit) und die kleinern Nohra und Nokra nebst zahlreichen Klippen, mit 1500 Einw. (ursprünglich christliche, später islamisierte Abessinier), die ein verderbtes Tigré sprechen und in zehn Dörfern wohnen. Die 1013 m hohen, zerrissenen weißen Kalkfelsen haben eine dürftige Vegetation, die indes viele Ziegen und Kamele und einige Esel nährt. Auch wird etwas Perlen- und Schildkrötenfischerei betrieben. Für die Perlen ist Hauptmarkt Dömöllö am Ostrande der Hauptinsel, die zur Römerzeit Mittelpunkt einer äußerst ergiebigen Perlenfischerei war. Ruinen deuten darauf hin, daß die Portugiesen im 16. Jahrh. hier eine Niederlage hatten.
 
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Dahlb., bei Tiernamen Abkürzung für A. G. Dahlbom (s. d.).
 
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Dahlberg, Erik, Graf, schwed. Feldherr und Festungsingenieur, geb. 10. Okt. 1625 in Stockholm, gest. daselbst 16. Jan. 1703, ursprünglich Kammerschreiber, später Fortifikationsoffizier, kämpfte 1656 bis 1660, wo er 1658 die Anregung zu Karl Gustavs berühmtem Wintermarsch über die Belte gab, und 167579 mit Auszeichnung gegen Dänemark. Bereits 1660 geadelt, seit 1693 Graf, Feldmarschall und Generalgouverneur von Bremen-Verden, verteidigte er 1700 als livländischer Generalgouverneur (1696 bis 1702) Riga erfolgreich gegen die Sachsen. Seine Verdienste um das Belagerungswesen und seine berühmten Festungsanlagen zu Marstrand, Gotenburg, Riga, Wismar, Stade etc. verschafften ihm den Beinamen »Schwedens Vauban«. Ciner der gebildetsten Offiziere des 17. Jahrh., stand er in engem Freundschaftsverhältnis mit S. Meyers Pufendorf (s. d.), der bei seiner Arbeit über Karl Gustav vielfach von D. gesammeltes Material benutzt hat. Seine Selbstbiographie veröffentlichte Gjörwell (Stockh. 1757), sein Tagebuch S. Lundblad (das. 1823). Sein aus Kupferstichen ohne Text bestehendes Hauptwerk »Suecia antiqua et hodierna« (Stockh. 1716), das mehrere Auflagen (mit Text) erlebte (neueste Ausgabe von H. Hildebrand, das. 1900, 3 Bde.), ist kulturgeschichtlich von Wichtigkeit. Vgl. H. N. Heden, Erik D. (Stockh. 1900).
 
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Dahlbom, Anders Gustav, Entomolog, geb. 3. März 1806 zu Forssa in Ostgotland, gest. 3. Mai 1859 in Lund, ward dort 1830 Dozent der Naturgeschichte und 1843 Intendant des entomologischen Museums. Er schrieb: »Hymenoptera europaea praecipue borealia« (Bd. 1, Lund 184345; Bd. 2, Berl. 1854).
 
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Dähle (Deele), s. Meyers Diele u. Bauernhaus, S. 464.
 
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Dahlem, ehemals Domäne, jetzt zu einer Villenkolonie in Aussicht genommen, im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Teltow, zwischen Steglitz und dem Grunewald, hat eine evang. Kirche (15. Jahrh.), das pharmazeutische Institut und den botanischen Garten der Universität Berlin (letzterer früher in Schöneberg), einen Reichsversuchsgarten und eine Gärtnerlehranstalt (früher in Wildpark). S. den Plan »Umgebung von Berlin« (Bd. 2, S. 701).
 
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Dahlen, 1) Stadt in der sächs. Kreish. Leipzig, Amtsh. Oschatz, an der Staatsbahnlinie Leipzig-Riesa-Dresden, 153 m ü. M., hat eine alte evang. Kirche, ein Schloß, Eisengießerei, Wagenbau, Zementwaren- und Zigarrenfabrikation, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und (1900) 2865 fast nur evang. Einwohner. 7 km von D. der Kollmberg (314 m) mit dem Albertsturm. D. wird urkundlich schon 1210 erwähnt. 2) Stadt, s. Meyers Rheindahlen.
 
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Dahlfuß, s. Meyers Klumpfuß.
 
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Dahlgrēn, 1) Carl Fredrik, schwed. Dichter und Humorist, geb. 20. Juni 1791 in Ostgotland, gest. 2. Mai 1844, studierte in Upsala Theologie und wirkte seit 1815 als Prediger zu Stockholm. Er dichtete in Bellmanns Art frohe, idyllisch-burleske Szenen und Naturschilderungen. Viele seiner Lieder sind ins Volk gedrungen. Wir nennen von seinen Schriften: »Aurora« (Stockh. 1815, 2 Tle.); »Mollbergs Briefe« (das. 181920, 2 Bde.): »Das Bauernweib« (das. 1829); »Der Abendstern« (das. 1832) und den humoristischen Roman »Nahum Fredrik Bergströms Chronik« (das. 1831). Eine Gesamtausgabe seiner Werke besorgte Arvidsson (Stockh. 184752, 5 Bde.; 3. Aufl. 1875)

[Bd. 4, Sp. 417]


2) John Adolf, Seemann, geb. 13. Nov. 1809 in Philadelphia, gest. 12. Juli 1870, ward 1826 Midshipman, 1837 Leutnant und 1855 Kommandeur in der Marine der Vereinigten Staaten. Er erfand schwere gußeiserne Schiffsgeschütze, die sich aber im Sezessionskrieg schlecht bewährten. Beim Ausbruch des Bürgerkriegs ward D. Befehlshaber des Washingtoner Kriegshafens, 1862 Chef des Geschützwesens und löste Admiral Dupont nach dessen vergeblichen Angriff auf Fort Sumter 7. April 1863 ab. D. schrieb: »Report on the 32 pounders of 32 cwt.« (1850); »Naval percussion locks and primers« (1852); »Shells and shell guns« (1856). Vgl. M. V. Dahlgren, Memoir of John A. D. (Boston 1882).
   3) Erik Wilhelm, schwed. Geograph und Bibliograph, Sohn des Dichters u. Schriftstellers Fredrik August D. (181695), geb. 7. Juni 1848 in Stockholm, ward hier 1870 Bibliotheksassistent, 1893 Bibliothekar der Akademie der Wissenschaften und 1903 Chef der königl. Bibliothek, gab 188194 im Auftrag der Schwedischen Gesellschaft für Anthropologie und Geographie die Zeitschrift »Ymer« heraus, war bei zahlreichen Schriften A. Nordenskiölds (s. d.), S. Hedins (s. d.) sowie andrer Entdeckungsreisenden als Mitarbeiter tätig, redigierte das amtliche Werk »Stockholm. Sveriges hufvudstad« (Stockh. 1897, 2 Bde.) und veröffentlichte die wertvolle Bibliographie »Sveriges offentliga bibliotek. Tioårsregister 18861895« (1897). Von seinen größern geographischen Beiträgen seien genannt: »Bidrag till Nordens äldsta kartografi« (1892); »De franska sjöfärderna till Söderhafvet i början af 18de seklet« (1900).
 
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Dahlhausen, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Hattingen, an der Ruhr, Knotenpunkt an der Staatsbahnlinie Steele-Witten, hat eine neue kath. Kirche, eine Bismarcksäule, Bergrevier, Steinkohlenbergbau, Fabrikation feuerfester Steine, ein Stahl- und Eisenwerk und (1900) 9165 Einw.
 
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Dahlĭa, Pflanzengattung, s. Georgina.

 

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