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Dagussa bis Dähle (Bd. 4, Sp. 415 bis 416)
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Artikelverweis Dagussa, s. Meyers Eleusine.
 
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Dahabîye (arab., »die Goldene«), langes, schmales Nilschiff mit Verdeck und Kajüte.
 
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Daheim, Name eines seit 1864 in Leipzig im Verlag von Velhagen u. Klasing wöchentlich erscheinenden illustrierten Familienblattes zur Belehrung und Unterhaltung im christlich-konservativen Sinne. 1891 wurde die Redaktion, die von dem Romanschriftsteller Th. H. Pantenius geleitet wird, nach Berlin verlegt.
 
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Daher (Daae), ein Nomadenvolk des Altertums, an der Ostküste des Kaspischen Meeres bis zum Oxus und dem Oxianischen See (Aralsee) hin, gute Krieger, die als reitende Bogenschützen unter Darius, Alexander und Antiochos dienten.
 
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Dahl, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Landkreis Hagen, an der Staatsbahnlinie Hagen-Lüdenscheid, hat eine evang. Kirche, Hammerwerke (Verfertigung von Spaten, Sensen etc.) und (1900) 2134 Einw.
 
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Dahl, 1) Johann Christian Claussen, Maler, geb. 24. Febr. 1788 zu Bergen in Norwegen, gest. 14. Okt. 1857 in Dresden, bezog 1811 die Akademie von Kopenhagen und kam 1818 nach Dresden, wo er Mitglied und Professor der Akademie wurde. Von hier aus machte er Reisen durch die Alpengegenden Deutschlands, besuchte Italien und kehrte zweimal in seine nordische Heimat zurück. Fleißige Naturstudien führten ihn zu einer eigentümlichen realistischen Richtung. Zwei große Gemälde aus seiner Heimat stellen den Sturz der Tinterrare in Oberthelemarken und eine Talschlucht mit Wasserfall an der Küste von Bergen dar. Von seinen übrigen Bildern sind ein Seesturm (in der Verliner Nationalgalerie), eine Ansicht der Stadt Bergen (im Museum zu Leipzig) und eiike große Berglandschaft (in der Dresdener Galerie) hervorzuheben. Auch verfaßte er ein Werk über die nordische Holzarchitektur, betitelt: »Denkmale einer sehr ausgebildeten Holzbaukunst aus den frühesten Jahrhunderten in den innern Landschaften Norwegens« (Dresd. 1837). Sein Leben beschrieb Aubert (Christiania 189294).
   2) (Dal, Dal', Dalj) Wladimir Iwanowitsch, russ. Schriftsteller, geb. 22. (10.) Nov. 1801 in Lugan (Gouv. Jekaterinoslaw), gest. 4. Okt. (22. Sept.) 1872 in Moskau, Sohn eines unter Katharina II. in Rußland eingewanderten Dänen, wurde im Seekadettenkorps in Petersburg erzogen und trat 1819 als Midshipman in den Dienst der Flotte des Schwarzen Meeres. Da ihm diese Tätigkeit nicht zusagte, studierte er in Dorpat Medizin und machte als Militärarzt 182933 den Krieg in der Türkei und in Polen mit. Acht Jahre lebte er dann in Orenburg als Beamter der Kanzlei des Grafen W. Perowskij, unter dem er sich 183940 auch an der unglücklichen Expedition gegen Chiwa beteiligte. 184149 war er Kanzleichef im Ministerium des Innern, 184958 Präsident des Kameralhofes in Nishnij Nowgorod. 1858 nahm er seinen Abschied und lebte seitdem in Moskau. D. hat unter dem Pseudonym Kosak Luganskij eine Reihe Erzählungen hinterlassen, die sich namentlich durch ein tiefes Verständnis des Volkslebens und vortreffliche, wahrhaft typische Schilderungen auszeichnen. Außerdem veröffentlichte er die reichhaltigste Sammlung russischer Sprichwörter (Mosk. 1862, 2. Ausg. 1879) und ein »Erklärendes Wörterbuch der lebenden großrussischen Sprache«

[Bd. 4, Sp. 416]


(Mosk. 186168, 4 Bde.; 3. Ausg., besorgt von Baudouin de Courtenay, 1. Lief. 1903), zu dem er das Material seit seinem 18. Lebensjahre gesammelt hatte. Eine Gesamtausgabe seiner Erzählungen (»Povêsti i razskazy«) erschien in 8 Bänden (Petersb. 18601861; 3. Ausg. 188384).
   3) Johannes Siegwald, Maler, geb. 16. Aug. 1827 in Dresden als Sohn von D. 1), gest. daselbst 15. Juni 1902, erhielt von seinem Vater den ersten Unterricht und bildete sich später unter Wilh. Wegener vorzugsweise in der Tiermalerei aus. Nachdem er noch drei Jahre die Akademie in Dresden besucht hatte, ging er, da ihn die Tierbilder Landseers fesselten, 1851 nach London und besuchte von da aus auch Paris. Die Motive zu seinen Tierbildern nahm er aus Norwegen, der Heimat seines Vaters, deren Natur er gründlich studierte. Die Dresdener Galerie besitzt zwei seiner Gemälde: den Fehlschuß und eine Fähre in Norwegen. Von seinen spätern Werken sind die von einem Fuchs überfallenen Wildenten (im Museum zu Hannover), die Katzenfamilie, die Kuhherde vor der Sennhütte und das Nordkap bei Mitternachtssonne zu nennen.
   4) Konrad Neuman Hjelm, norweg. Dichter, geb. 24. Juni 1843 auf dem Hofe Warmbo, Amt Drontheim, studierte Theologie in Christiania und wirkt seit 1885 als Gefängnisprediger in Akershus. Seine lebenswahren, von religiösem Geist erfüllten Erzählungen schildern Land und Leute der norwegischen und lappischen Küste. Wir erwähnen: »Der Finnenjüngling« (1873); »Der Löwe« (1874); »Eda Mansika« (1875); »Der Eismeerfahrer« (1878); »Einsame Menschen« (1889); »Arne Livvaag«, der Lebensroman eines Verbrechers (1894); »Lina Kjörbo« (1898); »Ein Attentat« (1900).
   5) Hans, Maler, geb. 19. Febr. 1849 zu Hardanger in Norwegen, war anfangs schwedischer Offizier und bildete sich seit 1873 auf der Kunstschule in Karlsruhe unter Gude und Riefstahl und in Düsseldorf unter v. Gebhardt und W. Sohn zum Landschafts- und Genremaler aus. Seit 1876 stellte er eine Reihe von Gemälden aus, auf denen Landschaft und Staffage nach Motiven aus seiner Heimat mit gleicher Liebe behandelt sind, und die meist durch ihren humoristischen Inhalt fesseln, während das Kolorit bisweilen an Härte und unruhiger Buntheit leidet. 1889 nahm D. seinen Wohnsitz in Berlin. Seine Hauptbilder sind: ein Naturkind, das Spiel der Wellen, Damenpensionat auf der Eisbahn, Letzte Olung, weibliche Anziehung, hinter dem Segel, ein Sommertag in Norwegen, Ankunft zur Kirche bei Ullenswang (Hardanger), auf einsamen Wegen, der gestörte Schlaf und In hohen Wellen.
 
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Dahlak (Dahalak), zur ital. Kolonie Erythräa gehörige Inselgruppe, Massaua gegenüber, umfaßt die Hauptinsel Groß-D. (52 km lang, 30 km breit) und die kleinern Nohra und Nokra nebst zahlreichen Klippen, mit 1500 Einw. (ursprünglich christliche, später islamisierte Abessinier), die ein verderbtes Tigré sprechen und in zehn Dörfern wohnen. Die 1013 m hohen, zerrissenen weißen Kalkfelsen haben eine dürftige Vegetation, die indes viele Ziegen und Kamele und einige Esel nährt. Auch wird etwas Perlen- und Schildkrötenfischerei betrieben. Für die Perlen ist Hauptmarkt Dömöllö am Ostrande der Hauptinsel, die zur Römerzeit Mittelpunkt einer äußerst ergiebigen Perlenfischerei war. Ruinen deuten darauf hin, daß die Portugiesen im 16. Jahrh. hier eine Niederlage hatten.
 
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Dahlb., bei Tiernamen Abkürzung für A. G. Dahlbom (s. d.).
 
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Dahlberg, Erik, Graf, schwed. Feldherr und Festungsingenieur, geb. 10. Okt. 1625 in Stockholm, gest. daselbst 16. Jan. 1703, ursprünglich Kammerschreiber, später Fortifikationsoffizier, kämpfte 1656 bis 1660, wo er 1658 die Anregung zu Karl Gustavs berühmtem Wintermarsch über die Belte gab, und 167579 mit Auszeichnung gegen Dänemark. Bereits 1660 geadelt, seit 1693 Graf, Feldmarschall und Generalgouverneur von Bremen-Verden, verteidigte er 1700 als livländischer Generalgouverneur (1696 bis 1702) Riga erfolgreich gegen die Sachsen. Seine Verdienste um das Belagerungswesen und seine berühmten Festungsanlagen zu Marstrand, Gotenburg, Riga, Wismar, Stade etc. verschafften ihm den Beinamen »Schwedens Vauban«. Ciner der gebildetsten Offiziere des 17. Jahrh., stand er in engem Freundschaftsverhältnis mit S. Meyers Pufendorf (s. d.), der bei seiner Arbeit über Karl Gustav vielfach von D. gesammeltes Material benutzt hat. Seine Selbstbiographie veröffentlichte Gjörwell (Stockh. 1757), sein Tagebuch S. Lundblad (das. 1823). Sein aus Kupferstichen ohne Text bestehendes Hauptwerk »Suecia antiqua et hodierna« (Stockh. 1716), das mehrere Auflagen (mit Text) erlebte (neueste Ausgabe von H. Hildebrand, das. 1900, 3 Bde.), ist kulturgeschichtlich von Wichtigkeit. Vgl. H. N. Heden, Erik D. (Stockh. 1900).
 
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Dahlbom, Anders Gustav, Entomolog, geb. 3. März 1806 zu Forssa in Ostgotland, gest. 3. Mai 1859 in Lund, ward dort 1830 Dozent der Naturgeschichte und 1843 Intendant des entomologischen Museums. Er schrieb: »Hymenoptera europaea praecipue borealia« (Bd. 1, Lund 184345; Bd. 2, Berl. 1854).
 
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Dähle (Deele), s. Meyers Diele u. Bauernhaus, S. 464.

 

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