Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dagadó Forrás bis Dagnan-Bouveret (Bd. 4, Sp. 413 bis 414)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Dagadó Forrás (spr. -fórrāsch), Schwefelquelle in Ungarn, s. Meyers Kalugyér.
 
Artikelverweis 
Dagana (Daghana), Hauptort des gleichnamigen Kreises in der franz. Kolonie Senegal, am linken Ufer des Senegal, inmitten schöner Gärten und Pflanzungen, hat ein Fort und (1885) 5275 Einw., die mit den Trarza Tauschhandel treiben.
 
Artikelverweis 
Dagbladet (»Das Tageblatt«), Name einer dänischen, seit 1851 in Kopenhagen erscheinenden politischen Tageszeitung konservativer Richtung und einer 1868 in Christiania gegründeten norwegischen Tageszeitung, die die Forderungen der radikalen Liberalen und Demokraten vertritt. Am letztern arbeiten Björnstjerne Björnson, Alex. Kielland und andre Vertreter dieser Richtung in Politik und Literatur mit.
 
Artikelverweis 
Dagden, Insel, s. Meyers Dagö.
 
Artikelverweis 
Däge, Eduard, Maler, geb. 10. April 1805 in Berlin, gest. daselbst 6. Juni 1883, erhielt seine Ausbildung auf der Kunstakademie und bei Wach und bereiste später Italien. Durch ein anmutiges Bild: die Erfindung der Malerei, nach Plinius (1832, Berliner Nationalgalerie), machte ersich zuerst bekannt. Später malte er eine Reihe von Altarbildern und nahm auch an der Ausmalung der Kapelle des königlichen Schlosses zu Berlin und der Halle des Museums daselbst teil. Hervorragender als diese Werke sind seine Genrebilder, wie: der wohltätige Mönch, der Mesner von einem Knaben durchs Wasser geleitet (in der Berliner Nationalgalerie), die Einkleidung der Nonne, die Zuflucht zum Altar u. a. Seit 1838 war er als Lehrer an der Antikenklasse der Akademie tätig und führte 186175 deren Direktorialgeschäfte.
 
Artikelverweis 
Dagen, Dagerort, s. Meyers Dagö.
 
Artikelverweis 
Daggeïsches Fieber, s. Meyers Denguefieber.
 
Artikelverweis 
Dagget, s. Meyers Birkenteer.
 
Artikelverweis 
Dagh (westtürk.), Berg, Gebirge.
 
Artikelverweis 
Daghestan (tatar., »Bergland« oder »Land der Daken«), Provinz des russ. Generalgouv. Kaukasus, zu Transkaukasien gehörig, zwischen der Provinz Terek, dem Kaspischen Meer und den Gouv. Tiflis, Jelissawetpol und Baku (s. Karte »Kaukasien«). Zu letzterm gehört der südöstlichste Zipfel der Landschaft D. mit der Halbinsel Apscheron. Die Provinz umfaßt 29,347 qkm mit (1897) 586,636 Einw. Das großartige Felsenland bewässern zahlreiche Flüsse, deren bedeutendste Sulak und Samur mit zahlreichen Mündungsarmen sind. Auch gibt es viele heiße Quellen. Das Gebirgsland ist öde und unfruchtbar, fruchtbar und gut angebaut dagegen das Flachland, wo die edelsten Früchte gedeihen und das Klima zeitweise geradezu heiß ist. Die Regenmenge an der Küste ist beträchtlich. Bedeutend ist die Viehzucht, namentlich die Schafzucht. Von Mineralien findet sich Schwefel in großen Lagern an den Ufern des Sulak, Salz kommt besonders im mittlern Teil vor, Kupfer am Sulak. Die dem lesghischen Stamm angehörige Bevölkerung teilte sich 1886 in 107,168 Darginer (Dargua), 103,288 Küriner, 11,985 Rutuler, 27,667 Tabassaranen, 48,316 Kasikumyken, 123,296 Awarier,

[Bd. 4, Sp. 414]


von türkischen Völkern 15,697 Tataren, 60,836 Kumyken, 2556 Nogaier, außerdem 5421 Russen, 9210 Juden, 9024 Perser, 1054 Armenier. Die Bevölkerung ist z. T. nomadisch, teils treibt sie Ackerbau (Getreide, Baumwolle, Obst, Wein, Tabak) und Seidenraupenzucht. Die spärlichen Ortschaften sind im Gebirge an strategisch und topographisch gut geschützten Stellen erbaut. Am Ei fernen Tor bei Derbent, einem Küstenpaß zwischen dem Kaspischen Meer und dem Ostende des Kaukasus, beginnt die alte Kaukasische Mauer (s. d.). Das Gebiet zerfällt in die Derbentsche Stadthauptmannschaft und in die Bezirke Temirchanschura, Gunib, Kasikumuch, Andi, Awar, Kaitago-Tabassaran, Kjura, Samur und Darginsk. Sitz der Verwaltung ist die Festung Temirchanschura, mit 3355 Einw.; wichtigste Handelsplätze sind Derbent und Petrowsk (s. d.). Mit den Persern hatten die Einwohner in der Zeit der Sasaniden (3.7. Jahrh.) Kämpfe zu bestehen. Während das Flachland Daghestans persische Provinz wurde, blieben die Bewohner des innern D. freie Bergvölker unter eignen Chanen. Seit aber Rußland 1801 von Grusien Besitz genommen hatte, mußte es bestrebt sein, auch das nördlich davon liegende D. an sich zu bringen, das damals noch Grusien von Rußland trennte und den Verkehr zwischen beiden Ländern bedrohte. Gefährlich wurde die Situation vollends, als der Muridismus (s. d.) unter den Bergvölkern Daghestans Wurzel faßte. Nach dem türkisch-russischen Kriege (182829) rückten daher russische Truppen in D. ein und sicherten sich (183132) zunächst das Küstengebiet mit der Straße nach Grusien. Zum ersten Schritt gegen das innere D. nötigte dann Schamyl (s. d.), der die awarische Chanfamilie verdrängt hatte und sich als Haupt der Muriden den Russen entgegenstellte. Mit seiner Unterwerfung 1859 kam D. schließlich ganz in den Besitz der Russen (s. Meyers Kaukasien). Vgl. Cunynghame, Travels in the eastern Caucasus, especially in Dagestan etc. (Lond. 1872); Radde, Aus den Dagestanischen Hochalpen (Ergänzungsheft Nr. 85 zu »Petermanns Mitteilungen«, Gotha 1887); Radde und König, Der Nordfuß des Dagestan (ebenda, Nr. 117,1895).
 
Artikelverweis 
Dagnan-Bouveret (spr. danjāng-buw'rä), Pascal Adolphe Jean, franz. Maler, geb. 7. Jan. 1852 in Paris, wurde dort Schüler von Gérôme, folgte aber nicht der Richtung seines Lehrers, sondern behandelte Motive aus dem modernen Volksleben, in deren koloristischer Darstellung er sich mehr und mehr den Grundsätzen der Hellmalerei näherte. Seinen ersten Erfolg erzielte er 1879 mit einer Hochzeit bei einem Photographen, der ein Unglücksfall, die Pockenimpfung und 1882 die Segnung des jungen Paares vor der Trauung (nach Motiven aus der Franche-Comté) folgten. In den folgenden Jahren suchte er sein Studienfeld in der Bretagne und schuf in dem Pardon (1887), einer Bußprozession bretonischer Bauern und Bäuerinnen, und dem Ablaßtag in der Bretagne (1889) zwei Werke, deren letzteres ihm durch die schlichte Wahrheit und Tiefe der Charakteristik die Ehrenmedaille des Salons eintrug. Es folgten die Weihe des Brotes (im Luxembourg-Museum), die Rekruten (1891) und die Mittagsrast der Arbeiter auf der Wiese (1893). Nachdem er schon früher mehrere Madonnen gemalt (eine in der Münchener Neuen Pinakothek), wandte er sich mit einem durch eigenartige Auffassung ausgezeichneten Abendmahl (1896) vollends der religiösen Malerei zu, in der er auch in den Jüngern von Emmaus (1897), einer Madonna als Trösterin der Betrübten und in einem Jesus als Kind Hervorragendes leistete. Auch hat er zahlreiche Bildnisse gemalt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: